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DAS WEBLOG

GPS

B., Angela am 26.11.2013, 18:55 | 1 Kommentar

Von vielen Menschen für gut befunden und von anderen Menschen verpönt. GPS (Global Positioning System) – mit einem solchen Gerät ist die Ortung von Menschen möglich - auch von Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Was aber, wenn der an Demenz erkrankte Mensch nicht mehr darüber entscheiden kann, ob er mit einem GPS-Gerät verbunden werden will? Immer wieder liest man, dass Menschen vermisst werden und sie selbstständig nicht mehr zurück finden würden. Die Erleichterung kommt, wenn dann nur von Dehydrierung und Unterkühlung berichtet wird.

GPS

Wie den meisten Angehörigen von an Demenz erkrankten Menschen hat auch mich die Erkenntnis, dass meine Mutter nicht nur altersbedingt etwas vergesslich ist, sondern Alzheimer hat, wie ein Faustschlag getroffen.

In den letzten Jahren hat man ja immer wieder von der Krankheit gehört. Sie war aber weit weg. Ich dachte nicht im Traum daran, dass meine Mutter oder eventuell ich selbst einmal daran erkranken könnte. Sie war immer selbständig, körperlich fit und immer für die anderen da. Alle 2 Wochen haben wir mal telefoniert, es schien alles o. k. Als ich Sie aber zum Geburtstag nach etwa 6 Monaten in ihrer Wohnung besuchte, traute ich meinen Augen nicht. Die Wohnung ein Chaos, die meisten kennen das, dutzendweise die gleichen Lebensmittel, nicht ausgepackte Einkäufe, nicht weggeräumte Kleidungsstücke und und und. Von den Nachbarn hörte ich dann auch, dass sie in der letzten Zeit gemerkt hätten, dass ihr Gedächtnis nachgelassen habe und sie in Gesprächen nach nur kurzer Zeit immer wieder die gleichen Fragen stellte obwohl mehrfach geantwortet worden war.
Ich nahm meine Mutter in den Arm und wollte sie nicht mehr loslassen. In meinem Kopf schwirrte es nur so. Ich machte mir Vorwürfe, dass ich sie nicht schon eher besucht und sie alleine gelassen hatte. Ich hatte nur noch einen Gedanken, meine Mutter braucht Hilfe.
Nachdem die Diagnose klar ist, geht es darum zu organisieren, dass meine Mutter mit Unterstützung der Nachbarn und einer Hilfe im Haushalt so lange es geht, in ihrer Wohnung leben kann, denn Sie will nicht zu mir in die Stadt.
Ich habe deshalb viel im Internet recherchiert, auch hier im Portal, um zu prüfen welche technischen Hilfemittel, wie z. B. Herdsicherung, Sensoren u. ä. zu ihrem Schutz möglich sind.
Nun habe ich gehört, dass beim Fortschreiten der Krankheit u. U. damit zu rechnen ist, dass meine Mutter orientierungslos wird und den Weg nach Hause nicht mehr findet. Ich möchte, dass Sie immer eine Uhr oder ein Telefon bei sich hat, das mit GPS ausgestattet ist, so dass ich ihren Aufenthaltsort immer weiß. Ich habe das mit meinen Töchtern diskutiert, die mir sagten, dass der Einsatz rechtlich umstritten sei, da dies eine Überwachung darstelle und strafbar sei.
Kann mir da jemand weiterhelfen und mir die Rechtslage erklären? Es kann doch nicht sein, dass ich mich strafbar mache, wenn ich Technik einsetze, um meine Mutter vor möglichen Gefahren zu schützen.
Auch würde ich gerne wissen wie andere Angehörige dazu stehen.

Informationen zur Autorin

B., Angela wurde 1961 geboren, sie arbeitet als Verkäuferin ist alleinlebend und hat zwei erwachsene Töchter. Sie lebt in Sangershausen und pflegt schon seit zwei Jahren ihre an Demenz erkrankte Mutter (77).

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1 Kommentar

Heike April Weller am 09.02.2014, 19:05 GPS ist leider zu ungenau. Aber solche Sicherheitskontrollsysteme zum Guten zu nutzen ist besser als schnell richterlich genehmigte (Geschlossene) beschützte Einrichtungen und gut gemeinte Fixierungen die zu Strangulationen führen können. Es ist ein weiter Weg zu den \"Demenzfreundlichen Kommunen\". Alleine der Titel macht einigen Bürgermeistern Angst.
Aber Barrierefreiheit in Städten und Dörfern, Wohnungsbau und Einzelhandel wäre ein zusätzlicher Schritt zur Sicherheit.
Sozialer Wohnungsbau mit Hausgemeinschaften von mehreren Generationen und Siedlungen wie vor hundert Jahren mit einer gemischten Wohnstruktur. Heute will da jeder einziehen und keiner weg. In der ganzen technischen Wüste vermissen wir was uns der Fortschritt versprochen hat. Alltagserleichterungen um in Ruhe und Frieden gesund alt werden zu können. Von reich werden war da nie die Rede.Wohlstand für alle. Ich brauche keine elektrochips am Körper um die Heizung an oder aus zuschalten. Ich brauche ein schimmelfreies Haus was mir genug Luft zum atmen läßt.
Ich brauche keine ständig modernen Neuheiten, wenn ich genug Platz habe Möbel zu restaurieren und Kleidung neu zu nähen oder zu ändern. Ich brauche keine Südfrüchte, wenn ich im Garten Beeren und Obst ernten und einkochen kann, denn dann benötige ich einen Abstellraum, aber keine 40qm Wohnung. Lebensqualität ist für die meisten Menschen anders als der Konsum ihnen suggerieren will. Nachfrage wird nicht befriedigt, sie wird manipuliert. Induktionsherde bieten Sicherheit im Alter, aber ich brauche auch die Mittel sie zu kaufen. Wozu der Fortschritt der Menschheit wenn er zu Plastikinsel im Ozean und Nanoteilchen in Eisbärenorganen führt? Da waren ja Indianerkulturen fortschrittlicher, die produzierten nur für den Bedarf und nicht für Verschleiss. Menschen mit Demenz zeigen den Jungen was sie in ihrer Jugend alles gemacht haben. Das war mehr als die heutige Jugend jemals leisten kann.

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