Tipps für den Berufsalltag
Wer mit demenzkranken Menschen arbeitet, braucht Geduld und Fingerspitzengefühl. Das gilt für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Therapeutinnen und Therapeuten gleichermaßen. Wenn der Stress überhandnimmt und die professionelle Distanz verloren geht, kann es zu Depressionen oder einem Burn-out-Syndrom kommen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dies zu verhindern.
Nach der Diagnose Demenz stehen Betroffene und Angehörige meist unter Schock. Für Fachkräfte gilt es, auf alle Fragen einfühlsam einzugehen und gemeinsam die weitere Behandlung und Versorgung zu planen. Wer soll pflegen? Wer bezahlt dafür? Wie schnell schreitet die Krankheit voran? Was ist alles zu organisieren? Bei den Kranken und ihren Familien türmen sich Fragen über Fragen auf – und nicht in allen Belangen sind sie bei Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie Therapeutinnen und Therapeuten überhaupt an der richtigen Adresse. Fachkräfte sollten so viel Rat und Hilfe anbieten, wie sie können, und für alles Weitere an die richtigen Ansprechpartner verweisen, beispielsweise an Pflegestützpunkte, Beratungsstellen von Wohlfahrtsverbänden oder an die regionalen Alzheimer Gesellschaften und Selbsthilfegruppen.
Entspannung in der Freizeit
Wer sich um demenzkranke Menschen kümmert, der sollte in seiner Freizeit für genügend Ausgleich sorgen. Ob Musik, Segeln oder Fahrradfahren, lassen Sie die Dinge, die Ihnen Spaß machen, nicht zu kurz kommen. Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen lösen Anspannung und machen gute Laune. Mit regelmäßigen Atemübungen, autogenem Training, progressiver Muskelentspannung, Yoga oder Meditation können Sie sich täglich erholen. Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte und unternehmen Sie regelmäßig etwas mit der Familie und Freunden. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und genügend Schlaf. So tanken Sie Kraft.
Supervision und Balintgruppen
Viel Arbeit und zu wenig Zeit, Kolleginnen und Kollegen, die genauso überlastet sind – mitunter kommt es im Krankenhaus oder Pflegeheim zu dauerhaften Konflikten. Professioneller Rat kann weiterhelfen. In Supervisionsgruppen lernt das Team, wie Konflikte entstehen und in Zukunft vermieden werden können. Über Angebote der Supervision informiert Sie zum Beispiel Ihre Kassenärztliche Vereinigung.
In Balintgruppen sprechen Fachkräfte über Problempatientinnen und -patienten. Gefühle wie Abneigung, Ärger, Desinteresse, verstärktes Interesse, Mitleid oder Hilflosigkeit gegenüber einem Menschen werden bewusst gemacht, um den Kontakt zu ihm zu professionalisieren. Bei der Deutschen Balint-Gesellschaft erhalten Sie eine Liste der Balintgruppen in Ihrer Nähe. Fragen Sie auch Ihren Arbeitgeber nach weiteren Möglichkeiten der professionellen Begleitung.
Fürsorge kann Pflicht sein
Demenzkranke setzen sich und andere einem erhöhten Risiko aus, wenn sie selbst ein Auto steuern. Ärztinnen und Ärzte sind gesetzlich verpflichtet, ihre Patientinnen und Patienten darauf hinzuweisen.
Psychotherapie
Wenn Sie sich ständig müde und niedergeschlagen fühlen, unter anhaltenden Schlafstörungen und Appetitmangel leiden, dann können Sie im Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin herausfinden, was Ihnen die Kraft raubt. Die ständige Überlastung kann sich in einer Depression manifestieren. Lassen Sie dies abklären. Professionelle Hilfe anzunehmen, ist eine Stärke, keine Schwäche.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die angemessene Versorgung von Demenzkranken und ihren Angehörigen kann für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten anstrengend sein
- Um Erschöpfung und Depressionen zu vermeiden, sind entspannende Aktivitäten in der Freizeit wichtig
- Bei anhaltenden Problemen auch im Team oder mit Patienten können Psychotherapeuten in Einzeltherapie, Supervision oder Balintgruppen helfen
Internet-Links
Hilfe für Helfende
Die Balint-Gruppenarbeit fördert die Beziehung zwischen helfenden Berufen und Patientinnen und Patienten.
Adressdatenbank
Herzlich Willkommen beim Wegweiser Demenz
Grußwort von Bundesfamilienministerin
Kristina Schröder
weiter
Alzheimer-Telefon
0 18 03 - 17 10 17
0,09 € / Minute
030 - 259 379 514
nach Tarif
Ein Service der Deutschen Alzheimer Gesellschaft