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Zwei Sanitäter schieben einen älteren Herrn auf einer Krankenliege aus dem Rettungswagen in die Notaufnahme

Weglaufen, Hinlaufen, Verirren

Für alles, was an Demenz erkrankte Menschen tun, gibt es Gründe, wie bei gesunden Menschen - auch für den verstärkten Bewegungsdrang. Wir erkennen die Gründe nur nicht auf den ersten Blick.

Grundsätze

  • Ruhig bleiben.
  • Bewegungsdrang bedeutet nicht automatisch Weglaufen oder Flucht. Es wird, je nach Ursache, unterschieden in:                
    • Weglaufen oder Flucht, auch Bettflucht
    • Hinlaufen (zu einem gegebenenfalls imaginären Ziel)                                            
    • Spazierengehen und Verirren

  • Unterschiedliche Gründe/Ursachen führen zu unterschiedlichen Bewegungstendenzen.  
  • Wer die Gründe kennt, kann angemessen reagieren, kann helfen und freiheitseinschränkende Maßnahmen reduzieren.

Mögliche Ursachen für

Weglaufen und Flucht

  • Angst und Stress, zum Beispiel die Einweisung in ein Krankenhaus: insbesondere die ungewohnte, fremde Umgebung, die ungewohnten Geräusche und Abläufe.
  • Schmerzen
  • Fremde Menschen, deren Stimme oder Ähnlichkeiten können Erinnerungen an unangenehme Erlebnisse in früheren Jahren hervorrufen.

Hinlaufen

  • Die betroffene Person erlebt eine konkrete Situation in der Vergangenheit.
    Beispiele:
    Verabredung mit den Eltern; Kind muss aus der Tageseinrichtung abgeholt werden; der Wunsch zur Arbeit zu gehen.

Spazierengehen und Verirren

  • Wunsch nach Bewegung, frischer Luft, Neugier

Hinweis: Der erkrankte Mensch hatte diese Eigenschaften schon vor der Erkrankung stark ausgeprägt.

Mögliche Anzeichen

Erkrankte Person:

  • will aus dieser für sie unerträglichen Situation fliehen, will sich verstecken
  • wirkt ängstlich, verwirrt
  • zeigt verändertes Sozialverhalten bis hin zu Schreien
  • wiederholt Worte wie: „Aua, Aua“, oder „Tut weh“

Erkrankte Person:

  • hat klares Ziel,
  • hat es eilig, wirkt gehetzt
  • wiederholt ständig die gleiche Aussage, zum Beispiel: “Ich darf nicht zu spät kommen“
  • wähnt sich an einem anderen Ort oder in einer anderen Lebensphase

Erkrankte Person:

  • ist unangemessen gekleidet (Schlafanzug auf der Straße, Sommerbekleidung im Winter)
  • hat kein konkretes Ziel, oft ist der Weg das Ziel
  • ist örtlich und zeitlich desorientiert
  • hat suchenden Blick, schaut sich häufig um

Was Sie tun können

  • Prüfen, ob es erkennbare Ursache oder Erklärung für das Verhalten gibt. Dabei die Gesamtsituation, d. h. Art der Bewegung, Angemessenheit der Bekleidung, Mimik und Gestik beachten. Hilfreich: Kenntnis der individuellen Lebensgeschichte, Eigenheiten, Lieblingsorte.
  • Person ruhig und respektvoll ansprechen, dabei Blickkontakt herstellen.
  • Langsam sprechen, Zeit zum Antworten geben.
  • Versuchen, Vertrauen aufzubauen, abzulenken von der derzeitigen Situation. Hilfreich dabei sind folgende Tipps (PDF, 165 KB).

Handelt es sich bei der erkrankten Person um eine Ihnen fremde Person, die Sie zufällig treffen, sollten Sie – je nachdem wo sie die Person antreffen – folgende Personen oder Einrichtungen informieren und deren Eintreffen abwarten:

Ø  Sozialdienst oder Demenzbeauftragte im Krankenhaus
Ø  Pflegeleitung im Pflegeheim
Ø  Feuerwehr 112 oder Polizei 110

Aktivitäten im Vorfeld

  • Person auf anstehenden Krankenhausaufenthalt vorbereiten, sich selbst oder Betreuungsperson zur Seite stellen, Personal auf Demenzerkrankung hinweisen.
  • Bei sogenannten Spaziergängern kann auch das Anbringen eines GPS in der Kleidung, im Schuh, der Uhr oder anderswo helfen, die erkrankte Person schnell zu finden und die Situation zu entschärfen. (Bitte rechtlich absichern. Bei Einwilligungsfähigkeit kein Problem, ansonsten über rechtliche Betreuung zu regeln).
  • Für alle Fälle Foto und Besonderheiten für eine möglicherweise notwendige Suchaktion vorbereiten.
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