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Erkannt

Drei Tipps, wenn man nicht mehr erkannt wird

Mathilde ist seit 43 Jahren mit Fritz verheiratet. In letzter Zeit hat Fritz immer mal wieder etwas vergessen. Mal den Wochentag, mal den Namen des Nachbarn. Und jetzt erkennt er auch manchmal seine Mathilde nicht mehr. Mathilde war deshalb zunächst sehr verzweifelt. Jetzt hat sie sich eine Strategie zurecht gelegt, wie sie damit umgehen kann. Traurig ist sie immer noch darüber, dass sie manchmal nicht erkannt wird. Aber immerhin – die Verzweiflung ist gewichen und sie hat wieder Hoffnung…

Hier drei Tipps, die Mathilde gerne weitergibt:

1. Nicht persönlich nehmen
Wenn mein Mann mich nicht erkennt, meint er es nicht persönlich. Ich bin ihm nicht gleichgültig. Es liegt an seiner Demenz. Er hat sich nicht gegen mich entschieden. Er meint es nicht böse. Er hat nichts gegen mich. Ich halte mich daran fest, dass es auch wieder lichte Momente geben wird. Dann weiß Fritz wieder, wer ich bin.

2. Gemeinsame Erlebnisse erzählen
Für mich eine wertvolle Hilfe ist es, gemeinsame Erinnerungen zu erzählen. Dazu benutze ich gerne gemeinsame Erinnerungsstücke. Zum Beispiel ein Hochzeitsfoto. Mein Fritz hält es dann gerne in der Hand. Er wiegt es hin und her. Und schaut mich ganz lieb an. Dann weiß ich: Er versteht mehr, als er sagen kann. Gegenstände wie Fotos können eine Hilfe sein. Sie kurbeln Erinnerungen an. Fördern kann ich das Erinnern, indem ich Erlebnisse von früher erzähle. Zum Beispiel von unserem ersten Rendezvous oder vom Hochzeitstanz.

3. Auf Vorlieben aus der Biographie eingehen
Fritz war ein leidenschaftlicher Fußballspieler. Wenn ich ihm einen Pokal oder einen Fußball in die Hand gebe, lächelt er besonnen. Mit solchen alten Gegenständen in der Hand sagt er manchmal auch Dinge, die sonst längst vergessen waren. Neulich hatte er ein altes Fußballtrikot in der Hand. Dann legte er seinen Finger drauf und sagte: „Da waren doch Grasflecken drauf.“ Da schmunzelte ich und erwiderte: „Ich habe sie alle raus gewaschen.“

Mathilde hat eine einfache Strategie entwickelt, um ihren Fritz noch zu erreichen. Um ihn daran erinnern zu können, wer er ist. Erfreulich, dass dadurch ihre Hoffnungslosigkeit gewichen ist, und sie wieder Mut für sich und für Fritz hat. Diese Zuversicht ist all denjenigen zu wünschen, die Menschen mit Demenz pflegen und betreuen.