Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

DAS WEBLOG

Emine und das Katzenglück Teil 3

Adolf Oppermann am 10.12.2010, 00:00 | 0 Kommentare

Unsere getigerte Katzenfreundin Caddy ließ sich vom Zusammenstoß mit dem Rollstuhl nicht beirren. Einen Tag später stand sie wieder an der Tür zum Garten und schien auf Emine und mich zu warten. Da ich ihre Pfote scheinbar verletzt hatte und sie so nicht jagen konnte, musste ich dafür sorgen, dass sie in dieser Zeit versorgt wird. Die Katze schien vorauszuahnen, dass ich ihr ein Schälchen voll Fressen und andere leckere Sachen gekauft hatte. Emine griff wieder nach ihr, und Caddy humpelte auf drei Beinen um den Rolli herum. Ich staunte wieder über meine Frau, die Tiere früher nie gemocht hatte, holte das rote Schälchen und setzte es Caddy vor die Nase. Auf der Wolldecke, die Emines Beine bedeckte, lagen noch zwei Leckerlis, die bereits das Interesse der Katze und auch das meiner Frau geweckt hatten. Schnell hatte Caddy die Futterschale geleert und wartete nun auf den Nachtisch.

Nun aber mal langsam, ich war wegen meiner Frau da und darum wurde erst einmal trainiert. Meine Frau machte zu Fuß immer weiter Fortschritte. Wir waren gute zehn Meter gegangen, bevor wir uns auf eine der vielen Bänke setzten. An die Katze habe ich in diesem Moment gar nicht mehr gedacht, aber als wir zurückkamen, war klar: die mag uns! Caddy lag im Rollstuhl auf der Decke meiner Frau, daneben die Leckerlis, und schaute uns an: Nun aber mal her damit, ich bin noch nicht satt, schien sie zu sagen.

Caddy machte sofort Platz für ihre neue Freundin. Ich setzte meine Frau in den Rolli und deckte sie wieder zu Auch die Hände deckte ich vorsichtshalber mit zu, holte mir einen Plastikstuhl und setzte mich zu ihr. Als ich die Tüte Leckerlis über den Beinen meiner Frau öffnete, kam, was kommen musste: Caddy sprang, wenn auch nur auf drei Beinen, auf den Schoß meiner Frau. Sie reagierte sofort. Die Augen wurden groß und der Mund stand weit offen. Unter der Decke meiner Frau kamen heftige Handbewegungen, die nicht negativ schienen. Emine lächelte und versuchte, Caddy zu streicheln. Aber da meine Frau immer ihre Hände in den Mund nimmt, konnte ich das Streicheln leider nicht zulassen. Ihre Gesundheit geht vor.

Bis zum heutigen Tag kommt Caddy zu uns, um sich etwas Leckeres abzuholen. Die Bewohner des Heims haben sie ebenso wie meine Frau ins Herz geschlossen. Von manchen werde ich gebeten, Katzenleckerlis zum Füttern mitzubringen. Nachdem ich Caddy des "Betrugs" überführt habe, läuft sie allerdings wieder auf allen Vieren: Einmal kam ich ohne meinen Roller zum Heim und sah draußen eine auf vier Beinen laufende Katze herumtigern. Ein Pfiff von mir, und sie kam angehumpelt…

Foto des Weblogautors Adolf Oppermann
Foto: Adolf Oppermann

Adolf Oppermann ist gelernter Koch und lebte früher in Wuppertal. Der Frührentner war über 20 Jahren mit seiner türkischstämmigen Frau Emine verheiratet, die an Alzheimer erkrankt war. Adolf Oppermann besuchte Emine fast täglich im Pflegeheim. Sein Motto: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."

Grafik BriefumschlagGrafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker

Diesen Artikel kommentieren

Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet und müssen ausgefüllt werden.