Die Möglichkeit kreativen Ausdrucks für Menschen mit Demenz erlebe ich als sehr bereichernd. Nicht der Leistungsgedanke steht im Vordergrund, sondern der schöpferische, oft spielerisch suchende Akt, bei dem Neues entstehen kann und sich Bekanntes finden lässt. Räume öffnen sich, in denen Kontakt und Begegnung möglich werden.
"Alles wirkliche Leben ist Begegnung", formulierte der Religionsphilosoph Martin Buber. Begegnung wirkt im Inneren und im Äußeren und sie berührt die Identität, die Persönlichkeit des Menschen. Das lateinische "personare" bedeutet "hindurch klingen" oder auch "hindurch tönen". Für mich liegt es auf der Hand, dass sich unter geeigneten Rahmenbedingungen ein Raum öffnen kann, in dem unabhängig von verbaler Kommunikationsfähigkeit schöpferischer Ausdruck und auch das Anknüpfen an Identitätserfahrungen möglich werden. Durch das Anregen von Sinneserfahrungen ist ein direkter Zugang zu Gefühlsqualitäten möglich, wodurch wiederum andere Sinne belebt werden und diese dann zum Beispiel biografische Momente berühren können.
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