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DAS WEBLOG

Familie und Freunde als Stütze – ein Beitrag von Erika Strieder

Erika Strieder am 28.12.2010, 00:00 | 0 Kommentare

Mein Mann und ich waren in den 52 Jahren unserer Ehe fast nie getrennt. Sogar zur Kur sind wir gemeinsam gefahren. Durch Dick und Dünn sind wir gegangen. Meine Töchter sagen oft: "Das mit Papa wird schlimmer, nicht besser. Du musst auch an dich selbst denken." Sie haben natürlich Recht. Aber Reinhard bleibt bei mir, bis ich nicht mehr kann.

Meine Familie und ein paar gute Freunde geben mir Kraft. Unsere drei Töchter rufen täglich an. Sie erkundigen sich, wie es Reinhard und mir geht. Wir unterhalten uns über das Wetter, die Enkel und Urenkel und was es zum Mittag gibt. Unsere Mittlere, Carola, lebt in Berlin-Rudow. Die beiden anderen Töchter leben in anderen Bundesländern. So oft es ihre anstrengende Arbeit als Tagesmutter zulässt, sieht Carola nach dem Rechten. Sie kommt zur Tür rein und ruft erst einmal "Pappichen, ich bin’s, die Carola." Reinhard braucht immer eine Weile, bis er unsere Tochter erkennt. Aber es geht noch, und er freut sich. Auch eine Enkeltochter erkennt mein Mann noch. Vor ein paar Wochen habe ich einen Fahrdienst bewilligt bekommen. Den werde ich nutzen, damit wir auch mal gemeinsam in Carolas Garten fahren können. 

Ein Freund, ein guter Freund

Neben unseren Töchtern sorgen sich auch zwei alte Freunde um uns. Es ist ein Ehepaar aus Friedrichsfelde. Den Mann hat Reinhard im Alter von zehn Jahren in der Schule kennen gelernt und nie aus den Augen verloren. Wir Ehefrauen haben uns auch immer gut verstanden. Auch als die Grenze dicht war. Friedrichsfelde gehört zum früheren Ost-Berlin. Wir sind früher immer von Steglitz rübergefahren und haben die beiden besucht. Die konnten ja nicht raus.

Mit den beiden telefoniere ich oft. An Tagen, an denen der Betreuer Klaus nicht da ist, kommen sie auch gern mal zum Kaffee vorbei. Manchmal bleibt Reinhards Schulfreund auch allein mit meinem Mann in der Wohnung. Ich kann dann ein wenig rausgehen und verschnaufen. Den Freund lässt er an sich ran, den kennt er ja schon so lange.

Informationen zur Autorin:

Die Blogbeiträge von Erika Strieder entstehen aus Interviews, die die Redaktion des WegweisersDemenz mit ihr führt. Frau Strieder lebt mit ihrem Mann Reinhard in Berlin-Steglitz. Das Paar* ist seit 1958 verheiratet und hat drei Töchter. Reinhard Strieder arbeitete als Elektroinstallateur, bis er 1988 in Frührente ging. Erika Strieder war Monteurin.

* Die Redaktion hat die Namen auf Wunsch der Ehefrau geändert.

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