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DAS WEBLOG

Einblicke und Erfahrungen eines Angehörigen nach dem Tod der Partnerin

Adolf Oppermann am 13.05.2013, 10:19 | 1 Kommentar

Viele Angehörige werden nach dem Tod des Partners oder der Partnerin ehrenamtlich tätig so wie Adolf Oppermann, der nicht nur als Koch seine Lebensaufgabe fand.

Es liegt mir sehr am Herzen, weiter für den WegweiserDemenz zu schreiben. Auch, und obwohl meine Frau am 15.08.2012 verstorben ist.
Leider bin ich erst nach vielen Jahren, als meine Frau schon schwer krank war, auf dieses Portal gestoßen.
Immer wieder habe ich mir hier aber dann in meiner damaligen Verzweiflung gute und hilfreiche Tipps sowie Anregungen geholt. Oft habe ich verzweifelt und weinend die Erlebnisse von vielen Autoren hier im Weblog an meinem PC gelesen. Ja, sogar Kraft habe ich hier gesammelt, Tipps umgesetzt im Umgang mit meiner Frau und anderen an Demenz/Alzheimer Erkrankten. Und immer noch schaue ich regelmäßig hier im Blog vorbei.
Es kostet eine Menge Kraft jemanden zu begleiten, den man aufrichtig und von ganzen Herzen her liebt. Ich kann nachvollziehen was es bedeutet, einen Menschen und dessen „Zerfall bis zu seinem Tod“ hautnah mit zu erleben.

Diese wahnsinnig hinterhältige Krankheit hat mich in Ihren Bann gezogen, und ich gehe auch nach dem Tod von Emine immer noch ins Pflegeheim, allerdings nicht mehr so oft, und das möchte ich auch nicht mehr.

Um meinen Tag neu zu strukturieren, suche ich nach neuen Möglichkeiten für mich. Das Erste habe ich bereits vor einigen Wochen umgesetzt. In unserer Kirchengemeinde koche ich mit rund 20 Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren, ehrenamtlich einmal pro Woche. Ich bin von Beruf gelernter Koch! Ich denke, dass es für Angehörige von Verstorbenen sehr wichtig ist, die Trauer zu bewältigen – und zu verarbeiten. Auch sind die Besuche am Friedhof zur Trauerbewältigung für mich ganz wichtig. Ich muss mich aber nicht mehr selber verpflichten an bestimmten Tagen dort hin zu gehen, ich mache das nach „Gefühlslage“. Emine ist in meinem Herzen, das ist doch das Wichtigste. Ich habe sie immer geliebt und daran wird sich auch nichts ändern.

Dennoch habe ich mich nicht vollständig von „meinem“ Pflegeheim zurückgezogen. Ich sammele in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gut erhaltene Kleidung für bedürftige Bewohner. Mit meinem besten Freund mache ich Fotos im DIN-A-4 Format von den Bewohnern, die wir an den Türen zu den jeweiligen Zimmern anbringen. Dies erleichtert es an Demenz Erkrankten im mittlerem Stadium, ihr  Zimmer wieder zu finden. Bei Emine hat damals, bevor wir das mit den Bildern gemacht haben, eine große aufgemalte Sonne dafür gesorgt, dass sie es leichter hatte, ihr Zimmer zu finden. Das ging eine Weile sehr gut. Bei dieser Schilderung fällt mir wieder ein, dass es auch großen Sinn für meine Frau und mich gemacht hat, wenn ich ihre Lieblingsmusik beim Spaziergang über mein Handy abgespielt habe. Dieses Telefon hatte ich immer am Rollstuhl befestigt und sie brummte, auch wenn sie nicht gut drauf war, immer mit. Auf ihre Art und Weise fand eine Kommunikation statt, und ich habe gespürt, dass sie das genießen konnte. Ihre Körperspannung war bei der Musik entwichen und in ihrem Gesichtsausdruck sah ich immer ihr Lächeln.

Foto des Weblogautors Adolf Oppermann
Foto: Adolf Oppermann

Adolf Oppermann ist gelernter Koch und lebte früher in Wuppertal. Der Frührentner war über 20 Jahren mit seiner türkischstämmigen Frau Emine verheiratet, die an Alzheimer erkrankt war. Adolf Oppermann besuchte Emine fast täglich im Pflegeheim. Sein Motto: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

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1 Kommentar

h.lochen@online.de am 01.11.2013, 16:07 Ich bin oft sehr traurig wenn ich meine Frau pflege wir sind 50 jahre verheiratet wir haben uns immer noch sehr lieb wenn ich später mal alleine leben mus das überstehe ich nicht iCH HABE SCHON VIEL GEWEINT Tschüss heinz

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