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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Physio- und Beschäftigungstherapie
16.12.2019 | 17:49
Cinderella

Hallo,

ich hatte hier vor einiger Zeit schon mal geschrieben, weil ich mit den Zuständen im Heim unzufrieden war. Nach mehrmaligen Gesprächen hat sich die Situation etwas verbessert, aber sie ist immer noch nicht befriedigend.

Als ich vor Wochen mit einer Bekannten meine Mutter besucht habe, war diese über ihren Zustand erschrocken. Dazu muss ich sagen, dass diese Bekannte selbst ihre demente Mutter daheim! pflegt und auch sonst Ahnung von der Altenpflege hat. Die Bekannte teilte mir mit, dass jedem Bewohner in der Demenzabteilung eine gewisse zeitlang Einzelbetreung (10 MInuten?) zustehen würde. Nun habe ich eine Pflegerin gefragt: Nein meine Mutter bekommt keine Einzelbetreuung.
Wie sieht das aus mit der Betreuung aus wenn es eine Betreuungsassistentin gibt? Steht jedem Bewohner Einzelbetreuung zu?
Außerdem habe ich vor kurzem von einer anderen Pflegerin erfahren, dass meine Mutter nur kurz nach dem Einzug 2mal Physio bekommen hat (war noch ein altes Rezept, sie war vorher in einem anderem Heim), danach nicht mehr, weil der Arzt nicht mehr verschreiben wollte.
Daraufhin habe ich den Arzt angesprochen und der meinte, die Mobilisierung der Bewohner wäre Sache des Altenheims und das Heim müsste die Gehübungen usw. mit meiner Mutter machen, er dürfe das von der KV nicht. Was stimmt nun? Ist das Sache des Heims oder soll der Arzt verschreiben?
Meine Mutter sitzt seit Sommer im Rollstuhl, da sie sich den Arm gebrochen hatte. Ohne Unterstützung kann sie nicht laufen und wenn niemand mit ihr läuft, verlernt sie es. Wie wird das gehandhabt?
Danke im Voraus für Antworten.

16.12.2019 | 18:18
Sonni

Hallo Cinderella,

bzgl. der Physiotherapie - dies sollte der zuständige Arzt verschreiben, Mobilisierung und Physiotherapie sind meines Erachtens zwei verschiedene Dinge. Mein Vater hat ohne Probleme von seiner Hausärztin Krankengymnastik verschrieben bekommen. Übrigens gibt es wohl für Menschen über 70 keine Begrenzung, also nach 6mal ist nicht Schluss.

Gruss
Sonni

18.12.2019 | 11:06
martinhamborg

Hallo Cinderella, Sonni hat Ihnen ja schon Mut gemacht, noch einmal mit dem Arzt zu sprechen!
Was die Betreuung angeht, ist das Heim verpflichtet soziale Betreuung zu planen und nachzuweisen. Diese soll den Bedürfnissen Ihrer Mutter entsprechen und Ihre Anregungen als Tochter sind dabei zu beachten. Vom nächsten Jahr wird dies noch einmal strenger von dem MDK geprüft, das Heim ist also gut beraten, wenn es Ihre Erfahrungen einbezieht.
Die "10-Minuten" pro Tag wurden immer mal wieder als Orientierungswert genannt, aber es gibt so keinen täglichen Anspruch, aber es gibt den Anspruch auf individuelle soziale Betreuung. Vielleicht sprechen Sie die Leitung des Hauses darauf an.
Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

18.12.2019 | 11:44
Cinderella

Vielen Dank für die Antworten. Ich habe bereits mit dem Heim gesprochen und es ist so, dass es Physiotherapie vom Arzt verschrieben werden muss. Nun hatten sie vor Wochen, ohne mein Wissen, beschlossen, dass Physio wohl nicht viel bringt, da sich meine Mutter gegen den Physiotherapeuten wehrt. Seltsam, in dem vorherigen Heim hatte das funktioniert. Das Heim sieht auch nicht viel Sinn darin meine Mutter zu mobilsieren, damit sie wieder geht, das würde ja wohl nicht mehr funktionieren. Ihre Vorstellung von Gymnastik ist das tägliche An- und Ausziehen und das Setzen auf den Toilettenstuhl.Punkt!! Mehr gibt es nicht. Damit meine Mutter Physio bekommt, ich als Laie!! kann auch nicht vorausschauen ob das noch etwas bringt, muss ich den Hausarzt erneut wechseln, denn dieser verschreibt keine Physio für meine Mutter.
Einzelbetreuung bekommt sie nicht, uns wäre schon geholfen, wenn sie mal vor den Fernseher gesetzt würde, denn da entspannt sie sich. (Fernsehen ist nun einmal ihr Ding) Aber auch dafür muss ich wahrscheinlich einen Kampf ausfechten, damit das umgesetzt wird.
Allerdings ist bei dem Gespräch mit dem Heim noch etwas Interessantes ans Licht gekommen.
Hatte mit dem Arzt vereinbart, dass Pipamperon und Oxazepam reduziert wird, weil meine Mutter ständig müde und am schlafen war. Es kam sogar vor, dass sie meine Mutter erst!! zum Kaffee (gegen 15 Uhr) aus dem Bett geholt haben, bis dahin hat sie nur geschlafen. Auf meine Frage, woher die Müdigkeit kommt, bekommt man nur zu hören: Krankheit, allgemeines Befinden blabla. Das Pipamperon darf auch bei Bedarf eingegeben werden und eine Schwester hatte sich mal "verplappert", dass sie das Pipamperon reduzieren mussten wegen der Müdigkeit.
Die Reduzierung der Medis wurde nicht!! freudestrahlend vom Heim angenommen, sondern es kam bei dem Gespräch raus, dass sie das Pipamperon brauchen, um meine Mutter manchmal besser händeln zu können. Sie wollten ja keine Gewalt einsetzen.
Ich bin richtig sauer!! Genau das Problem hatten wir schon einmal, da ging es bis zum Staatsanwalt. Muss es denn sein, dass wir Angehörigen den Heimen ständig auf die Finger schauen müssen? Ich weiß bald nicht mehr weiter.

18.12.2019 | 21:07
hanne63

Guten Abend Cinderella,
das tut mir leid, dass es trotz Heimwechsel erneut zu Problemen gekommen ist.....
Man weiß tatsächlich nie, ob es beim nächsten Heim, Pflegedienst oder Betreuer tatsächlich dann besser wird....ich habe daher bei meinen Angehörigen alles so belassen wie bisher. Allerdings habe auch ich nicht so tolle Erfahrungen gemacht, wenn ich leise Kritik anbrachte. (Ganz leise wurde gar nicht gehört...sprich:.....äußert man sich zu vorsichtig, wird man nicht wahrgenommen.....wird man deutlicher, heißt es, man ist schwierig oder suche geradezu Fehler etc).
Ja, wir Angehörigen sollten schon schauen, was tatsächlich so passiert ....
Viele Heime verordnenen sich selbst derzeit übrigens derzeit einen Aufnahmestopp, weil einfach zu wenig Personal vorhanden ist.



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