Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

DAS WEBLOG

So ermöglichen Sie Ihrem an Demenz erkrankten Angehörigen ein Leben in den eigenen vier Wänden! Teil 2

Tanja Kallweit am 07.11.2016, 13:20 | 0 Kommentare

Den an Demenz erkrankten Menschen besser verstehen und mit kleinen Hilfen unterstützen, ist sehr wichtig. Man selber ist auch in Gedanken und vergisst mal den Schlüssel oder schaut noch einmal nach, ob auch tatsächlich alles aus und geschlossen ist, bevor man die Wohnung verlässt. An Demenz erkrankte Menschen vergessen ebenso. Tanja Kallweit hat weitere Tipps für Sie.

So ermöglichen Sie Ihrem an Demenz erkrankten Angehörigen ein Leben in den eigenen vier Wänden! Teil 2

"Teil 2 - Sicherheit geht vor!"

Liebe Leser/innen,
heute möchte ich Ihnen ein paar Tipps und Hinweise an die Hand geben, um Unfälle in Haushalten von Menschen mit Demenz zu vermeiden oder zumindest das Risiko zu reduzieren.

Da die Erkrankung sehr facettenreich ist und unterschiedlich in ihrer Symptomatik verlaufen kann, können meine Tipps nur allgemeine Anregungen für Ihren Alltag im Umgang mit an Demenz erkrankten Angehörigen sein.

Den Meisten von uns ist die klassische Unfallverhütung im normalen Alltag bereits bekannt. Wir haben bestimmte Routinen entwickelt, um das Risiko von Unfällen oder anderen Gefahrenquellen zu minimieren. Wir kontrollieren üblicherweise beim Verlassen der Wohnung, ob die Fenster alle geschlossen sind. Nach dem Bügeln ziehen wir den Stecker des Bügeleisens oder werfen nochmals einen Blick auf den Herd, ob wir ihn auch wirklich ausgemacht haben... und und und. Ihnen fallen bestimmt noch einige andere Dinge ein, die wir, teils bewusst, teils unbewusst, als Verhütungsmaßnahmen in unseren Alltag eingebaut haben.

In Bezug auf eine Demenzerkrankung sind allerdings noch ein paar andere Punkte wichtig und meist unerlässlich. Krankheitsbedingte Geh- und Gleichgewichtsstörungen, ein eingeschränktes Urteilsvermögen, sowie immer stärker ausgeprägte Formen der Vergesslichkeit sind nur einige Beispiele dafür, dass es sich lohnt, gerade in solchen Fällen einen intensiveren Blick auf die Umgebung zu werfen. Daher möchte ich Sie dazu anregen, die Wohnung mit dem Blick eines Erkrankten wahrzunehmen. Was fällt Ihnen spontan zum Thema Unfallverhütung ein, wenn Sie gedanklich in der besagten Wohnung stehen und sich umsehen?

Welche konkreten Hinweise können helfen, Unfälle und Gefahren zu minimieren?

1_Verbrennungs-, Verbrühungs- und Brandgefahren ausschließen
denken Sie dabei auch an
- den Herd
- das Bügeleisen
- die Mikrowelle
- den Wasserkocher
- Kerzen
- Zigarettenkonsum (wenn überhaupt, dann ggf. nur unter Aufsicht rauchen lassen)

2_Verschlucken von Gegenständen vermeiden
- Entfernen Sie z. B. kleine Teile wie Nadeln und Knöpfe
- Achten Sie auf den richtigen Halt von Zahnprothesen
- Zigarettenreste entfernen

3_Verätzungen- und Vergiftungen vermeiden
Stellen Sie sicher, dass:
- Reinigungsmittel und Medikamente gut verschlossen sind
- es keine giftigen Zimmer- und Gartenpflanzen im Wohnbereich des Erkrankten gibt
- verdorbene Lebensmittel in regelmäßigen Abständen aussortiert werden.
Extratipp: Sie können das Verwerfen von verdorbenen Lebensmitteln einschränken, indem Sie entweder selber mit Ihrem Angehörigen kochen (PRIMA, da es als Aktivierung den Betroffenen fördert und fordert!) oder: Alternativ und zur Entlastung einen Mahlzeiten- Lieferdienst einbeziehen.

4_weitere Gefahrenquellen im Überblick:
- Brotschneidemaschine
- scharfe Messer
- Föhn
- Nähmaschine
- Rasenmäher
- Haustür

5_Allgemeines:
- ist die Wohnung aufgeräumt?
Minimieren Sie durch eine aufgeräumte Wohnung Unfälle und erleichtern Sie den Betroffenen, sich in den eigenen vier Wänden zurechtzufinden.
- Markieren Sie alle Glastüren (z. B. Terrassentür oder Balkontür)!
Dadurch verhindern Sie, dass Ihr Angehöriger auf Grund seiner durch die Demenz entstandenen, eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeit gegen diese Türen läuft und sich verletzt.
- Entfernen Sie Teppiche und Läufer, um die Sturzgefahr zu verringern.
- Verstecken Sie den Autoschlüssel!
Bedingt durch die veränderte Wahrnehmung im Straßenverkehr, stellt das Autofahren ein enormes Risiko für den Menschen mit Demenz als auch für andere Verkehrsteilnehmer dar!


Ich wünsche Ihnen eine gefühlvolle Zeit

Ihre
Tanja Kallweit

Foto der Weblogautorin Tanja Kallweit
Foto: Tanja Kallweit

Tanja Kallweit ist Inhaberin der ZeitGefühl-Demenzberatung in Essen/Ruhr. Sie ist Mitglied des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V. und des Vereins „Wir pflegen e. V.“ Mit Ihrem Unternehmen bietet sie deutschlandweit eine – Demenzberatung_Coaching_Schulung ONLINE an.
Ziel: Pflegenden Angehörigen wieder mehr Zeit für die schönen Momente im Leben zu schenken und Menschen mit Demenz ins (Stadtteil-)Leben zu integrieren.

Grafik BriefumschlagGrafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker

Diesen Artikel kommentieren

Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet und müssen ausgefüllt werden.