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„Vor Ort engagiert und nachhaltig wirken“

Gruppenbild v.l.n.r:
- Dr. Andreas Marg vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
- Petra Weritz-Hanf Referatsleiterin, Gesundheit im Alter, Hilfen bei Demenz Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Bärbl Mielich Staatssekretärin Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
- Hessen: Daniela Poppe Koordinatorin Demenz & Pflege PRO INKLUSIO – Gemeinnützige Gesellschaft für soziale und berufliche Teilhabe mbH
- Bayern: Christine Leike Referat 42, Demenzstrategie, Ehrenamt in der Pflege, Patientenangelegenheiten Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.
Bild: Wolfram Scheible, Stuttgart

Regionale Fachkonferenz der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen

Staatssekretärin Bärbl Mielich aus dem Ministerium für Soziales und Integration, des Landes Baden-Württemberg, begrüßte am 4. Oktober 2016 in Stuttgart die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz. Gemeinsam mit den Vertretungen der Bundesländer, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Vertretungen der 150 Lokalen Allianzen aus Baden-Württemberg ,Bayern und Hessen,  trafen sich die an dem Bundesprogramm Beteiligten zu einer Fachkonferenz.
Der Vormittag war zunächst der Vorstellung der Aktivitäten der Länder zur Demenz vorbehalten. Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien der beteiligten Länder berichteten über die Rolle der Lokalen Allianzen in ihrem jeweiligen Bundesland und die mögliche Einbindung in die vorhandenen Demenz-Netzwerkstrukturen. Konkrete Projekte mit ganz unterschiedlichen Ansätzen stellten für jedes Land ihre Arbeit vor.
Die Basis für die lokale Versorgung von Demenz betroffenen Menschen bildet in Baden-Württemberg das große Angebot von 900 niedrigschwelligen Angeboten. Mit dem Wohnteilhabe- und Pflegegesetz sei 2014 der Grundstock für eine nachhaltige Unterstützung auch der an Demenz erkrankten Menschen gelegt worden. „Die Landesregierung werde als weiteren Baustein die Quartiersentwicklung vorantreiben. Hierfür können die vielfältigen Strukturen der 53 Lokalen Allianzen in Baden-Württemberg eingebunden und mit ihrem know-how genutzt werden“, betonte Staatsekretärin Bärbl Mielich. 

Bild: Wolfram Scheible, Stuttgart

Für Baden-Württemberg präsentierten Christine Bart und Dr. Peter Högerle die Arbeit des Elisabethenvereins e.V. aus Böbingen/Rems „Belisa-zu Hause leben – betreut wohnen“ vor. Dem erfolgreich aufgebauten Café und dem Kunstprojekt folgt jetzt der Aufbau eines ärztlichen Versorgungsnetzwerkes.
Für Bayern stellte Christine Leike aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die interministerielle bayrische Demenzstrategie vor. Eines der 10 Handlungsfelder stellt die Vernetzung dar. Hier können die 61 Lokalen Allianzen als wichtige Schnittmenge anknüpfen. Aktuell plant Bayern in jedem der sieben Regierungsbezirke ein Demenzzentrum zu schaffen, dass den Lokalen Allianzen als Ansprechpartner und Koordinationsstelle zur Verfügung stehen wird. 
Der Verein FÜREINANDER e. V. Utting belegte in seiner Präsentation, wie es gelingen kann, Vereine für die Öffnung seiner Angebote auch für Menschen mit Demenz zu gewinnen. Hans Starke legte beeindruckend dar, mit welcher Ausdauer z. B. der Gartenbauverein, der Segelclub, die Wasserwacht , der Musik- und auch der Sportverein von der Idee der Inklusion überzeugt werden konnten. Nur mit diesem ganzheitlichen Konzept für die 4.500 Einwohner von Utting am Ammersee konnten  demenzfreundliche Strukturen aufgebaut werden.
Für Hessen stellte Daniela Poppe, als Koordinatorin für Demenz und Pflege von PRO INKLUSIO, die begonnene Erarbeitung des Demenz-Atlasses vor. Das vom Hessischen Sozialministerium und der Pflegekasse gemeinsam getragene fünf jährige Projekt  soll die Projektlandschaft in Hessen transparent machen und den Transfer von best practice  ermöglichen.   Die 36 Lokalen Allianzen aus Hessen werden hier eine wichtige Basis für das Gesamtnetzwerk Demenz in Hessen bilden. 2017 wird es erste regionale Netzwerktreffen geben. 2021 sollen konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik formuliert werden.
Susanne Roser und Dr. Hans Unbehauen stellten für Hessen die Arbeit des Vereins ‚Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal e.V.‘ vor. Der interkommunale Generationenverein hat sich zum Ziel gesetzt, für die 12.000 Einwohner in Ebersburg, Ehrenberg und Gersfeld demenzfreundliche Strukturen aufzubauen, zu koordinieren und dauerhaft im Gemeinwesen zu verankern. Dafür ist es ihnen gelungen zentrale Kooperationspartner zu gewinnen. Neben der IHK Fulda, dem Gesundheitsnetz Osthessen, der Rhönenergie und der Kreishandwerkerschaft konnten über die Bürgermeisterkreisversammlung alle 25 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in das Netzwerk eingebunden werden. Damit haben neben den regionalen Unternehmen und der Ärzteschaft auch die Kommunen Verantwortung für das Zukunftsthema Demenz übernommen.
Die schon vorhandenen bzw. geplanten Länderstrukturen stimmen zuversichtlich für die Zukunft. Landesinitiativen für Demenz, Informations- und Koordinationsstellen für Demenz,  Programme für Ältere Menschen, Geriatriepläne, Demenzservicezentren oder ein umfänglicher Demenzplan: Alle Maßnahmen kommen den von Demenz betroffenen Menschen und ihren Angehörigen konkret zu Gute.
Am Nachmittag berichteten die lokalen Netzwerke über ihre Erfahrungen und vertieften ihr Fachwissen vom Aufbau lokaler Netzwerkstrukturen. Dank der aktiven Unterstützung der Länder in der Regionalkonferenz wird die teilweise vorhandene länderübergreifende Vernetzung weiter gefördert bzw. angeschoben und die Einbeziehung der Netzwerkarbeit der Lokalen Allianzen in die vorhandenen Länderstrukturen weiter intensiviert.
So hatten die Projekte, die erst seit kurzem dabei sind, die Gelegenheit, Lokalen  Allianzen aus Ihrer Region kennen zu lernen, die schon länger im Bundesprogramm mitwirken. Die Themen-Workshops wurden neben dem fachlichen Austausch auch für ein gegenseitiges Kennenlernen genutzt.
Den Aufbau Lokaler Allianzen für Menschen mit Demenz unterstützt die Bundesregierung mit dem Ziel, das Lebensumfeld von an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen durch den Auf- bzw. Ausbau stabiler Kooperationsstrukturen auf kommunaler Ebene zu verbessern. Jedes dieser Hilfenetzwerke ist entsprechend den lokalen Gegebenheiten anders aufgebaut und setzt seine eigenen Schwerpunkte.
In fünf Förderwellen ist so eine große Vielfalt verschiedener Netzwerke entstanden, die an die jeweiligen Verhältnisse und Bedürfnisse vor Ort anknüpfen. Mit dieser Vielzahl unterschiedlichster  Angebotsformen kann es gelingen, möglichst viele Betroffene in ihrer jeweiligen Lebenssituation zu erreichen und ihre Lebensqualität trotz Demenz zu verbessern bzw. zu erhalten.

Bild: Wolfram Scheible, Stuttgart

Die lokalen Hilfenetzwerke sollen auch dazu beitragen, dass die von Demenz betroffenen Menschen so lange wie möglich im bisherigen alltäglichen Umfeld verbleiben können und sich entsprechend den eigenen Fähigkeiten in ihrem Lebensumfeld einbringen können. Kontinuität der sozialen Kontakte, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie unterstützte Selbstbestimmung gehören zu den erforderlichen Rahmenbedingungen.
Nach bisher jährlich durchgeführten Bundestreffen wurden 2016  erstmalig regionale Fachkonferenzen durchgeführt. Auf diese Weise konnte auf regionale  Wünsche und Besonderheiten der Projekte bei der inhaltlichen Gestaltung eingegangen werden.
Schwerpunktthemen wie Kultur und Freizeit, Sport, Religion, kommunale Strukturen, Wohnen sowie Bildung und integrative Projekte wurden am Nachmittag bearbeitet. Besonderen Raum nahm das Thema der nachhaltigen Verstetigung der in der Projektphase aufgebauten Netzwerk- und Angebotsstrukturen ein.  
Bundesweit sind die lokalen Allianzen seit dem 1. September 2016 auf rd. 500 Standorte angewachsen. Das Ergebnis der Regionalkonferenz wird in Kürze auf der Internetseite der Lokalen Allianzen dokumentiert.

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