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Fachkonferenz thematisiert Schutz und Selbstbestimmung bei Demenz

Expertinnen-Podium zur Frage: Wie können wir Freiheitseinschränkende Maßnahmen künftig verhindern mit: (von links: Patricia Drube, Dt. Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest; Gerda Graf, Wohnanlage Sophienhof, Niederzehr; Karola Miowsky, Pfle
Expertinnen-Podium zur Frage: Wie können wir Freiheitseinschränkende Maßnahmen künftig verhindern mit: (von links: Patricia Drube, DBfK Nordwest; Gerda Graf, Wohnanlage Sophienhof, Niederzehr; Karola Miowsky, Pflegestation Meyer & Kratsch GmbH &Co, Berlin; Daniela Wiesler, Moderatorin; Gabriele Tammen-Parr, Beratungsstelle „Pflege in Not“, Berlin; Annette Loer, Amtsrichterin, Hannover); Foto: H. Jennerich/BAFzA

Unter dem Motto "Pflege ohne Zwang" diskutierten Fachleute aus Praxis, Wissenschaft und Politik am 7. November auf einer Fachkonferenz in Berlin über das Spannungsfeld zwischen dem Anspruch auf Schutz und dem Recht auf Selbstbestimmung für demenziell erkrankte Menschen. Ziel des Austausches war es, konkrete Anregungen zur Reduzierung beziehungsweise zum Verzicht auf freiheitsentziehende Maßnahmen in der Pflege zu geben. Das Bundesfamilienministerium hatte gemeinsam mit der Stiftung "Zentrum für Qualität in der Pflege" (ZQP) zu der Fachkonferenz eingeladen.

Ein bedeutsames Problem bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen ist die Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen. Sie sind aus fachlicher Sicht nur äußerst selten erforderlich und dürfen nur nach umfassenden und begründeten ethischen, juristischen und pflegefachlichen Entscheidungen erfolgen. Insbesondere Menschen mit Demenz sind von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen.

Projektergebnisse belegen, dass auf Fixierungsmaßnahmen weitgehend verzichtet werden kann, wenn Personal geschult wird und alternative Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Fachkonferenz soll zum Wissenstransfer beitragen und ein Forum schaffen, das allen Akteuren hilft, den richtigen Weg zwischen Schutz und Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz zu finden. Die Ergebnisse der Konferenz können auf der Internetseite des Zentrums für Qualität in der Pflege eingesehen werden.

Allianz für Menschen mit Demenz

Die auf der Konferenz gewonnen Erkenntnisse sollen in die Arbeit der "Allianz für Menschen mit Demenz" einfließen, um konkrete Vereinbarungen zur Reduzierung von Fixierungsmaßnahmen festschreiben zu können. Die "Allianz für Menschen mit Demenz" wurde im September 2012 vom Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium gegründet. Neben den beiden Ministerien sind auch Vertreter der Länder, Verbände und Organisationen, die auf Bundesebene Verantwortung für Menschen mit Demenz tragen, Mitglieder der Allianz. Bis Ende 2013 sollen dabei in vier Handlungsfeldern konkrete Maßnahmen und Konzepte zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen erarbeitet werden.

Parallel dazu fördert das Bundesfamilienministerium den Aufbau von "Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz". Bis Ende 2016 sollen durch das Programm flächendeckend in ganz Deutschland 500 Lokale Allianzen als dauerhafte Hilfenetzwerke entstehen. Ziel der Lokalen Allianzen ist es, unter anderem durch Netzwerkbildung Hilfe und Unterstützung in Anlaufstellen vor Ort anzubieten oder zu vermitteln.

Bundeskanzlerin und Bundesfamilienministerin starten auf dem zweiten Demografiegipfel Internetseite der Lokalen Allianzen für Demenz

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesfamilienministerin Kristina Schröder vor dem Computer, Innenminister Hans-Peter Friedrch und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sehen zu.
Foto: BMFSFJ / C. Junghanns

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder haben am 14. Mai eine neue Informationsplattform zum Thema Demenz freigeschaltet.

Die Internetseite www.lokale-allianzen.de informiert über die Lokalen Allianzen und die Arbeit der Allianz für Menschen mit Demenz auf Bundesebene. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert flankierend zur bundesweiten Allianz für Demenz die Entwicklung von lokalen Hilfenetzwerken. Die ersten lokalen Allianzen in 23 Mehrgenerationenhäusern werden seit 2012 unterstützt; weitere 150 Standorte starten ab September 2013 mit dem Aufbau. Bis 2016 sollen 500 Lokale Allianzen entstehen, die demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen im Alltag unterstützen.

In Gegenwart von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Familienministerin Kristina Schröder schaltete Bundeskanzlerin Angela Merkel am Stand des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Internetplattform der Lokalen Allianzen und der Allianz für Menschen mit Demenz im Berliner Congress Center - BCC - frei.

Mit der ebenfalls am 14. Mai von Angela Merkel und Kristina Schröder frei geschalteten Website zur Allianz für Menschen mit Demenz (www.allianz-fuer-demenz.de) und dem bereits seit 2010 laufenden Wegweiser Demenz (www.wegweiser-demenz.de) gibt es jetzt drei Partnerseiten des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Thema Demenz, die sich gut ergänzen.

Partner, Akteure und politische Entscheidungsträger sollen sich auf kommunaler Ebene vernetzen, um durch konkrete Maßnahmen in der Kommune Einfluss darauf zu nehmen, dass Demenzerkrankte ebenso wie pflegenden Angehörigen ihren Bedürfnissen entsprechend akzeptiert werden und individuell Hilfe und Unterstützung erfahren.

Die neuen Internetplattformen sollen dazu beitragen, dass Ehrenamtliche, Selbsthilfegruppen und professionelle Unterstützung besser zusammenarbeiten. Zentrales Ziel ist es, den Betroffenen und ihren Familien durch die Verbesserung der Lebensqualität dauerhaft zu helfen. Dazu werden vorhandenen Initiativen zusammengeführt, gebündelt und gemeinsam weiter entwickelt.

Beide Plattformen werden durch die Geschäftsstelle Demenz beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die neuen Internetplattformen finden Sie unter folgendem Link:

Logo 'Lokale Allianzen'- Interner Link zur Startseite www.lokale-allianzen.de (Seite öffnet im gleichen Fenster)
Logo 'Allianz für Menschen mit Demenz'- Externer Link zum Webauftritt www.allianz-fuer-demenz.de (Seite öffnet in einem neuen Fenster)
Logo 'Wegweiser Demenz'- Externer Link zum Webauftritt www.wegweiser-demenz.de (Seite öffnet in einem neuen Fenster)
 
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