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DAS WEBLOG

Ich gehe in den Garten und mache Holz

Beatrix Noppmann am 02.06.2014, 18:11 | 0 Kommentare

Beatrix Noppmann integriert ihre Schwiegermutter im Alltag so viel und so gut es geht. An Demenz erkrankte Menschen brauchen eine Aufgabe, sie sollen trotz der Demenz noch das Gefühl haben, gebraucht zu werden.

Ich gehe in den Garten und mache Holz

Viele Beschäftigungen sind für die Mutter leider nicht mehr möglich. Zwar geht sie ständig mit mir zum Bewegungstraining, auch zur Entlastungspflege. Leider verliert sie wegen des Fortschreitens der Demenzerkrankung den Bezug zu den nahen Angehörigen. Sie vergisst, verwechselt die Zusammenhänge. Oft streitet sie sich mit mir, dass ich nicht mit ihrem Sohn, sondern mit ihrem Bruder verheiratet bin. Auch hat mein Sohn angeblich keine Schwester. Und manchmal lässt sie die Toten auferstehen. So sind zwei tote Brüder und ein Cousin als Kleinkinder in ihrer derzeitigen Welt.
Alles ist verdreht und total traurig, wenn man diesen geistigen Verfall, dieses langsame Sterben miterlebt.

Aber dann: Das Wetter ist trocken, die Sonne scheint sogar, und (so Mutter): wir gehen in den Garten und machen Holz. (hier in Bayern so üblich - wir geh\'n naus und machen Holz). Da wir auf unserem Grundstück viele Bäume und eine sehr große Hecke haben, ist immer was zu schneiden, sägen, aufsammeln usw. Die kleinen Äste und Zweige bekommt die Mutter auf eine Schubkarre gelegt. Sie sitzt mit ihrem Sonnenhut unter einer großen Birke mit einer kleinen Astschere in der Hand und ist dann der glücklichste Mensch unter Gottes Sonne. In einem großen Beutel werden dann die von ihr zerkleinerten Äste und Zweige gesammelt. Immer wenn man dann bei ihr steht, strahlt sie vor Glück, nun haben wir gutes Holz für den Winter. Ich mache das ja schon einige Jahre. Es wäre ja schade, wenn man das Holz vergammeln lassen würde. Wir lachen dann innerlich und bestätigen natürlich, wie gut es ist, dass wir gescheites Anzündholz haben.

Neigt sich der Abend und wir müssen ins Haus, bleibt sie wie ein Magnet auf ihrem Stuhl sitzen und sagt manchmal ein wenig verärgert: „Ich bin noch nicht fertigt. Es sind noch viele Bäume da und die muss ich noch auslesen.“

Mutter, morgen ist auch noch ein Tag.

Diese Momente zu erleben, die leider immer weniger werden, sind schön.

Foto der Weblogautorin Beatrix Noppmann und ihrem Ehemann
Foto: Beatrix Noppmann

Beatrix Noppmann wurde 1957 geboren, sie ist mit einem Arzt verheiratet und hat 2 Kinder. Im Haus der Familie Noppmann wohnt auch die Schwiegermutter. Beatrix Noppmann ist seit 1995 als Übungsleiterin in verschiedenen Sportarten tätig wie Seniorensport, Präventionssport, Herzsport sowie für Diabetes

Auch Zuckerkrankheit genannt. Dabei kommt es zu einer Überzuckerung des Blutes durch einen Insulinmangel und/oder eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Insulin. Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Zucker in die Zellen gelangen kann.
Diabetes
, Demenz u.v.m. Mit dem intensiven Seniorentraining hat sie 2000 angefangen und sich auf betagte, und hochbetagte gesunde und kranke Menschen spezialisiert. Sie trainiert 8 Gruppen, davon eine gemischte Demenz- und Seniorengruppe und eine reine Demenzgruppe. Die Teilnehmer der DeMoBe sind betagt –hochbetagt und in der Demenz weit fortgeschritten.

Weitere Infos unter : Herzsportgruppe Hearthoppers II e. V.

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