Finanzielles klären
Auf Demenzkranke kommen über kurz oder lang zusätzliche Ausgaben für Betreuung und Pflege zu. Einen Großteil davon decken die Kranken- und Pflegeversicherung ab. Aber wie sieht es mit den Zuzahlungen aus? Reichen die eigenen Mittel? Und wer soll Ihre Finanzen regeln, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind? Rechtzeitig verfasste Anträge und Vollmachten sind hilfreich.
Mit der Diagnose Demenz kommen auch viele finanzielle Fragen auf den Tisch. Für Diagnose und Behandlung kommen – bis auf geringe Zuzahlungen – die Krankenkassen auf. Doch wie sieht es mit den Kosten aus, die für Betreuung, Pflege, den gegebenenfalls nötigen Umbau der Wohnung und weitere Hilfsmittel anfallen?
Machen Sie sich rechtzeitig schlau
Je nach Krankheitsstadium und Pflegestufe stehen Demenzkranken bestimmte Leistungen ihrer Krankenkasse und Pflegeversicherung zu. Neben monatlichen Leistungen gibt es auch jährliche Einmalzahlungen und Vergünstigungen. Auch Sozialhilfe können Sie unter bestimmten Voraussetzungen beantragen. Nicht immer sind alle Leistungen auf den ersten Blick durchschaubar und Ansprüche klar. Wenn Sie zusätzlichen Rat brauchen, zögern Sie nicht, Experten hinzuzuziehen.
Die richtige Aufbewahrung
Damit im Notfall schnell reagiert werden kann, müssen wichtige Dokumente leicht zu finden sein. Am besten informieren Sie eine Person Ihres Vertrauens über den Aufbewahrungsort. Hilfreich ist auch, eine sogenannte Info-Karte bei sich zu tragen, auf der vermerkt ist, dass es eine Vollmacht gibt und wo sie liegt.
Vollmachten rechtzeitig erteilen
Sie sollten sich auch rechtzeitig Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre eigenen Geldangelegenheiten in Zukunft sicher regeln wollen. Mit einer Bankvollmacht können Sie festlegen, wer Zugang zu Ihren Konten erhalten soll, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, über Ihre Finanzen zu entscheiden. Bedenken Sie, dass Sie für eine Bankvollmacht geschäftsfähig sein müssen.
Richtig vererben
Nicht nur Vollmachten sind für eine finanzielle Vorsorge wichtig. Auch wer Sie beerben soll, sollten Sie spätestens jetzt in einem Testament festschreiben. Da Sie hierfür testierfähig sein müssen, ist ein ärztliches Attest sinnvoll, um späteren Streit zu vermeiden.
Das Wichtigste in Kürze:
- Kranken- und Pflegeversicherung übernehmen einen Großteil der Kosten, die im Zuge einer Demenzerkrankung entstehen
- Können Betroffene oder ihre nächsten Angehörigen die Differenz nicht aus eigener Tasche begleichen, ist ein Gang zum Sozialamt ratsam
- Mit einer Bankvollmacht können Demenzkranke regeln, wer im Ernstfall für ihre Geldangelegenheiten zuständig ist. Sie müssen dazu allerdings noch geschäftsfähig sein
- Für ein Testament reicht die Testierfähigkeit
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