Nach der Diagnose Alzheimer hat mein Mann Medikamente gegen die Krankheit verschrieben bekommen. So lange er noch begriff, warum er die Pillen nehmen muss, ging alles gut. Aber als das mit Alzheimer schlimmer wurde, weigerte er sich. Da half alles gute Zureden nichts. Sobald Reinhard eine Pille im Mund spürte, spuckte und prustete er. Woran das lag, weiß ich nicht. Er konnte sich dazu nicht mehr äußern. Einmal habe ich ihn die Tablette mit einem Glas Wasser schlucken lassen und ihm danach eine Banane zu essen gegeben. Half nicht. Er ist in den Flur gelaufen und hat alles erbrochen.
Das Weblog
Reinhard spuckt die Tabletten aus – ein Beitrag von Erika Strieder
Lösliche Pillen und wirksame Pflaster
In meiner Not habe ich meine Enkelin angerufen. Die ist Apothekerin. Die Lösung war einfach. "Omi", hat meine Enkelin gesagt, "das Mittel gibt es auch als lösliche Kapsel. Probier das mal aus." Meine Tochter hat unserem Neurologen dann eine E-Mail geschickt, und seitdem bekommt mein Mann dieses Medikament, das sich im Mund schneller auflöst als er spucken kann. Ich gebe ihm das mit einem Glas Wasser und danach noch ein Süppchen. Bisher klappt das sehr gut.
Außerdem hat der Neurologe ein Pflaster verschrieben, das nach und nach einen Wirkstoff gegen Alzheimer an die Haut abgibt. Das Pflaster klebe ich morgens auf Reinhards Arm, immer auf eine andere Stelle. Auch das hat sich bewährt.
Informationen zur Autorin:
Die Blogbeiträge von Erika Strieder entstehen aus Interviews, die die Redaktion des Wegweisers Demenz mit ihr führt. Frau Strieder (72) lebt mit ihrem Mann Reinhard (73) in Berlin-Steglitz. Das Paar* ist seit 1958 verheiratet und hat drei Töchter. Reinhard Strieder arbeitete als Elektroinstallateur, bis er 1988 in Frührente ging. Erika Strieder war Monteurin.
* Die Redaktion hat die Namen auf Wunsch der Ehefrau geändert.
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