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Die linke Hand eines älteren Mannes liegt auf der Tastatur eines Klaviers

Schönes erleben

Menschen mit Demenz erinnern sich noch lange Zeit rege an ihre Kindheit und Jugend, die Sie als Angehörige am besten kennen. Nutzen Sie Ihr Wissen, um diese Erinnerungen zu wecken und gemeinsam Schönes zu erleben – beispielsweise beim Musikhören oder Ansehen alter Fotos, beim Kuchenbacken, durch den Duft des Lieblingsparfums oder indem Sie gemeinsam einen Ausflug machen.

Auch wenn sich Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz im Laufe der Zeit nicht mehr richtig orientieren können – in der Welt ihrer Erinnerungen finden sie sich oft noch lange zurecht. Als Angehörige kennen Sie die Lebensgeschichte Ihres demenzkranken Familienmitglieds am besten. Nutzen Sie dieses Wissen, um den Umgang miteinander positiv zu gestalten: Was hat Ihre Mutter früher besonders gern unternommen? Welche Musik und welches Essen mochte Ihr Großvater? Welche Fähigkeiten und Interessen zeichneten Ihre Tante aus? Womit hat sich Ihr Ehemann in seiner Freizeit am liebsten beschäftigt?

Ein Paar tanzt miteinander, zwei weitere Personen sind im Hintergrund des Tanzsaales zu sehen
Foto: Michael Uhlmann

Menschen mit Demenz freuen sich über Aktivitäten und Unternehmungen, die ihnen noch möglichst selbstständig gelingen. Nutzen Sie dabei die individuellen Fähigkeiten, die Ihre Mutter, Ihren Vater oder Partner bereits früher ausgezeichnet haben. Beim Kuchenbacken, bei der Gartenarbeit oder beim Walzertanzen blühen viele Erkrankte auf und sind eine Zeit lang wieder "ganz die Alten". Wenn Ihre Tante oder Ihr Onkel beispielsweise früher gern ausgegangen ist, können Sie gemeinsam das alte Lieblingscafé besuchen. Auch der Kontakt zu den Jüngsten kann wohltun: Solange Kinder noch klein sind, bauen sie ein völlig unverkrampftes Verhältnis zu Demenzkranken auf.

Musik hören und singen

Sie als Angehörige wissen am besten, welche Musik Ihre Mutter, Ihr Ehemann oder Großvater immer besonders gern mochte. Für den einen sind es Operettenmelodien aus der Zeit der Schellackplatten, für die andere sind es Kinder- und Wiegenlieder, wieder andere haben früher jeden Marsch mitgetrommelt. Beim Anhören oder Mitsingen der alten Musik können Sie gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Töne sprechen das Gefühlsgedächtnis der Betroffenen direkt an. Sie aktivieren oder beruhigen.

Gerüche wecken Erinnerungen

Viele Demenzkranke reagieren zudem empfindsam auf Gerüche, die sie aus ihren Jugendjahren kennen. Beispielsweise ist der Duft von frisch gebrühtem Bohnenkaffee für die Kriegs- und Nachkriegsgeneration bis heute etwas Besonderes. Auch auf damals beliebte Cremes und Parfums reagieren Demenzkranke oft positiv. Versuchen Sie herauszufinden, welcher Duft Ihrer Schwiegermutter gut in Erinnerung ist. Besprühen Sie etwa die Jacke oder ein Kissen mit dem Parfum und warten Sie die Reaktion ab. Männer der älteren Generation reagieren oft auf Gerüche, die sie mit ihrer Arbeit verbinden: Maschinenöl, Kohle, die Ausdünstungen einer Herde Kühe beim Ausflug aufs Land – solche Gerüche können Erstaunliches bewirken.

Zusammen Urlaub machen

Ein gemeinsamer Urlaub ist eine schöne Abwechslung vom Alltag und kann viel Freude bereiten. Er sollte jedoch besonders umsichtig geplant werden. Spezielle Angebote für Menschen mit Demenz erhalten Sie zum Beispiel bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Tasten und schmecken

Vergessen Sie auch die übrigen Sinne nicht. Lassen Sie Ihr demenzkrankes Familienmitglied bestimmte Stoffe und Leder ertasten. Geben Sie ihm Knöpfe in die Hand. Legen Sie seine Hand auf das weiche Fell Ihrer Katze oder Ihres Meerschweinchens. Lassen Sie den Vater den Kautabak schmecken, den er früher so geliebt hat. Kaufen Sie die Sorte Salmiakpastillen, die sich die Schwiegermutter gern aus der Apotheke geholt hat.

Fotoalbum anlegen

Weitere Mittel, Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz die Stationen ihres Lebens wieder ins Gedächtnis zu rufen, sind alte Filmplakate, die Lieblingsgemälde im Museum und vor allem Fotoalben. Sie sollten Fotos aller Erlebnisse und Personen enthalten, die für die Erkrankten von besonderer Bedeutung waren. Solche Erinnerungsalben sind ein wichtiges Mittel der sogenannten Biografie- oder Erinnerungsarbeit. Am Ende des Albums können Sie aktuelle Ereignisse festhalten, zum Beispiel den letzten gemeinsamen Urlaub oder Fotos der Enkelkinder. Beziehen Sie Ihr demenzkrankes Familienmitglied beim Gestalten des Fotoalbums so weit wie möglich ein. Besonders im frühen Demenzstadium können Sie es nutzen, um Gespräche über alte Zeiten anzuregen. Auch Pflege- und Betreuungskräfte erhalten mit einem Erinnerungsalbum Einblicke in das Leben der Betroffenen und können sie besser auf Vergangenes ansprechen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Viele Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz erinnern sich lange Zeit noch gut an ihre frühe Vergangenheit. Angehörige können diese Erinnerungen bei gemeinsamen Aktivitäten wecken.
  • Nutzen Sie die individuellen Fähigkeiten und Interessen Ihrer Mutter, Ihres Vaters oder Partners, um gemeinsam Schönes zu erleben – zum Beispiel beim Tanzen, Singen oder Backen.
  • Überlegen Sie, welche Musik Ihr Ehemann oder Ihre Mutter früher gern mochten. Das Hören der alten Lieblingslieder kann viele Erinnerungen wachrufen.
  • Legen Sie ein Fotoalbum an, das Ihre Großeltern, Eltern, Ihren Mann oder Ihre Frau an die wichtigen Ereignisse und Personen in ihrem Leben erinnert. Fotos spielen in der Biografiearbeit mit Demenzkranken eine besonders wichtige Rolle.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Schönes erleben finden Sie im Weblog unter dem StichwortSchöne Momente.

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