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DAS WEBLOG

Wenn das Risiko zu groß wird. Autofahren und Demenz

Elisabeth Philipp-Metzen am 09.01.2012, 11:30 | 1 Kommentar

Ein Autofahrer fällt der Polizei auf, weil er in einer Abfahrt sekundenlang stehenbleibt, bevor er weiterfährt. Die Beamten fordern den Mann auf, anzuhalten – zunächst mit dem Stab, auf den er nicht reagiert, dann mit Blaulicht und Sirene. Der Mann stellt sich als offensichtlich orientierungslos heraus. Die Polizisten überzeugen den 91-Jährigen davon, dass er nicht länger Auto fahren kann. Er gibt seinen Führerschein freiwillig ab. 

Diese Begebenheit meldeten vor einiger Zeit die "Westfälischen Nachrichten". Sie zeigt plastisch, dass Demenzerkrankte, die Auto fahren, sich selbst und andere gefährden können – und dass Angehörige bei ihnen Überzeugungsarbeit leisten müssen, darauf zu verzichten. Dazu ein paar Ratschläge: 

  1. Wirken Sie auf eine freiwillige Aufgabe des Fahrens hin.
    Vermeiden Sie dabei Konfrontationen der Art "Du hast Alzheimer, Du musst sofort aufhören zu fahren". Sagen Sie ehrlich, dass Sie sich Sorgen machen. Machen Sie diplomatische Vorschläge wie "Wir machen uns Sorgen um deine Gesundheit. Im Moment solltest du mal eine kurze Pause einlegen". Auch sollte man bedenken: Das bloße Abgeben des Führerscheins ist nicht automatisch eine Lösung, da Menschen mit Demenz dies unter Umständen in der konkreten Situation vergessen und ohne Führerschein fahren könnten.
  2. Erschweren Sie dem bzw. der Demenzerkrankten den Zugang zum Auto.
    Viele Angehörige berichten, dass Sie verzweifelt versucht haben, den erkrankten Menschen "im Guten" zur Aufgabe zu bewegen: Ohne Erfolg. Und nun? Bewährte Lösungen, die pflegende Angehörige unter anderem im Gesprächskreis der Alzheimer Gesellschaft Münster e. V. weitergeben, lauten: Parken des Fahrzeugs außer Sichtweite, Weglegen des Autoschlüssels und Abklemmen der Batterie. Manchmal hilft auch das Verleihen des Autos an den "Lieblingsenkel": "Guck mal, der Michael braucht doch das Auto für seine Bewerbungsgespräche".
  3. Helfen Sie dem bzw. der Demenzerkrankten dabei, das Leben ohne Auto zu gestalten.
    Ohne Auto nur noch allein zuhause sitzen? Natürlich nicht, denn die soziale Isolation würde die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Gewöhnen Sie den Menschen mit Demenz geduldig an ein Leben als Beifahrer. Begleiten Sie ihn in Bus und Bahn oder sorgen Sie für Begleitung. Hierbei können ehrenamtliche Helferinnen und Helfer große Dienste leisten. Neben der Begleitung außerhalb der Wohnung stehen Freiwillige auch zur Förderung und Anregung von Aktivitäten demenzerkrankter Menschen in der eigenen Wohnung zur Verfügung. Diese so genannten niedrigschwelligen Angebote finanziert die Pflegekasse auf Antrag.
  4. Ganz wichtig ist: "Bleiben Sie mit Ihren Sorgen nicht alleine!"
    Eine gute Unterstützung ist der Austausch in der Familie, mit Freunden, in einem Angehörigengesprächskreis oder einer Beratungsstelle.
Foto der Weblogautorin Dr. Heike Elisabeth Phillip-Metzen
Foto: Dr. Heike Elisabeth Philipp-Metzen

Die Gerontologin Dr. Heike Elisabeth Philipp-Metzen ist Fachberaterin für Pflege und Demenz und langjährig Zweite Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Münster e. V. Sie ist Moderatorin des Senioren-Programms sicher-mobil beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e. V. und sie hat ihre Doktorarbeit über die Erfahrungen der Enkelgeneration mit dem Krankheitsbild Demenz geschrieben und führt dazu Workshops durch. Seit 2013 ist sie Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Sozialwesen für das Seminar „Soziale Arbeit für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen“.

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1 Kommentar

Dr.V.Agde am 08.11.2017, 13:27 Ich fahre seit 35 Jahren Auto ohne wewentliche Vorkommnisse. Anlässlich eins Krankenhausaufenthaltes wure eine beginnende Demenz festgetellt. Ich wa kurz vorher auf die Gesichtsseite gefllen, aber keine Fraktur. Ich bekam im Kranknhus einen MRT

Die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), auch Kernspin-Tomographie genannt, erstellt Bilder von inneren Organen, Gewebe und Gelenken. Das Verfahren nutzt Magnetfelder und Radiowellen.
MRT
Schädel und wohl auch eine angiologie ohne Aufkläruneg. Nacg 14 Tagen wurdebmir verboten Autozufahren.(mahe ich m Liebsten) UUnd möchte auch wid4r fahren. ES fand sich eine Dunkelfärbung am Augenhintergrund und es Urde gespült und implantieret mit zeitweisr Besserung. Meine Frau und ich sind gehbehindert(Bandscheiben,Wirbelkanal etc. Unheilbar. Bitte zeigen sie uns einen Wggaus dem Dilemma. Ich lasse michauch ständig überwachen und. Bitte,helfen sie uns auch durch das Nennen von Experten.Die Diagnose wurde von 2 relativ jungen Neurologen gestellt. Ich glaube,ich bin da übertölpelt worden.

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