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Vorausschauende Planung der Versorgung am Lebensende

Dr. Klaus Maria Perrar am 08.05.2015, 11:08 | 0 Kommentare

Demenz kann uns alle treffen. Erhalten Sie die Diagnose Demenz, sollten Sie frühzeitig entscheiden, welche medizinischen und pflegerischen Behandlungen, auch am Lebensende, Sie wünschen. Dabei sind Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung sowie ein Palliativkrisenbogen von großem Vorteil für Demenzkranke wie für Angehörige. Dr. Klaus Maria Perrar zeigt Ihnen in seinem Weblogbeitrag auf, was Sie berücksichtigen sollten.

Vorausschauende Planung der Versorgung am Lebensende

Mit Fortschreiten der Krankheit sind Menschen mit Demenz zur Entscheidungsfindung immer häufiger auf stellvertretende Personen angewiesen. Medizinische Eingriffe oder Therapieplanungen können wegen der schwindenden Einsichtsfähigkeit mit dem Betroffenen selbst kaum noch verbindlich besprochen werden. Die Fähigkeit, Zustände wie Schmerzen, Angst, qualvolle Unruhe, Übelkeit, Atemnot, Obstipation, wahnhaftes Erleben oder Halluzinationen verbal zu äußern, geht allmählich verloren. Menschen mit Demenz sind deshalb – wie andere, verbal nicht äußerungsfähige Menschen – auf eine besondere Sensibilität in der Beobachtung und Interpretation ihrer Verhaltensweisen angewiesen.

Die Begleitung von Menschen mit Demenz erstreckt sich in aller Regel über Jahre. Die enge Fürsorge, der immer wieder neu zu gestaltende Lebensalltag sowie das häufige Auf und Ab im Krankheitsverlauf lassen oft vergessen, dass ja auch ein Leben mit Demenz einmal zu Ende gehen wird. Die zunehmende Bereitschaft, über das Lebensende oder gar über das Sterben offen zu sprechen und eine palliative Perspektive auf die Demenz einzunehmen, kann helfen, sich schon weit vor Beginn der letzten Lebensphase damit auseinanderzusetzen, was denn bei ihrem Eintreten geschehen soll. Folgerichtig rückt eine vorausschauende Planung der Versorgung – englisch: advance care planning (ACP) – immer mehr in den Fokus. Das ACP stellt einen Prozess dar, bestehend aus Besprechung und Dokumentation von Patientenvorstellungen, Patientenpräferenzen und Patientenwünschen für die eigene Pflege und Behandlung in der Zukunft für den Fall, dass die Person selber nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen oder /sich zu äußern. Vorausverfügte Willensäußerungen zum Beispiel in einer Patientenverfügung können bei diesem Prozess hilfreich sein.

Bei fortgeschrittener Erkrankung kann es für Krisensituationen angeraten sein, wichtige Informationen über den Patienten vorzuhalten. Wenn dann ein Arzt nach Hause oder ins Seniorenheim kommt, kann er sich rasch über die aktuelle Situation und die Vorstellungen des Patienten einen Überblick verschaffen. Dies kann zum Beispiel in Form eines Palliativkrisenbogens geschehen, der die Wünsche bezüglich Krankenhauseinweisung, Wiederbelebung, intensivmedizinischen Maßnahmen, Antibiotikagabe usw. in schnell verfügbarer Form dokumentiert.

Foto des Weblogautors Dr. Klaus Maria Perrar
Foto: Dr. Klaus Maria Perrar

Dr. med. Klaus Maria Perrar ist Facharzt für Psychiatrie , Psychotherapie, Palliativmedizin und Suchtmedizin
Er ist Lehrbeauftragter der Deutschen Akademie für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie sowie Lehrbeauftragter im Masterstudiengang Demenz Universität Witten Herdecke, Personaloberarzt des Zentrums für Palliativmedizin und 1. Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Kreis Düren e. V.

Dr. med. Klaus Maria Perrar arbeitet an der
Uniklinik Köln
Kerpener Straße 62
50937 Köln
E-Mail

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Schmerzerkennung bei Menschen mit Demenz

Internet Links

Webseite: http://palliativzentrum.uk-koeln.de/

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