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Meldungen aus dem Jahr 2014

Unterzeichnung der Agenda "Gemeinsam für Menschen mit Demenz"

Foto: Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mit ihren Exemplaren der Agenda
Foto: BMFSFJ, H. Jennerich

Mit der heutigen Unterzeichnung der Agenda durch die Gestaltungspartner der "Allianz für Menschen mit Demenz" haben Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe das Startsignal für die Umsetzung der Ergebnisse aus der zweijährigen Arbeitsphase gegeben. Damit ist der Grundstein für eine nationale Demenzstrategie gelegt.

Unter dem Vorsitz der beiden Bundesministerien und dem Ko-Vorsitz der "Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. - Selbsthilfe Demenz" haben die kommunalen Spitzenverbände, die relevanten Spitzenverbände aus dem Bereich Pflege und Gesundheit, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft sowie die Länder in einem intensiven Diskussionsprozess konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der an Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen vereinbart.

"Wir dürfen Demenzkranke und ihre Angehörigen nicht allein lassen. Sie sollen so lange wie möglich am sozialen Leben teilnehmen und im vertrauten Umfeld leben können. Zusammen mit 450 Mehrgenerationenhäusern und den 300 Anlaufstellen für ältere Menschen im Quartier unterstützen künftig 1.250 lokale Anlaufstellen bundesweit Demenzkranke und ihre Familien", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. "Mit dem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, geben wir den Familien was sie brauchen: Mehr Zeit, um die Doppelbelastung zu bewältigen", so Schwesig weiter.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe teilt mit: "Mit dem Pflegestärkungsgesetz sorgen wir dafür, dass Demenzkranke und ihre Familien schon ab dem nächsten Jahr deutlich besser unterstützt werden. Wir brauchen darüber hinaus eine gemeinsame Kraftanstrengung in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Dazu gehört neben einer guten medizinischen und pflegerischen Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen auch ein kompetenter Umgang mit Demenzkranken, sei es in Arztpraxen, Krankenhäusern oder in Bürgerämtern. Diesem Ziel dient die Allianz für Menschen mit Demenz."

Rund 1,5 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Jährlich erkranken 300.000 Menschen neu, wodurch die Gesamtzahl an Menschen mit Demenz jährlich um ca. 40.000 zunimmt (Differenz Neuerkrankungen zu Sterbefällen). So leben in Familien, Nachbarschaft und Quartier künftig immer mehr Menschen mit Demenz. Die Krankheit wird oftmals tabuisiert: Erkrankte und Angehörige fühlen sich isoliert, erforderliche Hilfe und Unterstützung unterbleiben. Daher hat die Bundesregierung die "Allianz für Menschen mit Demenz" als eines der Handlungsfelder der Demografiestrategie ins Leben gerufen.

Nach Auffassung der Ko-Vorsitzenden Heike von Lützau-Hohlbein ist die Agenda geprägt vom Leitbild der Inklusion: "Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Demenz stehen im Vordergrund der vereinbarten Maßnahmen. Daher ist die Deutsche Alzheimer Gesellschaft als Vertreterin der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen ein wichtiger Gestaltungspartner. In einem kooperativen und beteiligungsorientierten Prozess konnten die Belange der Menschen mit Demenz einbezogen werden."

Damit sie auch weiterhin eingebunden sind, werden die Ergebnisse auch in leichter Sprache verfügbar gemacht. Die Umsetzung der Agenda erfolgt in unterschiedlicher Trägerschaft und Verantwortung in den folgenden Jahren. Ein erster Fortschrittsbericht ist für Frühjahr 2016 vorgesehen.

Broschüre zur Agenda der Allianz für Demenz "Gemeinsam für Menschen mit Demenz - Die Handlungsfelder"; PDF, 2,6 MB

Englischsprachige Broschüre zur Agenda der Allianz für Demenz "Alliance for people with dementia - The fields of action"; PDF, 2,6 MB

Die Broschüre zur Agenda in Leichter Sprache; PDF, 1,2 MB

Die Gestaltungspartner der Allianz für Menschen mit Demenz sind:

Aktion Demenz e. V.
Aktion Psychisch Kranke e. V.
Arbeits- und Sozialministerkonferenz
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V.
Bundesärztekammer
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e. V.
Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.
Deutscher Landkreistag
Deutscher Pflegerat e. V.
Deutscher Städtetag
Deutscher Städte- und Gemeindebund
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V.
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V.
Gesundheitsministerkonferenz
GKV-Spitzenverband
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Kuratorium Deutsche Altershilfe
Kultusministerkonferenz
Verband der Privaten Krankenversicherung e. V.
Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bundesministerium für Gesundheit Bundesministerium für Bildung und Forschung Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bundesministerium des Innern Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Bundeskanzleramt

1. Bundestreffen der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz

Foto: Beate Braner-Möhl, Lokale Allianz Odenwaldkreis; Petra Weritz-Hanf, BMFSFJ; Thomas Halder, Gradmann-Stiftung; Staatssekretär Dr. Kleindiek; Peter Wißmann, Demenz Support Stuttgart gGmbH

Am 20. und 21. Mai 2014 trafen sich erstmalig Vertreterinnen und Vertreter von über 100 Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz zu einem Erfahrungsaustausch. "Die Vielfalt an Trägern, die sich schon jetzt an dem Bundesprogramm der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz beteiligen, ist beachtlich", lobte Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek.

"Sie alle stellen sich bereits jetzt der Herausforderung Demenz. Sie wollen handeln und tragen damit zur Verbesserung der Situation der Betroffenen bei", sagte Dr. Ralf Kleindiek bei dem Treffen in Bonn, das unter dem Motto "Mehr Lebensqualität vor Ort für Menschen mit Demenz - auf dem Weg zu einem bundesweiten Netzwerk" stand.

Modellprogramm soll Netzwerke fördern

Mit dem Modellprogramm Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz soll der Alltag von Demenzerkrankten und ihren Angehörigen dauerhaft verbessert werden. Das Programm unterstützt den Aufbau kommunaler Netzwerke und fördert so den Austausch zwischen den regionalen Akteurinnen und Akteuren nachhaltig.

Durch konkrete Maßnahmen helfen die Lokalen Allianzen dabei mit, die Gesellschaft aufzuklären und zu sensibilisieren sowie den Betroffenen Teilhabe zu ermöglichen. Kommunen, Vereine, Kirchengemeinden, Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Selbsthilfeorganisationen, kulturelle Einrichtungen oder Unternehmen bilden als zentrale Akteure gemeinsam den Kern für diese Initiativen.

10.000 Euro für jedes neue Netzwerk

Es sollen möglichst viele Kooperationspartner in die Arbeit vor Ort eingebunden werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den Aufbau von bis zu 500 Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz bundesweit mit 10.000 Euro für jeden Standort über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Landestreffen

Neben den Treffen auf Bundesebene, werden in den Bundesländern im Rahmen von Landestreffen den Akteuren der lokalen Netzwerke Raum und Zeit gegeben, sich auf Landesebene besser zu vernetzen und die Angebote für die Betroffenen und Angehörige zu verbessern.

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