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Lebenserfahrung

Der demente Gärtner konnte seinen eigenen Namen nicht mehr nennen. Und er war sich wohl auch nicht mehr ganz klar darüber, wo er sich befand. Irgendwo zwischen dem Hohenstoffel und dem Hohenkrähen. Vielleicht. Aber sicher war er sich nicht.

Eines Tages machte der Pfleger genau das, was er in der Ausbildung unter dem Fachbegriff „Biographiearbeit“ kenngengelernt hatte. Er fragte den Gärtner: „Wie bekomme ich einen schönen Garten mit wenig Arbeit?“

Der alte Gärtner begann lauthals zu lachen. Er klopfte sich auf den Schenkel, schnappte nach Luft und japste. Er lachte und lachte und lachte.
Ein klarer Fall von Lebenserfahrung, die sich noch nicht einmal vom Unkraut Demenz ersticken lässt.

Uli Zeller am 02.07.2020