Testament

Wer die Diagnose Demenz bekommt, denkt nicht unbedingt zuerst daran, seine rechtlichen Angelegenheiten zu regeln. Doch je früher Betroffene vorsorgen und auch ihren letzten Willen festhalten, umso besser. Denn ein Testament ist nur gültig, wenn der Verfasser oder die Verfasserin beim Ausstellen noch die Bedeutung und Tragweite seiner beziehungsweise ihrer Entscheidungen erfassen konnte, also testierfähig war.

Ein Testament ist nur rechtsgültig, wenn es unbeeinflusst von Dritten entstanden ist und der Verfasser oder die Verfasserin zum Zeitpunkt der Erstellung testierfähig war. Bei Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz ist diese Grenze schnell überschritten. Im frühen Stadium der Krankheit sind sich die meisten Betroffenen jedoch noch der Tragweite ihrer Entscheidungen im Hinblick auf ihre persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse bewusst. Das gilt auch für den Inhalt ihrer im Testament enthaltenen letztwilligen Verfügungen.

Zweifel ausräumen

Dennoch kann es passieren, dass erbberechtigte Personen das Testament wegen angeblich fehlender Geschäfts- oder Testierfähigkeit später anfechten. Deshalb ist es empfehlenswert, belegen zu können, dass der oder die Demenzkranke das Testament mit der entsprechenden Einsichtsfähigkeit und Willensentschließungsfreiheit erstellt hat. Eine notarielle Beurkundung mit einem beigefügten ärztlichen Attest schafft hier Sicherheit.

Die handschriftliche Variante

Die einfachste Art, seinen letzten Willen festzulegen, ist das eigenhändige Testament. Hier gibt es nur wenige Formvorschriften zu beachten: Es muss handschriftlich verfasst und mit Vor- und Zunamen unterzeichnet sein. Schreibmaschine oder Computer sind nicht zulässig. Damit es gültig ist, muss das eigenhändige Testament auch Angaben über Ort und Zeitpunkt der Niederschrift enthalten. Übrigens kann ein Testament jederzeit und beliebig oft geändert, widerrufen oder ergänzt werden. Änderungen sollten allerdings immer mit Datum und Unterschrift versehen sein. Nur so lässt sich ihre Echtheit überprüfen und bei mehreren Testamenten feststellen, welches das aktuellste ist.

Für die Aufbewahrung eines Testaments gibt es keine besonderen Vorschriften. Egal ob beim Anwalt, Notar oder auch beim Nachlassgericht – wichtig ist nur, dass es im Todesfall leicht auffindbar ist.

Anfechtbarkeit vorbeugen

Ist zu befürchten, dass das Testament wegen fraglicher Testierfähigkeit angefochten wird, hilft nur ein zum Vertragszeitpunkt erstelltes ärztliches Attest. Dieses sollte genau über den Krankheitszustand Auskunft geben. Hat der Notar Zweifel an der Testierfähigkeit, darf er das Testament gar nicht erst beurkunden.

Das öffentliche Testament

Der letzte Wille kann auch vor einem Notar oder einer Notarin als sogenanntes öffentliches Testament erklärt werden. Die Niederschrift fertigt in diesem Fall der Notar, der gleichzeitig über Form und Inhalt der Testamentsurkunde berät. Diese Variante hat den Vorteil, dass sie rechtlich einwandfrei formuliert ist. Der Notar prüft den Willen des Erblassers, klärt den Sachverhalt, belehrt den Erblasser über die rechtliche Tragweite seines Testaments und gibt dessen Erklärungen klar und unzweideutig wieder. Somit gibt es keine späteren Zweifel an der Echtheit eines öffentlichen Testaments. Hinterlegt wird das versiegelte Dokument im Amtsgericht. Das öffentliche Testament kostet allerdings im Gegensatz zum eigenhändigen Testament Geld. Und falls später Änderungen gewünscht sind, fallen erneut Gebühren an.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein notarielles Testament ist kein Muss
  • Grundsätzlich kann man auch mit einem handschriftlich verfassten Testament seinen Nachlass regeln
  • Bestehen bei Demenzkranken Zweifel über die Testierfähigkeit und damit über die Gültigkeit des Testaments, hilft nur ein ärztliches Attest

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