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DAS WEBLOG

An Demenz erkrankten Menschen ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen! Teil 1

Tanja Kallweit am 24.10.2016, 13:05 | 0 Kommentare

Dass an Demenz erkrankte Menschen ihre Umwelt anders wahrnehmen, sich oftmals nicht mehr richtig zurechtfinden, ist bekannt. Schon kleine Hilfen können ihnen das Leben in den vier Wänden erleichtern. Tanja Kallweit weiß Rat und schreibt in ihrem Weblogbeitrag wie mit kleinen Änderungen eine große Wirkung erzeugt werden kann.

An Demenz erkrankten Menschen ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen! Teil 1

Liebe Leser/innen,
heute möchte ich Ihnen meine neue Blog-Reihe
"So ermöglichen Sie Ihrem/Ihrer an Demenz erkrankten Angehörigen ein Leben in den eigenen vier Wänden"
vorstellen.

In den nächsten Wochen erhalten Sie von mir jeweils einen neuen Fachbrief mit Tipps passend zu diesen Themen:
Teil 1 - Schaffen Sie eine gemütliche Atmosphäre!
Teil 2 - Sicherheit geht vor!
Teil 3 - Diese Hilfsmittel

Gegenstände, die für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich sind, einer Behinderung vorbeugen oder sie ausgleichen, aber keine alltäglichen Gegenstände sind. Dazu gehören Seh- und Hörhilfen sowie Rollstühle.
Hilfsmittel
nützen wirklich
Teil 4 - Kleine Wohnraumanpassung - große Wirkung
Teil 5 - In guten Händen


Viele Menschen mit Demenz äußern den Wunsch, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können. Die bekannten Zimmer der Wohnung, die teilweise Jahrzehnte währende Bekanntschaft oder Freundschaft mit Nachbarn, das vertraute Umfeld und das Gefühl, noch eigenständig agieren zu können, sind sicherlich die wichtigsten Punkte für diesen nachvollziehbaren Wunsch.
Wie können Sie dazu beitragen, dass sich Ihr/e Angehörige/r weiterhin im vertrauten Umfeld wohlfühlen kann?

Hier geht es zu Teil 1 meiner neuen Blog-Reihe:

"Teil 1 - Schaffen Sie eine gemütliche Atmosphäre!"

1_Für jeden Gemütszustand die passende Farbe

Die Farblehre ist schon seit vielen Jahren ein beliebtes Thema, wenn es um die Einrichtung der eigenen Wohnung geht. Farben haben einen großen Einfluss auf uns und unsere Gefühls- bzw. Gemütswelt. Was empfinden Sie, wenn Sie an eine gelbe Sonnenblume, eine grüne Wiese oder eine rote Erdbeere denken? Fühlen Sie sich glücklich - ausgeglichen - voller Energie, wenn Sie morgens aufwachen und der Himmel ist mit dunklen Regenwolken verhangen und alles ist grau in grau? Und wie sieht es aus, wenn Sie aufwachen und der Himmel ist hellblau, die Sonne wirft Ihre Strahlen ins Zimmer?
Ich möchte wetten, dass 99 Prozent die gleichen Empfindungen dabei verspüren! Ja, Farben haben tatsächlich einen großen Einfluss auf uns. Welche Assoziationen wir mit Farben verbinden, ist oft abhängig von eigenen Kindheitserfahrungen, der Kultur und unseren Instinkten. Unsere Handlungen, das eigene Verhalten, all unsere alltäglichen Dinge haben häufig eine farbliche Verknüpfung. Einen Großteil unserer vom Gehirn verarbeiteten Sinneseindrücke entstehen durch unseren Sehsinn. Da dies im Allgemeinen der ausgeprägteste Sinn ist, ist es leicht nachvollziehbar, warum Farben einen so großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unseren Gemütszustand haben.

Für das Wohlbefinden und den Gemütszustand eines Menschen mit Demenz bedeutet dies, Sie können mit geeigneten Farben und Elementen die Orientierungsfähigkeit und seine emotionale Stimmung positiv beeinflussen. Häufig verlieren Betroffene mit Schwinden Ihrer persönlichen Erinnerungen auch ihre Eigeninitiative. Andere Symptome können u. a. eine starke innere Unruhe, die Isolation vom sozialen Umfeld oder Appetitlosigkeit sein. Eine Mischung der verschiedenen Farben im richtigen Kontext und Verhältnis wirkt harmonisch und beruhigend auf Ihren Angehörigen. So können Sie dazu beitragen, verloren gegangene Fähigkeiten durch Stimulation wieder zu aktivieren und dem Betroffenen helfen, die oben genannten Symptome zu verringern.

Folgende Bedeutungen können Ihnen bei der Farbauswahl nützlich sein:
Grün steht für Harmonie und Stimulation
Gelb wirkt Stimmungsaufhellend
Blau wirkt beruhigend und schlaffördernd
Orange stärkt das soziale Miteinander
Violett wirkt angstlösend
Rot ist antriebsfördernd

2_Verwenden Sie für größere Flächen hellere Töne
Ansonsten werden die Räume optisch verkleinert. Je nach Farbwahl können zu dunkle oder grelle Farben Verwirrtheit oder Ängste auslösen. Dunklere Töne eignen sich gut für kleinere Accessoires. Vermeiden Sie "Rot" auf großen Flächen, da dies agressionsfördernd sein kann.

3_Vermeiden Sie Muster
Muster können für einen Betroffenen Verwirrung auslösen und sollten nur als kleine Akzente verwendet werden. Hat ihr Angehöriger gemusterte Teppiche in der Wohnung? Da Teppiche sowieso eine erhöhte Sturzgefahr auslösen und Muster eher verwirren, ist eine Entfernung sinnvoll.

4_Verwenden Sie Farben als Erkennungsmerkmal:
Streichen Sie Türen in unterschiedlichen Farben oder versehen Sie diese mit farbigen Symbolen z. B. blaues Schild mit Schriftzug "WC" oder Oranges Schild mit Schriftzug "Wohnzimmer".

5_Stimmigkeit versus Mischmasch:
Achten Sie darauf, dass die Zimmereinrichtung stimmig ist und dass alle Farben aufeinander abgestimmt sind. So lässt sich ohne viel Aufwand eine gemütliche und heitere Atmosphäre schaffen.

6_Kleine Anpassungen statt großer Veränderung:
Bitte beachten Sie, dass große Veränderungen nicht für jeden Menschen mit Demenz geeignet sind, da das "Gewohnte" für Betroffene Sicherheit bietet. Gegen ein paar kleine Anpassungen ist allerdings nichts einzuwenden, wenn Sie damit die Lebensqualität Ihres Angehörigen verbessern können.

Es kann natürlich passieren, dass Sie einiges ausprobieren müssen, bis Sie die richtige Einrichtung für Ihren Angehörigen finden. Bitte beachten Sie, dass Sie die Wünsche des Betroffenen mitberücksichtigen. Schließlich möchte er sich in der umgestalteten Umgebung wohlfühlen. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Einkaufsbummel? So bieten Sie eine schöne Abwechslung vom Alltag und können danach gemeinsam dekorieren.

Sie sehen, mit einfachen Mitteln und wenig Zeitaufwand können Sie das Wohlbefinden Ihres an Demenz erkrankten Angehörigen positiv beeinflussen. Farben und Dekorationen haben Einfluss auf unsere Seele, denn die Seele fühlt mit. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Ausprobieren!

Viele herzliche Grüße und noch einen gefühlvollen Tag

Ihre
Tanja Kallweit

Foto der Weblogautorin Tanja Kallweit
Foto: Tanja Kallweit

Tanja Kallweit ist Inhaberin der ZeitGefühl-Demenzberatung in Essen/Ruhr. Sie ist Mitglied des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. und des Vereins „Wir pflegen e. V.“ Mit Ihrem Unternehmen bietet sie deutschlandweit eine – Demenzberatung_Coaching_Schulung ONLINE an.
Ziel: Pflegenden Angehörigen wieder mehr Zeit für die schönen Momente im Leben zu schenken und Menschen mit Demenz ins (Stadtteil-)Leben zu integrieren.

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