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Meldungen aus dem Jahr 2016

Demenz & Migrationshintergrund – Neue Studie beginnt

In Deutschland leben über 100.000 Menschen mit Migrationshintergrund mit unterschiedlichen dementiellen Veränderungen, also z.B. mit Alzheimer. Da über diese Gruppe wenig bekannt ist, werden jetzt unterschiedliche Weisen des Umgangs mit Demenz in Familien mit Migrationshintergrund näher untersucht. Die deutschlandweite Initiative Aktion Demenz e.V. wird dieses Vorhaben mit Unterstützung des Institutes für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen und gefördert durch die Robert Bosch Stiftung durchführen.

108.000 Menschen mit Demenz und Migrationshintergrund

Bekannt ist: In Deutschland leben 16,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, davon sind 1,5 Millionen über 65 Jahre alt. Etwa 108.000 von ihnen sind geschätzt von einer Demenz betroffen. Es wird angenommen, dass bis zum Jahr 2030 15 % aller über 65-jährigen Personen in Deutschland Migrationshintergrund haben werden. Unter den älteren Menschen mit Migrationshintergrund bilden derzeit neben denen mit türkischer Herkunft die Spätaussiedler und Migranten aus Mittel- und Osteuropa mit rund 624.000 Menschen die mit Abstand größte Gruppe.
Der 1. Vorsitzende der Aktion Demenz e. V., Prof. Reimer Gronemeyer macht deutlich: „Auch Menschen mit Migrationshintergrund werden älter. Auch in Migrationsfamilien gibt es Demenz. Über die Lage von Menschen mit Demenz in Deutschland allgemein gibt es einiges Wissen, ebenso über Menschen mit Migrationshintergrund allgemein. Aber über die spezielle Situation von Menschen mit Demenz in „Migrantenfamilien“ ist noch recht wenig bekannt.“

Höheres Demenzrisiko & vergessene Deutschkenntnisse

In den wenigen vorhandenen Studien zum Thema finden sich Hinweise, dass Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund ihrer Biographien und Lebenssituation ein höheres Risiko tragen im Alter von einer Demenz betroffen zu sein. Als besondere Schwierigkeiten genannt sind dort auch Sprachbarrieren, im Alltag, aber auch in der Pflege oder bei der Diagnose. So können gängige Demenz-Tests z. B. häufig nicht angewandt werden. Besonders schwierig wird es für die Betroffenen, wenn im Alter die in den letzten Jahrzehnten erlernten Deutschkenntnisse verloren gehen.

Annäherung statt Vorurteile

Die Projektleiterin Verena Rothe erklärt den Ansatz der neuen Studie: „Es ist explizit nicht als vorurteilsbehaftete Aufdeckerstudie gedacht, sondern konzentriert sich auf die explorative Annäherung an folgende Fragen: Wie wird Demenz verstanden? Wie sieht der Umgang mit Demenz aus? Wer pflegt? Welche Kenntnisse und Wünsche über ambulante, institutionelle, nachbarschaftliche Hilfen gibt es? Welche kulturellen, familialen, traditionellen Orientierungen wirken sich wie aus? Gibt es Ansätze von demenzfreundlichen Gemeinschaften?“

Interviews mit Angehörigen & Vergleiche

Die Gießener Forscher werden sich weniger auf Experteninterviews stützen, sondern vor allem Interviews mit Angehörigen von Menschen mit Demenz führen. Dabei werden sowohl Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergründen (z. B. Türkei, Osteuropa, Südeuropa) befragt, sowie zum Vergleich auch eine Art Kontrollgruppe ohne nennenswerten Migrationshintergrund. Im Falle der Türkei werden zudem vor Ort Experteninterviews durchgeführt, um auch hier Vergleiche ziehen zu können.
Von der Studie erwartet sich die Aktion Demenz eine Vertiefung der ersten Beobachtungen zu diesem Thema, die sie u. a. im Rahmen des Förderprogrammes Menschen mit Demenz in der Kommune machen konnte. „Passend zu unserem lernenden, eher prozesshaft ausgerichteten Ansatz erhoffen wir uns auch einen gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und Einstellungen. Was können die Menschen ohne vielleicht auch von denen mit Migrationshintergrund lernen?“, so Verena Rothe.

Impulse für kultursensiblen Umgang mit Demenz

„Wir hoffen, dass unsere Arbeit dazu dient, Impulse für kultursensible Ansätze für den Umgang mit Menschen, die von Demenz betroffen sind, und ihre Angehörigen zu geben“ ergänzt Reimer Gronemeyer. Dies sei auch im Sinne der Hauptziele der Aktion Demenz, nicht Medizin und Pflege, sondern soziale und kulturelle Aufgaben und auch Chancen, die mit Demenz einhergehen, in den Fokus zu rücken.
Reimer Gronemeyer und Verena Rothe forschen dabei im Team mit Jonas Metzger und Oliver Schultz. Die ersten Ergebnisse sollen Anfang des Jahres 2017 vorliegen.

Gern stehen wir auch für Interviewanfragen zur Verfügung. Über ein Belegexemplar bzw. einen Beleglink zu Veröffentlichungen würden wir uns freuen!

Kontakt:

Aktion Demenz e.V.
Karl-Glöckner-Str. 21 E 
35394 Gießen
Telefon +49 (0) 641/992 32-06
info[at]aktion-demenz.de
www.aktion-demenz.de, www.demenzfreundliche-kommunen.de

DelpHi-MV-Studie vorgestellt

Mehr Lebensqualität für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen: Neuartiges Modell der häuslichen Versorgung bewährt sich im Praxis-Test

Foto: Bundesministerin Schwesig bei der Vorstellung der Studie in Greifswald.
Foto: DZNE / Marcus Neitzert

Bundesministerin Manuela Schwesig und DZNE stellen Studienergebnisse vor / Deutschlandweiter Modellcharakter

Greifswald, 17. November 2016 - Ein spezielles Versorgungsmanagement verbessert die Lebens- und Versorgungssituation von Menschen mit Demenz, die zu Hause leben. Im Vergleich zu Patientinnen und Patienten, die auf herkömmliche Weise versorgt werden, sind sie medikamentös besser eingestellt. Außerdem sind sie weniger von Depression

Erkrankung, die mit psychischer Niedergeschlagenheit und dem Verlust, Gefühle zu empfinden, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen einhergeht. Einfache Aufmunterungen können im Einzelfall schaden.
Depression
oder anderen neuropsychiatrischen Symptomen betroffen. Gleichzeitig werden die pflegenden Angehörigen entlastet. Darüber hinaus ist durch das Versorgungsmanagement die Lebensqualität höher bei jenen Patienten, die mit Angehörigen zusammen leben. Dies sind die Ergebnisse einer Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), in deren Rahmen seit 2012 die Situation von über 600 Menschen mit Demenz in Mecklenburg-Vorpommern untersucht wurde. Ein Teil davon wurde bis zu einem Jahr durch ein individuelles Versorgungsmanagement unterstützt. Die Untersuchung fand in enger Zusammenarbeit mit mehr als 130 Hausarztpraxen statt.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

19. Internationaler Demenzkongress Saar-Lor-Lux

Foto: 19. Internationaler Demenzkongress Saar-Lor-Lux
Foto: Demenz-Verein Saarlouis e. V.

Am 22. und 23. November 2016 findet in Saarlouis-Roden der 19. Internationale Demenzkongress statt.

Noch bis zum 7. Oktober gilt die ermäßigte Teilnahmegebühr für die Anmeldung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf dem Flyer:

Flyer 19. Demenzkongress - PDF, 125 KB

Zwischenbericht zur Umsetzung der Agenda

Foto: Zwischenbericht zur Umsetzung der Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“

Am 21. September 2016 haben Bundesseniorenministerin Manuela Schwesig und Gesundheitsminister Hermann Gröhe den Zwischenbericht zur Umsetzung der Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“ vorgestellt.

Er dokumentiert den aktuellen Sachstand des Arbeitsgruppenprozesses der Allianz für Menschen mit Demenz.

Die Geschäftsstelle der Allianz für Menschen mit Demenz im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), die 2011 eingerichtet wurde, um die Arbeit der Arbeitsgruppe und den Monitoringprozess der Agenda zu begleiten, hat den Zwischenbericht erstellt.

Nachfolgend können Sie den Zwischenbericht, die dazugehörige Anlage sowie die Pressemitteilung herunterladen:

Woche der Demenz 2016

Foto: Plakate zur Woche der Demenz 2016

Um die Zivilgesellschaft auf die Situation von an Alzheimer erkrankten Personen aufmerksam zu machen, findet seit 1994 der Welt-Alzheimertag statt. Auch in Deutschland geht es darum, die Öffentlichkeit für die Situation der rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz zu sensibilisieren.

Mit der vom 19. bis zum 25. September stattfindenden Woche der Demenz will die nationale Allianz für Menschen mit Demenz das Verständnis und die Unterstützung für Betroffene und pflegende Angehörige fördern. Die Woche der Demenz wird 2016 bereits zum zweiten Mal ausgerufen und durchgeführt.

Hier stehen für Sie Plakate zum Herunterladen bereit, mit der Sie die Woche der Demenz 2016 unterstützen können:

Plakate mit Beschnittzugabe - PDF, 22,7 MB

Individualisierbares Plakat- PDF, 16,8 MB

Hier finden Sie das Grußwort zur Woche der Demenz 2016 „Jung und Alt bewegt Demenz“ von Bundesseniorenministerin Manuela Schwesig und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe:

Grußwort - PDF, 213 KB

Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

vom 29. September bis 1. Oktober 2016 in Saarbrücken 

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft organisiert alle zwei Jahre einen bundesweiten Kongress.
Eingeladen sind Menschen mit Demenz, deren Angehörige, Ärzte, Wissenschaftler und alle, die beruflich mit dem Thema Demenz bzw. mit Demenzkranken zu tun haben.
Hier finden Sie weitere Unterlagen (PDF, 271 KB.

Broschüre „Mit Demenz im Krankenhaus“

Foto: Broschüre "Mit Demenz im Krankenhaus"
Foto: Deutsche Alzheimer e. V. / Claudia Thoelen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft e. V. eine Broschüre „Mit Demenz im Krankenhaus“ herausgegeben, die sich primär an Angehörige von Betroffenen richtet.

Hier können Sie sich die Broschüre herunterladen.

Übergabe des Co-Vorsitzes

Foto: Christiane Viere (BMFSFJ), Monika Kaus, Heike von Lützau-Hohlbein,  Dr. Martin Schölkopf (BMG)
Foto: : BMG/Schinkel

Im Rahmen der Arbeitsgruppensitzung der AG C.2 wurde am 03. Mai 2016 die scheidende 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimergesellschaft Frau von Lützau-Hohlbein als Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe verabschiedet und Frau Kaus als ihre Nachfolgerin begrüßt.

Bewerbungsaufruf zur fünften Förderwelle der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz – Frist bis 29.02.2016!

Im Rahmen des Bundesmodellprogramms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" beginnt die voraussichtlich abschließende, fünfte Förderwelle. Mit dem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Programm soll der Alltag von demenziell erkrankten Menschen und ihren Angehörigen dauerhaft verbessert werden. Die Zahl der bundesweit aktiven Lokalen Allianzen soll auf insgesamt 500 steigen.
Interessenten können sich bis zum 29.02.2016 beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Köln bewerben. 

Den Wettbewerbsaufruf und weiterführende Informationen finden Sie hier.

Call for papers für den 9. Kongress der DALzG – noch bis zum 13. März 2016 Abstract einreichen.

Unter dem Motto „Demenz. Die Vielfalt im Blick.“ findet vom 29. September bis zum 1. Oktober 2016 der 9. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Saarbrücken statt. Bis zum 13. März 2016 können Interessierte Abstracts zu den in der Einladung genannten Themen einreichen. Eine verbindliche Anmeldung zum Kongress ist bis zum 14.09.2016 möglich.

Der Flyer zur Kongressankündigung zum herunterladen (PDF, 262 KB)

Arbeitsgruppe „Allianz für Menschen mit Demenz“

Vorsitz: Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugendund Hermann Gröhe, Bundesminister für Gesundheit
Ko-Vorsitz: Heike von Lützau-Hohlbein, Erste Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. – Selbsthilfe Demenz

Foto: Gruppenbild der Allianzmitglieder
Foto: BMFSFJ

„Unter dem Vorsitz von Ministerin Manuela Schwesig und Minister Hermann
Gröhe haben die Gestaltungspartner die Agenda „Gemeinsam für Menschen
mit Demenz“ erarbeitet. 155 Einzelmaßnahmen werden jetzt mit Leben
erfüllt“.

 

Das Kapitel der Arbeitsgruppe C.2 des Arbeitsgruppenergebnisses zum Strategiekongress zum Herunterladen, PDF 161 KB

 

 

Für Menschen mit Demenz bedeutet Lebensqualität, im vertrauten Umfeld zu verbleiben und sich entsprechend den eigenen Ressourcen einbringen zu können. Kontinuität der sozialen Kontakte, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie unterstützte Selbstbestimmung gehören zu den erforderlichen Rahmenbedingungen. Sowohl auf überregionaler Ebene als auch in den Kommunen vor Ort gibt es unterschiedliche Akteure, die Angebote für an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen bereithalten.

Die „Allianz für Menschen mit Demenz“ führt als Arbeitsgruppe der Demografiestrategie der Bundesregierung die öffentlichen Stellen und die Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen, die Verantwortung für Menschen mit Demenz tragen – und bündelt so die Kräfte aller Verantwortlichen.


Die Allianz für Menschen mit Demenz hat am 19. September 2012 eine Gemeinsame Erklärung beschlossen, die vier zentrale Handlungsfelder mit verschiedenen Themenschwerpunkten definiert.


In elf Sitzungen auf Arbeitsebene wurde innerhalb von zwei Jahren eine Agenda erarbeitet, die die Handlungsfelder in insgesamt 27 Unterpunkten mit über 150 konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität Betroffener beinhaltet.

Handlungsfeld I: Wissenschaft und Forschung

  • Forschung (Biomedizinische und klinische Forschung, Versorgungsforschung, Sozial- und verhaltenswissenschaftliche Alternsforschung, Pflegeforschung, Empirische Grundlagen und epidemiologische Forschung)
  • Forschungsstrukturen

Handlungsfeld II: Gesellschaftliche Verantwortung

  • Gesellschaftliche Teilhabe (Milieu-Schaffung, Barrierefreiheit)
  • Vernetzung
  • Rechtliche Fragen (Geschäftsfähigkeit, Verkehrs- und Ordnungsrecht, Rechtliche Vorsorge, Zwangsmaßnahmen)
  • Information und Öffentlichkeitsarbeit

Handlungsfeld III: Unterstützung von
Menschen mit Demenz und deren Familien

  • Menschen mit Demenz (Beratung und Begleitung, Partizipation/Teilhabe, Gestaltung des Wohn- und Lebensumfeldes, Bewegungsfreiheit und Schutz fürdemenzkranke Menschen, Gewalt)
  • Hilfe- und Unterstützungsnetz insbesondere für pflegende Angehörige (begleitende Beratung und Förderung der Kompetenzen)
  • Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement

Handlungsfeld IV: Gestaltung des Unterstützungs- und Versorgungssystems

 

Die Gestaltungspartner der Allianz haben im Rahmen der Arbeitsgruppe in den Handlungsfeldern „Gesellschaftliche Verantwortung“ und „Unterstützung von Menschen mit Demenz und deren Familien“ gute Beispiele erfasst und gebündelt. Darüber hinaus wurde im Rahmen einer Forschungsabfrage unter den Gestaltungspartnern ein Überblick über bundesweite Forschungseinrichtungen und Hochschulen im Bereich der Demenzforschung sowie über weitere vielfältige Forschungsaktivitäten zu diesem Themenfeld erstellt.

Zudem ist eine Auswahlliste wissenschaftlicher Literatur, die vertiefende Hintergrundinformationen zu den Themen der Allianz für Menschen mit Demenz bietet, erarbeitet worden. Über das Internet-Portal können neben der Agenda, die auch in englischer Übersetzung sowie in Leichter Sprache zur Verfügung steht, Übersichten zur Demenzforschung zu Initiativen und Angeboten sowie zur Literatur eingesehen werden.

Die Gesamtergebnisse des Arbeitsgruppenprozesses werden auf dem Online-Portal der Allianz für Menschen mit Demenz (www.allianz-fuer-demenz.de) zur Verfügung gestellt.

Die zuständigen Ressortleitungen haben gemeinsam mit den Spitzenvertretern der weiteren Gestaltungspartner der Allianz für Menschen mit Demenz am 15. September 2014 die Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“ unterzeichnet.

Hierdurch wurde der Umsetzungsprozess der Beiträge, die die Gestaltungspartner in ihrem Arbeitsbereich verantworten, gestartet. Die jeweiligen konkreten Maßnahmen entstammen auch Initiativen und langjährigen Prozessen, mit denen die Gestaltungspartner bereits vor Gründung der Allianz zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz beigetragen haben. Die Umsetzung wird durch die federführenden Bundesministerien gemeinsam begleitet. In einem mit allen Gestaltungspartnern abgestimmten Verfahren zur Koordinierung und Begleitung dieses Prozesses werden konkrete Initiativen und Projekte sowie deren zeitliche Priorisierung erfasst. Der Umsetzungsprozess ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Die Begleitung und Koordinierung des Gesamtprozesses erfolgt über die Geschäftsstelle der Allianz.

Die Arbeitsgruppe wird seit Oktober 2014 durch verschiedene Kooperationspartner unterstützt. Sie bringen sich mit eigenen Projekten und Ideen in den Umsetzungsprozess der Allianz ein. Insgesamt zehn Kooperationspartnerschaften sind vereinbart worden. Rechte und Pflichten dieser Kooperationspartner sind in einem Statuspapier festgelegt.

Erste Rückmeldungen der Gestaltungspartner und der Kooperationspartner zu 133 der insgesamt 155 vereinbarten Beiträge liegen zum jetzigen Zeitpunkt bereits vor. Dieser Prozess wird kontinuierlich fortgesetzt und mit weiteren konkreten Initiativen und Projekten hinterlegt.

Im Handlungsfeld I ist der Schwerpunkt Forschungsstrukturen (Position 2 der Agenda) mit Maßnahmen von Bundesressorts, der Gesundheits- sowie der Kultusministerkonferenz, der kommunalen Spitzenverbände, des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen, des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e. V., des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen, der Deutschen Alzheimer Gesellschaft und der Robert Bosch Stiftung unterlegt. In diesem Handlungsfeld geht es unter anderem um die Förderung von Projekten in verschiedenen Forschungsbereichen zu Demenzen mit universitären, außeruniversitären und industriellen Partnern. Hierbei sollen die Entwicklung einer modernen Demenzforschung durch verstärkte Methodenentwicklung und Einbezug der epidemiologischen und Versorgungsforschung, die interdisziplinäre Kooperation sowie ein verstärkter Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit handlungsleitend sein.

So ist zum 10. November 2014 Deutschlands größte Gesundheitsstudie, die Nationale Kohorte, gestartet. Bundesweit werden im Laufe der kommenden Jahre 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren untersucht. Die Ergebnisse sollen Aufschluss zu Ursachen von Volkserkrankungen, unter anderem zu Demenz, geben, Risikofaktoren identifizieren und Prävention ermöglichen.

Im Handlungsfeld II sind der Schwerpunkt Barrierefreiheit (Position 3.2 der Agenda) und der Schwerpunkt Vernetzung (Position 4 der Agenda) durch Maßnahmen der Bundesregierung, der kommunalen Spitzenverbände, des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e. V., des Zentrums für Qualität in der Pflege, der Robert Bosch Stiftung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hinterlegt.

Unter anderem wird das bei der KfW vorhandene Darlehensprogramm zur Wohnraumanpassung seit 1. Oktober 2014 durch ein Zuschussprogramm „Altersgerecht umbauen“ ergänzt.

Eine Anleitung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten enthält Ideen und Hinweise zum Abbau von Barrieren in den Praxen.

Im Rahmen der „Zukunftswerkstatt Demenz“ fördert und evaluiert die Bundesregierung verschiedene Modellprojekte, die die Unterstützung der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz zum Ziel haben. Außerdem werden im Rahmen des „DemNet-D“ Projektes 13 regionale Netzwerke im Hinblick auf ihre Erfolgsfaktoren evaluiert.

Die Erkenntnisse und Ergebnisse aus der „Zukunftswerkstatt Demenz“ sind zum Welt-Alzheimertag 2015 im Internet nutzbar. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen entwickelt ein Internetportal (www.demenznetzwerke.de), das am 21. September 2015 freigeschaltet wurde. Mit dem virtuellen „Werkzeugkasten“ für den Aufbau von Demenznetzwerken soll der Netzwerkgedanke gestärkt werden. Ziel ist es, flächendeckend Netzwerke für Menschen mit Demenz und deren Angehörige in Deutschland aufzubauen.

Für den Schwerpunkt 5.2 Verkehrs- und Ordnungsrecht im Handlungsfeld II ist eine Arbeitsgruppe „Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit für Menschen mit Demenz“ eingerichtet worden, die Vorschläge erarbeiten soll, wie in
der Praxis mehr Sicherheit bei Rechtsgeschäften und bei der Verkehrsteilnahme erreicht und die Selbstständigkeit

Foto: Die Arbeitsgruppe in großer Runde mit Vertretern aller Gestaltungs- und der Kooperationspartner

von Menschen mit Demenz so lange wie möglich erhalten werden kann.

Demenzerkrankte Menschen in Frühstadien der Erkrankung werden beteiligt sein.

Den Vorsitz hat die Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft - Selbsthilfe Demenz - e. V. übernommen. Die Arbeitsgruppe begann in der 2. Jahreshälfte 2015 mit der Arbeit.

Für den Schwerpunkt 6. Information und Öffentlichkeitsarbeit im Handlungsfeld II ist eine weitere Arbeitsgruppe mit der Aufgabe eingesetzt worden, vorhandene Informationsangebote zu sichten und den weiteren Informationsbedarf mit dem Ziel einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit zu definieren.

Dazu gehört u. a. die Koordinierung von bundesweiten Aktivitäten in der Woche der Demenz, die sich an den Welt-Alzheimertag am 21. September anschließen soll. Die Woche der Demenz wird ab 2016 jährlich unter ein gemeinsames Motto gestellt. Bereits in 2015 werden

Veranstaltungen und Aktionen stattfinden, an denen sich alle Gestaltungspartner und insbesondere die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz, die im Rahmen des Bundesmodellprogramms gefördert werden, beteiligen. Den Vorsitz dieser Arbeitsgruppe hat der Vorstandvorsitzende des Kuratorium Deutsche Altershilfe übernommen.

Im Handlungsfeld III wird der Schwerpunkt 7.2 Partizipation/Teilhabe z. B. von konkreten Maßnahmen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, der Länder und der Gesundheitsministerkonferenz ausgefüllt.

Der Schwerpunkt 9. Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement wird im Handlungsfeld III mit konkreten Maßnahmen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge und des Zentrums für Qualität in der Pflege unterlegt.

So entsteht z. B. ein Curriculum für gemeinsames Lernen von bürgerschaftlich Engagierten und professionell Pflegenden, basierend auf einem Anforderungs- und Tätigkeitsprofil, das Ende 2015 zur Verfügung stehen wird.

 

 

 

Foto: Vergissmeinnicht - Das Motto des diesjährigen Welt-Alzheimertages am 21.09.2015

Im Handlungsfeld IV wird der Schwerpunkt Medizinisch/pflegerische Versorgung (Schwerpunkt 10.3 der Agenda) von der Bundesregierung mit der Weiterentwicklung der Pflegeversicherung durch die Pflegestärkungsgesetze – insbesondere auch zur Verbesserung der Versorgung für Menschen mit Demenz – ausgefüllt. Die Gestaltungspartner Kassenärztliche Bundesvereinigung, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen, Verband der Privaten Krankenversicherung e. V., kommunale Spitzenverbände und das Zentrum für Qualität in der Pflege leisten hierzu ebenfalls konkrete und substanzielle Beiträge.

Gute Pflege hängt vor allem von der Qualifikation des Personals ab. Im Schwerpunkt „Qualifiziertes Personal“ (Position 10.5) wird diesem Anspruch durch zahlreiche Maßnahmen Rechnung getragen. Die Bundesregierung bereitet derzeit den Entwurf eines Pflegeberufegesetzes vor. Bei den Beratungen im Jahr 2015 wurden auch Länder und Verbände beteiligt. Mit dem Gesetz werden auch die Voraussetzungen für einen Rahmenlehrplan geschaffen, der ebenfalls die verstärkte Berücksichtigung gerontopsychiatrischer Inhalte in Unterricht und praktischer Ausbildung ermöglicht.

In Anbetracht der wachsenden Gruppe von älteren Menschen mit Migrationshintergrund, die an einer demenziellen Erkrankung leiden, werden interkulturelle Versorgungskonzepte benötigt. Altenpflege muss kultursensibel werden. Die Länder unterstützen deshalb die Entwicklung und Erprobung von Arbeitshilfen für eine bessere Versorgung von Migrantinnen und Migranten mit Demenz. Konkrete Maßnahmen haben bereits im Saarland, in Schleswig-Holstein und Bayern begonnen.

 

Für die ärztliche Versorgung von Menschen mit Demenz, die in Pflegeeinrichtungen leben, sind Vereinbarungen zur Verbesserung umgesetzt worden. So informieren die Verbände der Pflegeeinrichtungen ihre stationären Mitgliedseinrichtungen über die gesetzlichen Regelungen zum Abschluss, und weisen sie auf die gesetzliche Informationspflicht der ärztlichen und zahnärztlichen Versorgung in den Pflegeeinrichtungen hin.

Der Abschluss von Vereinbarungen zur Umsetzung der Regelungen nach dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz, das die häuslichen Betreuungsleistungen für demenziell erkrankte Menschen durch ambulante Pflegedienste betrifft, ist zwischenzeitlich in fast allen Bundesländern erfolgt.

In Handlungsfeld IV ist der Versorgung im Akutkrankenhaus ein eigener Schwerpunkt gesetzt (Position 10.4). Krankenhausaufenthalte stellen für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen, aber auch für das Personal im Krankenhaus eine besondere Herausforderung dar. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und die Deutsche Krankenhausgesellschaft entwickeln eine gemeinsame Informationsbroschüre für demenziell erkrankte Patientinnen und Patienten, deren Angehörige und Bezugspersonen zum Thema Krankenhausaufenthalte. Diese Broschüre wird bis Ende 2015 fertiggestellt sein.

Das Projekt der Bundesregierung zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation, das vom Bevollmächtigten für Pflege betreut wird, ist sehr erfolgreich angelaufen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. hat die Koordination für alle privaten, kommunalen und nicht verbandlich organisierten Einrichtungen im Rahmen der vereinbarten Implementierungsstrategie übernommen. Die Koordination für die Wohlfahrtseinrichtungen liegt bei dem Bundesverband der freien Wohlfahrtspflege e.V.. Alle Projektbeteiligten setzen sich für die Umsetzung der von der Bundesregierung initiierten Implementierungsstrategie ein.

Im Jahr 2015 wurden und werden vierteljährliche Sitzungen der Arbeitsgruppe durchgeführt, damit sich Gestaltungspartner und Kooperationspartner über den Stand der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen informieren und austauschen können. Der Arbeitsgruppenprozess erfährt auch durch Beiträge externer Referenten, die verschiedene Themenschwerpunkte der Allianz (z. B. internationale Demenzpläne, Demenzbeauftragte einer Ärztekammer, Migration) aufgreifen, neue und wichtige Impulse.

Ab 2016 werden in den Arbeitsgruppensitzungen die einzelnen Handlungsfelder gesondert betrachtet, der Umsetzungsgrad der Maßnahmen bewertet und gegebenenfalls die Beiträge fortentwickelt.

Ein erster Zwischenbericht wird voraussichtlich bis Mitte 2016 vorgelegt. Der Abschluss des Umsetzungsprozesses ist für 2018 vereinbart worden.

Mit der Verabschiedung der Agenda der Bundesallianz im September 2014 ist der Grundstein für eine nationale Demenzstrategie gelegt.

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