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Zwei Sanitäter schieben einen älteren Herrn auf einer Krankenliege aus dem Rettungswagen in die Notaufnahme

Nahrungsverweigerung und Demenz

Nahrungsverweigerung kann objektive und/oder subjektive Ursachen haben.

Je fortgeschrittener das Demenzstadium, desto wahrscheinlicher sind entsprechende Situationen.

Grundsätze

  • Es gibt mindestens einen Grund dafür.
  • Den Grund oder die Gründe ermitteln.
  • Wenn erforderlich, Abhilfe schaffen.
     
  • Den Willen der erkrankten Person akzeptieren – so weit möglich und rechtlich abgesichert.

Was ist zu tun?

Erkrankte Person

  • kontinuierlich beobachten
  • jede Handlung vereinfachen, mit Worten erklären, Blickkontakt halten oder herstellen
  • ruhig und respektvoll ansprechen
  • auf veränderte Gestik und Mimik achten
  • Nahrungsaufnahme niemals erzwingen.

Die Telefonnummer vom Pflegedienst, Haus-Fach- und Zahnarzt immer griffbereit haben.

Prüf- und Handlungsschritte:

Prüfschritte

Handlungsmöglichkeiten

Prüfen:

Wenn JA, dann:

Wenn NEIN, dann:

1. Wird Nahrung auf Teller, Schüssel oder in Verpackung erkannt?

Wenn ja, dann Prüfschritt 2.

Wenn nein, Deckel heben, Verpackung u. ä. öffnen. Selbst Essen probieren und zeigen, dass es etwas zu Essen oder zu Trinken ist. Wenn nötig, Hilfestellung beim Essen geben.

2. Wird Umgang mit Besteck, Geschirr usw. erkannt?

Wenn ja, dann Prüfschritt 3.

Wenn nein, Hilfestellung geben. Dazusetzen, zeigen wozu und wie man Besteck benutzt. Handlungen immer erklären, nötigenfalls auf Bestecknutzung verzichten (mit den Fingern essen lassen).

3. Liegt motorische Handlungsstörung vor?

Wenn ja, Hilfestellung bei Nahrungsaufnahme geben, möglicherweise Nahrung anreichen.

Wenn nein, weiter mit Prüfschritt 4. und Ergotherapeuten hinzuziehen

4. Liegt Appetitlosigkeit vor?

Wenn ja, überprüfen: isst/trinkt die erkrankte Person vielleicht mehrmals zwischendurch – und hat daher keinen Appetit zur Hauptmahlzeit? Machen Sie sich ggfs. Notizen und stellen Sie dadurch auch fest, ob dies wirklich häufig vorkommt. Bedenken, dass auch gesunde Menschen ab und an keinen Appetit haben.

Wenn nein, hält Zustand an, dann Nahrung optisch aufwerten, zum Beispiel verschiedene Obstsorten, bunte Säfte und Tees immer wieder anbieten - ohne Druck, weiter mit Prüfschritt 5.

Wenn ja, den Hinweisen unter „Akutsituation Schmerzen und Demenz folgen“; je nach Erfordernis Zahnarzt, Hausarzt oder Facharzt konsultieren.

Wenn nein, weiter mit Prüfschritt 6.

6. Liegen Schluckbeschwerden vor?

Wenn ja, bettlägerige Person bei Nahrungsaufnahme aufrichten und in eine stabile Sitzposition bringen. Bei Person in leichten Rollstühlen kann es wichtig sein, dass die Fußstützen entfernt werden, damit die Füße festen Kontakt zum Boden haben. Dies stabilisiert die Sitzposition und erlaubt gegebenenfalls der Hilfsmuskulatur den Schluckakt zu unterstützen. (Für das Schlucken ist wichtig, dass Hüfte Halt über die Füße bekommt).

Wenn nein, weiter mit Prüfschritt 7.

8. Gibt es Anzeichen dafür, dass der erkrankte Mensch keinen Lebenswillen mehr hat?

Wenn ja, Haus- und/oder Facharzt zu Rate ziehen.
Hinweis:
Bei an Demenz erkrankten Menschen kann sich der Wille von einem Moment auf den anderen ändern, deshalb sollten Nahrung und Getränke immer wieder ohne Druck angeboten werden.

 

 

Was Sie noch wissen sollten:

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