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Demenzpatienten im Krankenhaus – die Krise meistern

Jochen Gust am 10.04.2014, 10:18 | 3 Kommentare

Nicht selten leiden an Demenz erkrankte Menschen im Krankenhaus zusätzlich unter Delir. Jochen Gust zeigt Möglichkeiten auf wie bereits im Sankt Elisabeth Krankenhaus damit umgegangen wird.

Demenzpatienten im Krankenhaus – die Krise meistern

Menschen mit fortgeschrittener Demenz verkraften Veränderungen meist sehr schlecht. In einer immer fremder werdenden Welt werden feste Bezugspersonen, konstante räumliche Begebenheiten und strukturierte Tagesabläufe immer wichtiger.

Plötzliche Veränderungen der gewohnten Lebensumstände stellen für Menschen mit Demenz daher ein besonderes Risiko dar, ein Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
zu erleiden. Übersetzt heißt Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
etwa so viel wie „vom Weg abkommen“ oder „aus der Spur geraten“. Wird ein Krankenhausaufenthalt notwendig, bringen der Ortswechsel, unvertraute Personen, eine chaotisch wirkende Geräuschkulisse und veränderte Abläufe sowie das Fehlen vertrauter Gegenstände schnell alles durcheinander – im Ergebnis ein sehr stressiges Ereignis.
Das Verhalten des dementen Menschen kann sich in Folge eines Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
auffällig stark verändern. Studien haben nachgewiesen, dass Menschen mit Demenz im Krankenhaus ein höheres Risiko haben:

-    nicht mehr nach Hause zurückkehren zu können, sondern ins Pflegeheim verlegt zu werden.
-    zu versterben.
-    bleibende Verschlechterungen der kognitiven Fähigkeiten zu erleiden.
-    Verschlechterungen in den Alltagsfunktionen zu erleiden oder zumindest das Ziel des Krankenhausaufenthaltes (Rehabilitation

Dient dazu, den Gesundheitszustand mithilfe von Physio- und Ergotherapie und klinischer Psychologie zu erhalten oder verbessern. Die Rehabilitation kann ambulant oder stationär erfolgen.
Rehabilitation
) nicht zu erreichen.
-    Eine noskomiale Infektion zu erleiden (sog. „Krankenhausinfektion“).

Zudem ist die Aufenthaltsdauer dementer Patienten im Krankenhaus häufig länger – und damit auch teurer als jene anderer Patientengruppen.
Die akute Verwirrtheit, auch Durchgangssyndrom genannt, kann grob in hypoaktives Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
und hyperaktives Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
unterschieden werden. Ein Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
stellt immer einen Notfall dar. Zunächst muss dann versucht werden, der Ursache hierfür auf den Grund zu gehen. Mediziner sind gefordert, eine Reihe von möglichen Ursachen auszuschließen – dies kann von einer Einblutung ins Gehirn bis hin zu einer Infektion oder auch aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung eingenommener Medikamente (sog. „Polymedikation“), einer Elektrolyteentgleisung oder Austrocknung und vielen anderen Ursachen mehr, sehr schwierig zu diagnostizieren sein. Ein Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
muss auf seine Ursache hin dann entsprechend behandelt werden.

Begleitend gilt es im Krankenhaus jedoch, umgehend wirksame Maßnahmen zur Patientensicherheit und Stabilisierung zu ergreifen. Das bedeutet, für Patienten mit Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
und Demenz insbesondere Stress zu reduzieren und Angst zu nehmen. Da dies eine intensive Begleitung dementer Patienten erfordert ist man vielerorts im Krankenhaus für diese Aufgabe nicht gerüstet: manchmal fehlt es an Wissen, meist aber auf jeden Fall an Mitarbeitern.

Das Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin ist eine geriatrische Fachklinik im Herzen der Holsteinischen Schweiz. Seit 2012 existiert dort bereits eine Schwerpunktstation für Menschen mit Demenz mit 12 Plätzen. Hier wird durch tagesstrukturierende Angebote, eine besondere räumliche Gestaltung und geschulte Mitarbeiter viel dafür getan, dass Patienten mit Demenz sich so wohl fühlen können, wie alle anderen Patienten auch. Dennoch, tritt ein Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
ein, reicht auch diese Struktur in der Regel nicht mehr aus. Die akute Verwirrtheit (hyperaktives Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
) führt bei diesen Patienten u. a. zu Bewusstseinsstörungen, starker Unruhe und Apathie

Apathie bezeichnet in der Medizin die Teilnahmslosigkeit, mangelnde Erreichbarkeit und Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen.
Apathie
im Wechsel, stärkerer Desorientierung (als sonst im Rahmen der bestehenden Demenz), allgemein inadäquatem Verhalten, vermehrten Unruhezuständen, Störungen im Schlaf- Wachrhythmus u. a. auffälligen Verhaltensweisen. Das bemerken natürlich auch die Angehörigen, die über die Zustandsveränderung regelrecht erschrocken sein können. Ins Krankenhaus geht schließlich jemand, weil er sich davon Besserung verspricht.
Ein dementer Patient mit Delir

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Delir
kann unmöglich an Therapien teilnehmen, an physiotherapeutischen oder ergotherapeutischen Maßnahmen zum Beispiel. Außerdem nimmt die akute Verwirrtheit natürlich keine Rücksicht auf das vorhanden Wissen zum Thema Demenz im Krankenhaus, noch auf die Abläufe oder personelle Ausstattung. Manchmal kommt es auch deshalb in der Folge zu Fixierungen, mechanischer oder medikamentöser Art im Krankenhaus, die wiederum negative Folgen für den Patienten nach sich ziehen und in einer regelrechte „Abwärtsspirale“ führen können.

Seit April 2014 besteht daher im Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin eine Rufbereitschaft, die im Fall eines akut verwirrten Patienten mit Demenz eine 1:1-Betreuung so lange sicherstellt, bis der Patient sich beruhigt hat und in die normale Tagesstruktur der Schwerpunktstation für Menschen mit Demenz reintegriert werden kann. Hausärzte und Akutkrankenhäuser können daher auch nachts um 02:00 Uhr delirante Menschen mit Demenz in die Klinik schicken, wenn sie selbst keine Möglichkeit der intensiven Betreuung haben.
Jochen Gust
Fachdienst Geriatrie
Leiter der Anti-Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
-Einheit im Sankt Elisabeth Krankenhaus

Foto des Weblogautors Jochen Gust
Foto: Jochen Gust

Jochen Gust arbeitet für das Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin im Fachdienst Geriatrie. Er ist Autor mehrerer Ratgeberbücher, darunter auch "Phänomen Hinlauftendenz – wenn alte Menschen weglaufen". Ehrenamtlich unterstützt Jochen Gust als Berater die Berliner Alzheimer Angehörigen-Initiative e. V. und ist Mitinitiator des Eutiner Demenz Forums. Der gebürtige Baden-Württemberger lebt in Eutin und schult in verschiedenen Einrichtungen professionelle Pflegekräfte und pflegende Angehörige.

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3 Kommentare

Tochter am 14.10.2014, 00:35 Meine Mutter mit schwerer Hirnschädidung nach Hirninfarkt und Aphasie als Grunderkrankung bekam im Krankenhaus ein Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
und wurde in diesem Zustand einfach wieder entlassen. Es war fuer mich als pflegende Tochter die Hölle. Meine Mutter litt an sehr starker Unruhe und Agitiertheit. Ich stand völlig alleine da und wusste nicht mehr ein und aus. Letztendlich musste ich sie in die Psychiatrie bringen.

Jochen Gust am 22.10.2014, 20:10 Liebe \"Tochter\",

damit sind Sie - leider - beileibe kein Einzelfall. Es fehlt vielerorts in Krankenhäusern eine geeignete Struktur für diese Situationen und besonderen Patienten. Verschärfend kommt hinzu, dass es auch ambulant - für die eigene Häuslichkeit - kaum Strukturen gibt, welche die Problematik gut abfangen. Da ist noch viel Potential aber auch zwingende Notwendigkeit für Verbesserungen.

Vielen Dank für Ihren Kommentar.

Jens Engelmann am 06.08.2015, 17:52 Mir ist es unverständlich, warum (bei aller Personalnot) die Angehörigen nicht im Vorfeld aufgeklärt und gebeten werden, beim Patienten zu sein wenn er aufwacht. Und zu bleiben. Das Delir

Vorübergehende Störungen des Bewusstseins und der Orientierung, die verschiedene Ursachen haben können, z. B. Flüssigkeitsmangel, Medikamentenunverträglichkeit, Entzündungen, Tumore, Blutungen oder Unterzuckerung.
Delir
-Risiko würde lt. einer Studie um 75 % (!) gesenkt.

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