Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Bekannter im Heim
16.11.2018 | 17:58
martinhamborg

Hallo Ziska, geben Sie uns gern von Zeit zu Zeit Rückmeldung. Und wenn neue Probleme auftreten sollten, haben wir ja schon etliche Vorinformationen.
Bezüglich möglicher Haftungsfragen können Sie mal bei Gericht oder bei einem Betreuungsverein nachfragen. In meinem Umfeld habe ich jedenfalls noch nichts von Haftungsproblemen bei ehrenamtlichen Betreuern gehört. Ihnen weiterhin viele positive Stunden und viele schöne Erlebnisse mit Ihrem Bekannten, Ihr Martin Hamborg

04.01.2019 | 13:52
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
ich möchte mich nochmal für die Unterstützung im letzten Jahr bedanken.
Ihnen und Ihrem Team ein erfolgreiches neues Jahr wünschen. Da mit der Heimleitung von meinem Bekannten absolut keine zufriedenstellende LÖsung jedweder Art zu erreichen war, ich ehrenamtlich natürlich auch nicht so gewieft wie ein Berufsbetreuer bin und das Heim eh an den Bezirk die Pflegebedürftikgeit melden wollte um ihn loszuwerden habe ich am 23. Dez. den Heimvertrag zu Ende Januar gekündigt. Dadurch dass der Bekannte in einer soziotherapeutischen Einrichtung ist mit Doppeldiagnose, Heime demzufolge Angst haben, er könnte in den Nächsten Edeka gehen, hat ein Heim in der Nähe erstmal abgelehnt. Ich habe denen dann erklärt, dass er seit 30 Jahren nicht mehr trinkt und sie haben jetzt einen Kurzzeitpflegeplatz angeboten. Das wäre füra alle Beteiligten risikolos. Wenn es ihm gefällt, könnte er vielleicht später aufgenommen werden und jetzt, solange erkörperlich noch fit ist, kann er bei uns Wohnen. Vielleicht gibt es auch eine Demenz-WG. Er ist nicht aggresiv und man kann mit ihm reden, zumindest jetzt noch. In dieser Zeit wollen wir versuchen etwas geeignetes für ihn zu finden und vor allem auch bei uns zu lassen, mit ihm Wandern etc. solange es geht. Eine drei-wöchige Kurzzeitpflege wäre aufschlußreich für alle, so meine ich. Der Heimleiter war dagegen, weil er sich da nicht einleben würde. Er wollte ihn gleich in ein Demenzzentrum geben. Das finde ich nicht gut, denn er ist körperlich noch sehr fit.
Ich hoffe für das Beste. Wenn ich lese, dass viele aggresiv werden, bekomme ich schon Bedenken. Seine Mutter hatte die gleiche Krankheit und war auch gemütlich, solange sie Konzerte hören durfte etc. Es war auch für uns ein nervenaufreibender Kampf im letzten Jahr,die Energie hätte man für andere Dinge verwenden können. Auch war die Heimleitung nicht bereit ihn Weihnachten zu uns zu lassen, angeblich war der Urlaub rum. Der Bezirk hatte mir erklärt, sie würden die Wochenenden nicht als Urlaub rechnen, aber das Heim dürfte eigene Regeln aufstellen. Es hätte nur weiterhin einen ständigen Kampf gegeben.
mfg
Harrell Franziska

03.03.2019 | 00:23
Ziska

Hallo Herr Homburg,
wir haben jetzt den ersten Monat des Zusammenlebens hinter uns und ich muss sagen es läuft gut.
Der Kampf war wirklich nervenaufreibender als jetzt das immer wieder neu zu Erklärende aufgrund der Vergeßlichkeit.
Ich hatte einen Verschlechterungsantrag beim Versorgungsamt gestellt und 80 % mit Begleitperson erreicht.
So können wir auch mit Bus fahren.
Die Kurzzeitpflege hat ihn nicht genommen, wobei ich im Nachhinein sagen muss, war mir lieber so, das wäre zuviel Hin- und Her gewesen.
Nächtliches Umherwandern und Aggresivität habe ich nicht erlebt bis jetzt. Sicherlich ist es im Moment auch immer wieder neu für den Bekannten und er ist auch dankbar Mich verwundert, dass er, zumindest jetzt noch nicht, igendwie alleine was unternehmen möchte. Solange es so bleibt, also wir gehen miteinander Wandern, Einkaufen etc. habenw ir von der Krankheit her kein Problem.
Ich habe zwischenezeitlich die Arzbefunde, vermisse aber eine extensive Diagnostik. Macht sowas noch Sinn? Das Kurzzeitgedächtnis ist nicht gut. Ich weiß eben von der bildgebenden Diagnostik, dass man schon feststellen kann welche Art es ist.

04.03.2019 | 17:15
martinhamborg

Hallo Ziska, das klingt ja wirklich gut. Schön, dass es so gut läuft und die Zeit des Kampfes nun wirklich vorbei ist, Sie mit Geduld immer wieder die Fragen beantworten und Sie gemeinsam wandern und schöne Dinge erleben.
Eine weitergehende Diagnostik mit bildgebenden Verfahren würde Ihnen vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt wenig neue Informationen liefern. Aber wenn Sie sich vorab informieren, wo Sie dies in Ihrer Nähe machen lassen können, wäre es ein "Anker", falls eine Verschlechterung eintritt.

Eine weitere Unterstützung könnten Sie vielleicht über eine Ergotherapie bekommen. Diese würde z.B. bestimmte Fähigkeiten gezielt üben - und Sie könnten diese Übungen mit Ihrem Bekannten weiterführen. Dies kann Ihnen noch etwas mehr Sicherheit geben und es würde vielleicht sogar bei der Einstufung in den Pflegegrad von Bedeutung sein.
Weiterhin wünsche ich Ihnen eine schöne gemeinsame Zeit!
Ihr Martin Hamborg

05.03.2019 | 08:42
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
ja das klingt gut. Vielleicht kann das auch mal im Rahmen einer Kurzzeitpflege erfolgen, denn wir haben ein Kompetenzzentrum Demenz und die integrieren die Kurzzeitpflege in die Hausgemeinschaft.
Sie haben ihn auf eine Warteliste gesetzt und meinten, sobald sich was verschlechtert soll ich mich melden.
Da die Diagnose jetzt Alzheimer mit spätem onset lautet wird das doch irgend wann mal nötig sein. Jetzt freuen wir uns, dass unsere Energie in die Hilfe geht und nicht mehr in so einen unnützen Kampf. Ein bisschen Glück und Persistenz gehört manchmal auch dazu, der Richter war auf unserer Seite, auch die Rechtspflegerin ist sehr entgegenkommend. Obwohl viele Bedenken entgegengesetzt wurden. Sicherlich ist man in einer Pflegeeinrichtung in guten Händen, nur wenn man im privaten Kreis noch bleiben kann, meine ich persönlich ist das viel wertvoller. Jetzt hat der Bekannte auch genug Rente um sich ein bisschen was leisten zu können.
mfg
Harrell Franziska

16.10.2019 | 11:42
Ziska

Hallo Herr Homburg,
viel ist passiert leit den letzten Einträgen. Wir haben unseren Bekannten zu Hause und ich kann nicht sagen dass ich mich überfordert fühlte. Wir waren auch im Urlaub 5 Wochen in Ungarn. Sicherlich hat er sich immer mal in die verkehrte Richtung bewegt, aber er hat dann immer wieder zurückgefunden. Er sieht aber leider nicht, dass ich die finanzen von ihm lt. Gerichtsbeschluß und zu seinem eigenen Schutz verwalte.
Leider war es jetzt so, dass wir aufgrund einer Hüfterkrankung meines Lebensgefährten nicht mehr so viel gewandert sind, auch musste er sich diesen Montag einer Hüft-OP unterziehen. Wir wissen natürlich dass solche "Unregelmäßigkeiten" bei dem Bekannten nicht gut sind. Wir mussten zur vorstationären Untersuchung morgens um 9 erscheinen und da erstmal hinfahren. Da war er schon ein bissl aus rem Ruder. Er läuft weg weil er nicht sofort was zu Essen kriegt.
Leider ist es so, dass er in letzter Zeit nur Hunger hat. 7 Brote und dann nochmal Hunger.
Dann hätte mein lebenspartner opiert werden sollen und wir mussten nochmal fahren. Wir haben dann mit ihm dort gefrühstückt aber am gleichen Tag ist er dann los und in Bezug auf Alkohol rückfällig geworden. Wir konnten ihn nicht davon abbringen. Haben das Lokal verlassen und hofften, dass er hinterherkommt, was nicht passiert ist. Mein Lebensgefährte hat dann, nochmal geschaut weil wir uns Sorgen machten und die Polizei brachte ihn blutverschmiert und im Acker liegend.
Ich habe ihm dann am nächsten Tag kein Taschengeld gegeben. Er meinte nur, er würde wieder ein Bier trinken. An dem Montag mussten wir dann in die Klinik auch sehrr früh, da hat er nur noch ständig die gleichen Sätze von sich gegeben "Nicht mal einen Kittel darf man anziehen, ist eine Frechheit was wir mit ihm machen". Es ist halt so wenn man selber im Stress ist und er den halben Kleiderschrank ausräumt, dass ich dann gesagt habe, es geht auch ohne Kittel wir müssen los. Gemeckert hat er die ganze Fahrt über Hopp hopp hoppp und kein Frühstück etc. etc.
Es ist auch so dass wir auf dem Weg zur Orthopädie an einer Psychiatirischen Klinik vorbeimüssen. Er hat dann nicht gecheckt dass mein lebensgefährte operiert wird. Er meinte nur immer wieder abgehackt. Hoffentlich betrifft das nicht mich.
Kurzfristig als wir dann gingen meinte er "wird der arme Wilfried operiert, das sagt mir keiner, das isteine Unverschämtlheit ich mache mir Sorgen". Ich wollte dann heimfahren, weil ich nicht viel geschlaffen hatte und es ungünstig gewesen wäre wenn er jetzt besucht würde. Denn er wurde für die OP präpariert. Leider ging es dann in seiner Panik so weiter. Ich hatte schonbei dem Neurologen einen vorlgelegten Termin beantragt. Als wir zu Hause waren, hat er Brote gegessen und dann gleich wieder Hunger. Er hat mitgekriegt dass ich mit der Praxis geredet habe und meinte ich würde ihn einweisen lassen und ich hätte ihn entmündigt. In Panik hat er die Schuhe angezogen, Hausschuhe in eine Tüte, er war aggresivh und meinte, bevor er wohin geht bringt er sich um. Ichhabe dann die Polizei gerufen obwohl ich jetzt nicht so recht geglaubt habe, dass er das tun würde. Nur er war in einem Ausnahmezustand. Um das jetzt abzukürzen, die Polizei hat fotografiert wie unordentlich sein Zimmer aussieht. Es hat niemanden interessiert, dass ich gesagt habe, er gehört neu eingestellt. Das Lantratsamt hat die Unterbringung abgelehnt, mit der Begründung ich wollte ihn unbedingt haben, also soll ich doch schauen wie ich zurechtkomme. Er wurde dann gefunden. Dann hat mich die Polizei zusammengeputzt. Das ist kein Grund ihn suchen zu lassen er wre in der Nüe gewesen. Die Kirchweihburschen wo er zusammengeschlagen wurde vom Freitag, meinten nur sie würden mit suchen. Er hätte Mädels angegrapscht und da hätte er eine auf die Nase gekriegt. Ich hatte ein bisschen Angst weil er im Haus aggresiv war, die Beamten meinten, er wohnt hier, also. Er ist aber immer wieder weggelaufen. Ging dann Essen ohne Geld. Der Wirt rief mich an und ich habe ihm gesagt solle das Bier wieder weggenehmen .Langer Rede kurzer Sinn er wurde immer wieder gebracht. Nachts um 1/2 3 hieß es er würde wieder gebracht werden und ich solle mit ihm spazieren gehen. Ich war dann selber fertig nach zwei Nächten nicht schlafen. Ich habe dann gesagt, ich befürchte dass ich selber zusammenbreche und er wäre doch rückfällig geworden und es ist doch nicht nomal dass er lieber in einer Polizeizelle schlafen möchte. Dann haben sie ihn endlich aufgenommen. Ich bin von der Betreuungsstelle enttäuscht. Sind die nicht dazu da um einem zu helfen?
Wir sind jetzt schon soweit, dass wir sagen vielleicht soll er doch in ein Pflegeheim, möchten aber die ärztlichen Befunde abwarten.
Gott sei Dank hat jetzt ein anderes Gericht den Unterbringungsbeschluß verfasst und auch Pflegeheim mit rein. Wenn es dann nicht nötig werden soltle, kann man jja immer noch entscheiden.
Wie ist denn Ihre Einschätzung. Sollte man das nochmal wagen wenn er eingestellt ist?
Dass dies wieder passiert ist ja möglich.

16.10.2019 | 12:57
Teuteburger

Hallo Ziska,

Ich habe mich über die vorherigen Beiträge gefreut und gedacht, ja, vielleicht geht es ja doch, mit etwas gutem Willen, das Zusammenleben mit einem Alzheimererkrankten. Die letzten Beiträge haben dann alles wieder relativiert.

Es gibt wenige Fälle von Alzheimer, bei denen die Erkrankten nicht aggressiv werden. Denn letztendlich ist es für denjenigen, der Alzheimer hat, eine große Belastung, wenn er die Zusammenhänge des täglichen Lebens und die Bedürftigkeiten der betreuenden oder pflegenden Angehörigen nicht mehr berücksichtigen kann. Auch ein Alzheimerpatient will ein eigenes Leben haben, halt in dem eng gesteckten Rahmen, den er in sich noch bedienen kann.
Und wieder muss ich sagen, ich bin unbedingt für Demenzdörfer. Altenheime zähle ich nicht wirklich zu den bedürfnisorientierten Unterbringungen. Ausnahmen gibt es natürlich, aber doch eher selten.

Mir tut das sehr leid für Sie, Sie haben es versucht und dann passiert so etwas in der belastenden Phase einer doch nicht gerade leichten OP, wo der Partner einen auch dringend braucht.

Dann hoffe ich für Sie, das der andere Weg, jetzt funktioniert. Und ich würde mich fragen, ob Sie das ein zweites Mal durchstehen können, sollte ihr Bekannter wieder zu Ihnen ziehen können.
Bei einer solchen Verschlechterung würde ich bei den Ärzten aber auch auf eine Untersuchung in Sachen Vitamine und Mineralstoffmängel drängen, wie B12, Folsäure, Vit. D. Das alleine kann schon eine Verschlechterung der Krankheit begünstigen oder sie sogar auslösen. Und da diese Stoffe immer in Wechselwirkung mit anderen stehen, würde ich da auch noch etwas umfassender nachforschen lassen, wie Zink, Selen, Ferretin, evt. Kupfer, Mangan.

Ist ein zu hoher Hirndruck ausgeschlossen worden?

Liebe Grüße

(Sorry, da ist mir am Anfang eine Namensverwechslung passiert, die ich nachträglich korrigiert habe.)

[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 17.10.2019 um 00:30.]

16.10.2019 | 20:13
Ziska

Ich habe ihn vorhin besucht. Er wirkt ruhig. Meinte nur er wäre vielleicht im Irrenheim. Ja das ist ja gerade das Problem, dass es in einer belastenden Phase passiert. Jetzt hätte ich wieder Zeit gehabt, vielleicht jeden Tag ne Stunde zu wandern etc. Ich denke genau darüber nach ob ich in nochmal nach Hause hole. Zumindest müsste dann eine Hilfestellung da sein. Nicht dass einem gesagt wird, Sie wollten es unbedingt, jetzt schauen Sie wie sie zurechtkommen. Das kann nicht Sinn einer Betreuungsbehörde sein. Außerdem sind wir Menschen. Wir dürfen Fehleinschätzungen haben und Fehler machen. Gerade bei so einer Krankheit ist es sehr schwierig. Man braucht viel Geduld. Aber gerade da geht es weder um mich, noch ums Rechthaben noch ums Rechthaben der Behörde. Es geht in erster Linie um den Menschen. Wir hatten ja einen schönen Urlaub und wenn man gesehen hat wie er die Gymnastik mitgemacht hat, nicht immer richtig aber mit Freuden und alles andere. Dann war es eine Bereicherung für alle Seiten. Mit Rückschlägen muss man rechnen.
Ich wäre auch für etwas anderes als so ein Pflegeheim.

19.10.2019 | 08:21
martinhamborg

Hallo Ziska, Sie haben Ihrem Bekannten ein halbes Jahr geschenkt und dies ist sehr wertvoll. Kleine Verunsicherungen konnten Sie auffangen und die gemeinsamen Wanderungen hatten eine stabilisierende Wirkung. Sie beschreiben sehr genau, dass dafür alles seinen gleichmäßigen Ablauf haben musste. Dieser wurde durch die notwendige Operation erschüttert.
Ich muss zugeben, ich bin überrascht, wie lange das nach der Vorgeschichte gut gegangen ist und erstaunt über die geringe Unterstützung durch das professionelle System. Sie haben Anerkennung verdient und keine - so wie es sich liest - Häme. Es ist gut, dass Ihr Bekannter nun erstmal versorgt ist.

Ob es ein Medikament gibt, mit dem Ihr Bekannter bei Veränderungen so beruhigt wird, dass er nicht rückfällig wird und sich selbst und andere gegebenenfalls schädigt, können sie mit dem Arzt mal besprechen. Ob und wann Sie auch mit dieser kleinen chemischen Hilfe einen neuen Wohnversuch starten ist davon erstmal unberührt, denn ohne die gemeinsamen Wanderungen fehlt ein entscheidender Faktor und Ihr Bekannter wird durch die Demenz immer weniger Möglichkeiten haben, Stress zu verarbeiten. Immer mehr werden Sie vielleicht zu einer Wohngemeinschaft, in der sich alles um Ihren Bekannten dreht.

Aber was spricht dagegen, wenn Sie regelmäßige vielleicht sogar tägliche Besuchszeiten und gemeinsame Wanderungen mit dem Heim vereinbaren.Es muss kein Problem sein, wenn Ihr Bekannter tagsüber bei Ihnen ist und nachts im Heim schläft und sich mit Ihrer Hilfe eingewöhnen kann.
Ihnen und Ihrem Mann wünsche ich nun erstmal gute Besserung und dass Sie ganz viel Kraft tanken! Ihr Martin Hamborg

19.10.2019 | 12:58
Ziska

Hallo Herr Hamborg,
ja das sehe ich genauso. Wir hatten ja immer von Wochen, Monaten geredet und er hatte ja eine schöne Zeit.
Ich musste leider in meinem Leben lernen dass es oftmals keine Mittelchen gibt um Menschen zu helfen. Meine Mutter war nach dem Krieg schwer traumatisiert,. Man sollte Menschen so sehen wie sie sind und nicht versuchen zu ändern. Manchmal muss man auch Abschied nehmen können zum richtigen Zeitpunkt.
Der stationäre Aufenthalt des Bekannten gibt erstmal Zeit um zur Ruhe zu kommen und alles in die richtige Perspektive zu bringen. Man sollte nicht sehr vorschnell handeln.
Ich mache das aber trotz alledem von meinem inneren Gefühl abhängig.
Es gibt jetzt viele Bekannte die es gut meinen, man sollte einfach die Betreuung abgeben und dann würde jemand anders das regeln. Ich finde das nicht gut. Wenn man was übernommen hat sollte man es auch zu einem für alle guten Ende bringen. Und nur so kann ich als Betreuerin die besten Bedingungen, wie von Ihnen angesprochen versuchen zu erwirken.
Meinem Lebensgefährten geht es nach knapp einer Woche relativ gut.
Wir hoffen, dass das mit dem Wandern dann nach einer Reha wieder ungetrübter fortgeführt werden kann.
Herzlichen Dank für die einfühlsamen Worte.



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker