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DAS WEBLOG

"Malen gibt mir viel"

Heinrich Keller am 04.10.2010, 12:00 | 0 Kommentare

Ich gehe jeden zweiten Donnerstag zur Kunsttherapie in eine Tagesstätte. Das gibt mir sehr viel. Wenn ich einen Pinsel in der Hand halte, wird meine Hand ganz ruhig. Mein Parkinson-Zittern hört auf. Die Mitarbeiter in der Tagesstätte wundern sich immer, dass ich so schnurgerade Linien ziehen kann.

Wir sind eine feste Truppe von sechs Leuten und warten schon immer ungeduldig auf unsere Kunsttherapeutin. Sie gibt uns jedes Mal ein Thema vor, zu dem wir uns dann mit Pinsel und Farbe etwas ausdenken. Dazu bringt sie oft Gedichte mit, die uns inspirieren sollen. Wenn eine neue Jahreszeit anbricht, malen wir das. Im Herbst sammeln wir Blätter und verwenden sie für unsere Bilder. Die Farben, das Papier und alles andere Material bekommen wir vor Ort.

Besonders gut gefällt es mir, wenn wir in der Gruppe ein Plakat malen. Einer fängt an. Der malt einen Kreis oder ein Kreuz, und dann geht es reihum, bis das Papier voll ist. Das sind Gemeinschaftswerke, zu denen jeder seinen Beitrag gibt. Oft wird das dann später ausgestellt. Auch meine eigenen Bilder waren schon in Ausstellungen zu sehen.

Kunstwerk von Heinrich Keller
Ein Werk von Heinrich Keller

Heinrich Keller lebt mit seiner Frau Elisabeth* im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen. Heinrich Keller leidet an Parkinson und Demenz. Früher arbeitete er als Ingenieur für Holztechnik in der Möbelindustrie und verbrachte einige Jahre im Auftrag der Handelspolitischen Abteilung der DDR-Botschaft in Jugoslawien. Der Blogbeitrag von Heinrich Keller entstand aus einem Gespräch, das die Redaktion des Wegweisers Demenz mit ihm geführt hat.

* Die Namen hat die Redaktion auf Wunsch des Ehepaars geändert.

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