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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Haftpflichtversicherung
11.08.2011 | 13:00
heidrun

Guten Tag,
ich habe noch eine Frage zur Haftpflichtversicherung.
Muss ich die Demenzerkrankung meines Mannes der Versicherung melden? Was passiert bei einem Schadensfall, wenn keine Meldung erfolgte?

Vielen Dank und freundliche Gürße
Heidrun

11.08.2011 | 16:31
klauspawletko

Hallo Heidrun,
eine interessante Frage, die ich aus dem Handgelenk nicht beantworten kann. Schauen Sie zuerst in den Versicherungsvertrag (AGB's). Ich mache mich derweil schlau und melde mich dann wieder.

Bis dahin beste Grüße von

Klaus-W. Pawletko

15.08.2011 | 15:23
klauspawletko

Hallo Heidrun,
nun bin ich schlauer. Die deutsche Alzheimer Gesellschaft hat sich dankenswerter Weise bereits mit dem Thema befasst:
"War dem Versicherungsunternehmen zum Zeitpunkt des Neuabschlusses die Demenzerkrankung bekannt, haftet das Unternehmen für die vertraglich versicherten Schäden, die der Erkrankte verursacht. Häufig jedoch findet sich die Situation, dass die entsprechende Versicherung schon besteht, lange bevor der Versicherte erkrankt. In diesem Fall ist von einer so genannten nachträglichen Gefahrenerhöhung auszugehen. Der Betroffene ist bei bekannt werden der Erkrankung verpflichtet, den Versicherer davon zu unterrichten. Das Versicherungsunternehmen kann dann entweder den Versicherungsvertrag fristgerecht kündigen oder den Vertrag mit erhöhten Beiträgen fortführen. Informiert der Erkrankte das Versicherungsunternehmen nicht, kann der Versicherer im Schadensfall den Vertrag fristlos kündigen und die Leistung verweigern, es sei denn, der Schadensfall tritt innerhalb eines Monats nach bekannt werden der Krankheit ein".
Quelle: Alzheimer-Info 1/2007

17.08.2011 | 09:16
heidrun

Guten Tag, Herr Pawletko,
vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Ich war gestern bei unserer Versicherung, um die Demenzerkrankung meines Mannes zu melden. Dort wurde mir gesagt, dass dies nicht erforderlich sei, weil ja explizit empfohlen würde, für Dememzkranke eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Auf meine Bitte wurde die Demenzerkrankung meines Mannes bei den Vertragsunterlagen vermerkt. Falls daraufhin eine Antwort der Versicherung kommt, werde ich Ihnen nochmals berichten.

Gruß Heidrun

17.08.2011 | 11:37
klauspawletko

Hallo Heidrun,
eine interessante Reaktion Ihrer Versicherungsgesellschaft! Ich bin sehr neugierig, ob daraus Konsequenzen folgen (z.B. ein höherer Beitrag).
Falls nicht, wäre diese Gesellschaft ja eine echte Empfehlung für alle Betroffenen und ihre Angehörigen.

Beste Grüße von

Klaus-W. Pawletko

11.09.2011 | 09:21
heidrun

Guten Tag,

ich habe gestern die Antwort unserer Versicherung bekommen und gebe sie nachstehend wortgetreu wider:

wir haben zur Kenntnis genommen, dass Ihr Ehepartner an Demenz erkrankt ist. Wir bedauern dies sehr und wünschen Ihnen weiterhin viel Kraft.
Die Privat-Haftpflichtversicherung gewährt den versicherten Personen Versicherungsschutz, wenn sie aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden. Die Leistungspflicht umfasst die Prüfung der Haftpflichtfrage, den Ersatz der Entschädigung sowie die Abwehr unberechtigter Ansprüche.
Die Ansprüche sind immer dann unbegründet, wenn der Gesetzgeber keine Haftung des Schadenverursachers vorsieht; das Bürgerliche Gesetzbuch besagt dazu folgendes:
"Wer im Zustande der Bewusstlosigkeit oder in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustande krankhafter Störung der Geistestätigkeit einem anderen Schaden zufügt, ist für den Schaden nicht verantwortlich".
Bei Einritt des Versicherungsfalles wird geprüft, ob und inwieweit die gesetzlichen Bestimmungen anzuwenden sind. Ggf. werden die unberechtigten Ansprüche des Geschädigten zurückgewiesen.
Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Ich werde noch bei der Versicherung nachfragen, ob ich den Namen der Versicherung weitergeben darf.

Vielleicht ist damit doch eine große Unsicherheit bezüglich der Haftpflicht beseitigt.

Heidrun

12.09.2011 | 12:24
klauspawletko

Hallo Heidrun,
vielen Dank für die Veröffentlichung!
Der Text der Gesellschaft lässt vermuten, dass sie wohl die Ansprüche der potentiell Geschädigten zurückweisen wird - also gar nicht einspringen muss.
Auch ein interessanter Aspekt, dass man an einen demenzkranken Verursacher eines Schadens unter Umständen gar keine Ansprüche stellen kann (auch nicht stellvertretend an dessen Haftpflichtversicherung). So verstehe ich das Schreiben Ihrer Versicherungsgesellschaft jedenfalls.
Ich bin gespannt auf weitere Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

Beste Grüße von

Klaus-W. Pawletko

06.10.2011 | 20:45
Lisa

Haftpflichtversicherung
Unsere Versicherung hat geschrieben: hiermit bestätigen wir Ihnen, dass wir davon in Kenntnis gesetzt wurden, das Herr ........... Demenz hat.
Der Beitrag wurde übrigens nicht erhöht.
Gruss Lisa



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