Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

DAS WEBLOG

Schmerzerkennung bei Menschen mit Demenz

Dr. Klaus Maria Perrar am 04.03.2014, 11:25 | 0 Kommentare

Die meisten Menschen können uns sagen, dass und wo sie Schmerzen haben. Bei an Demenz erkrankten Menschen aber ist es anders. Sie drücken sich durch Mimik, Körpersprache oder Verhaltensweisen  aus. Hier sind genaue Beobachtung und Einfühlungsvermögen wichtig, damit Hilfe möglich wird.

Schmerzerkennung bei Menschen mit Demenz

Wir wissen, dass Menschen mit zunehmendem Alter häufig unter Schmerzen leiden. Alte Menschen sprechen jedoch ungern über ihre Schmerzen, weil sie anderen nicht zur Last fallen wollen oder weil sie glauben, dass Schmerzen zum Alter dazugehören. Schmerzen im Alter werden daher oft nicht erkannt und damit auch nicht behandelt. Bei Menschen mit Demenz kommt erschwerend hinzu, dass sie allmählich die Fähigkeit verlieren, sprachlich über ihr Empfinden Auskunft zu geben. Für die Erfassung von Schmerzen ist es jedoch üblich, den betroffenen Menschen zu befragen, weil nur er zuverlässig über dieses subjektive Empfinden berichten kann. Der Lehrsatz der Schmerztherapeuten lautet auch folgerichtig: Schmerz ist das, was der Patient sagt, und immer da, wenn er ihn angibt.
Auch Menschen mit Demenz können Schmerzen empfinden. Sie können sie aber schlecht einordnen oder mitteilen. Bei schwerer Demenz sind bei den Betroffenen im Falle von Schmerzen eher Verhaltenänderungen zu beobachten, als dass sie dies in Worte fassen können. Da wird die pflegerische Unterstützung abgewiesen, das Essen auf einmal „verweigert“ oder die Stimmung ist gereizt. Dann kann es auch zu permanentem Rufen oder gar aggressiven Impulsdurchbrüchen kommen. Weil diese Veränderungen dann eher psychischer Natur zu sein scheinen, wird häufig nicht an das Vorliegen von Schmerzen gedacht. Und es kann durchaus sein, dass der betroffene Mensch mit Demenz auf Befragen Schmerzen verneint, obwohl er sie hat.
Um dennoch Schmerzen bei diesem Personenkreis beurteilen zu können, wurden Fremdbeobachtungsinstrumente entwickelt. Mit diesen können  Verhaltensänderungen dahingehend geprüft werden, ob sie für das Vorliegen eines Schmerzerlebens sprechen. Beispiele für diese Instrumente sind:
•    BEurteilung von Schmerzen bei Demenz (BESD)
•    BeobachtungsInstrument für das Schmerzassessment bei Alten Menschen mit Demenz (BISAD)
Beide Bögen können auf der Homepage der Deutschen Schmerzgesellschaft kostenfrei heruntergeladen werden: Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.

Der Einsatz dieser Bögen ist eine gute Voraussetzung für eine adäquate Schmerztherapie, auf die auch ein Mensch mit Demenz ein Anrecht hat.

Foto des Weblogautors Dr. Klaus Maria Perrar
Foto: Dr. Klaus Maria Perrar

Dr. med. Klaus Maria Perrar ist Facharzt für Psychiatrie , Psychotherapie, Palliativmedizin und Suchtmedizin
Er ist Lehrbeauftragter der Deutschen Akademie für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie sowie Lehrbeauftragter im Masterstudiengang Demenz Universität Witten Herdecke, Personaloberarzt des Zentrums für Palliativmedizin und 1. Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Kreis Düren e. V.

Dr. med. Klaus Maria Perrar arbeitet an der
Uniklinik Köln
Kerpener Straße 62
50937 Köln
E-Mail

Weiterer Beitrag von Dr. med. Klaus Maria Perrar

Vorausschauende Planung der Versorgung am Lebensende

Internet Links

Webseite: http://palliativzentrum.uk-koeln.de/

Grafik BriefumschlagGrafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker

Diesen Artikel kommentieren

Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet und müssen ausgefüllt werden.