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Fünf Frauen sitzen im Rahmen einer Besprechung an einem Tisch

Weitere Leistungen – der Schwerbehindertenausweis

Wer an einer chronischen Krankheit leidet, die seinen Alltag in hohem Maße beeinträchtigt, hat oft Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis. Das gilt häufig auch für Menschen mit einer mittleren bis schweren Demenz. Sie profitieren insbesondere von den finanziellen Entlastungen, die ein Schwerbehindertenausweis bietet. Außerdem haben sie Sonderrechte beim Parken.

Die Rehabilitation

Dient dazu, den Gesundheitszustand mithilfe von Physio- und Ergotherapie und klinischer Psychologie zu erhalten oder verbessern. Die Rehabilitation kann ambulant oder stationär erfolgen.
Rehabilitation
und gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen ist im Sozialgesetzbuch IX geregelt. Demnach erhalten Inhaber eines Schwerbehindertenausweises beispielsweise Preisnachlässe oder sogar kostenlosen Transport in Bussen und Bahnen (SGB IX, § 145) gegen eine jährliche Gebühr. Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, dürfen sie auch eine Begleitperson unentgeltlich mitnehmen. Ob eine Ermäßigung oder Befreiung vom Rundfunkgebührenbeitrag möglich ist, können Sie zum Beispiel beim Südwestrundfunk erfahren.

Besserer Kündigungsschutz

Noch berufstätige Demenzkranke mit Schwerbehindertenausweis haben zudem erweiterte Arbeitnehmerrechte: Dazu gehören zusätzliche Urlaubstage sowie ein erweiterter Kündigungsschutz (SGB IX, § 85ff). Außerdem können Betroffene vorzeitig ein flexibles Altersruhegeld beantragen.

Bei Wohnungen gilt ebenfalls ein erhöhter Kündigungsschutz. Er kommt insbesondere dann zum Zuge, wenn ein Umzug bei den Betroffenen eine verstärkte Desorientierung auslösen würde. Wer seine Wohnung behindertengerecht umbauen möchte, kann in einigen Bundesländern finanzielle Unterstützung beantragen.

Schwerbehindertenaus- weis beantragen

Wer einen Schwerbehin-
dertenausweis beantragen möchte, muss sich in den meisten Bundesländern an die Versorgungsämter wenden. Lediglich in Nordrhein-Westfalen sind die Kreise und kreisfreien Städte zuständig.

Weniger Steuern

Ausweisinhaber und -inhaberinnen sparen Steuern. So können Demenzkranke je nach Schweregrad der Behinderung bei der Steuererklärung einen Pauschalbetrag zwischen 310 und 1.420 Euro für Ausgaben rund um Betreuung und Pflege geltend machen. Diesen Betrag sollten sie am besten zum Jahresanfang beim zuständigen Finanzamt in die Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Sind die anfallenden Kosten außergewöhnlich und unzumutbar hoch, gibt es auch Ermäßigungen über den Pauschalbetrag hinaus.

Auch eine Haushaltshilfe lässt sich mit bis zu 924 Euro jährlich als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Voraussetzung: Die angestellte Person ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei der Kfz-Steuer können stark gehbehinderte oder hilfsbedürftige Menschen ebenfalls sparen, wenn der Pkw auf den Inhaber des Ausweises zugelassen ist.

Antrag stellen

Demenzkranke, die einen Schwerbehindertenausweis beantragen möchten, wenden sich in den meisten Bundesländern an die Versorgungsämter. Lediglich in Nordrhein-Westfalen sind die Kreise und kreisfreien Städte zuständig. Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung sind beim Ausfüllen der Formulare gerne behilflich.

Folgende Unterlagen sind für den Antrag erforderlich:

  • Lichtbild
  • ärztliche Gutachten, die die vorliegende Behinderung möglichst konkret beschreiben
  • Kontaktdaten aller Ärzte und Ärztinnen, Krankenhäuser und Reha-Kliniken, die weitere Gutachten erstellen können

Die ärztlichen Gutachten teilen die Behinderung in Schweregrade von 20 bis 100 ein. Den meisten Demenzkranken im mittleren Stadium der Krankheit wird bereits ein Schweregrad von 100 zuerkannt. Je nach Art der Behinderung werden sogenannte Merkzeichen vergeben. Sie sind ausschlaggebend für die Gewährung verschiedener Vergünstigungen. Mehr Informationen dazu finden Sie im Downloadbereich.

Oft dauert es mehrere Monate, bis das Verfahren abgeschlossen ist. Ansprüche gelten aber schon vom Zeitpunkt der Antragstellung an und werden rückwirkend gewährt. Wer einen negativen Bescheid erhält, kann innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Es ist ratsam, sich hierbei von einer Beratungsstelle oder einem auf Sozialrecht spezialisierten Rechtsanwalt unterstützen zu lassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Demenzkranke können ab einem gewissen Schweregrad einen Schwerbehindertenausweis beantragen.
  • Formulare sind beim Versorgungsamt, bei den Kommunen und vielen Beratungsstellen für Behinderte erhältlich.
  • Der Schwerbehindertenausweis bietet zahlreiche Ermäßigungen im öffentlichen Leben sowie Steuererleichterungen.

Weitere Informationen

Wenn Sie unseren Expertinnen und Experten eine Frage zum Thema stellen wollen, können Sie dies in unserem Ratgeberforum Gesetzliche Leistungen tun.

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