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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Gemischte Wohngemeinschaften
09.06.2019 | 19:54
setex

der Zustand meiner Oma verschlechtert sich durchgehend und die Betreuung ist langsam sehr aufwendig, da sie dauernd vergisst sich zu waschen, was zu essen oder ihre Medikamente zu nehmen.

Daher überlegen wir, ob es sinnvoll ist, dass sie in eine Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte umzieht.

In unserer Nähe wird ein neues Haus gebaut, wo noch Plätze frei sind. Allerdings verfolgt diese Einrichtung das Konzept von gemischten Wohngemeinschaften (also Demenzerkrankte mit anderen "gesunden" älteren Personen). Einige Pflegemitarbeiter haben uns erzählt, dass es in gemischten Wohngemeinschaften auch dazu kommt, dass die gesunden Mitbewohner die Demenzerkrankten meiden, da diese anstrengend sein können. Wir sind uns daher nicht sicher, ob eine gemischte Wohngemeinschaft das Beste für sie ist.

Haben Sie Erfahrungen mit gemischten Wohngemeinschaften gemacht? Sind Wohngemeinschaften nur für Demenzerkrankte zu bevorzugen?

Freundliche Grüße,
Nils

12.06.2019 | 20:17
sohn

Da Ihnen noch niemand geantwortet hat: nein, keinerlei diesbezügliche Erfahrungen. Aber was Ihnen die Pfleger gesagt haben, dürfte meiner Einschätzung nach den Nagel auf den Kopf treffen. Haben Sie Lust, sich um fremde Menschen zu kümmern, die immer weiter abbauen und wo Sie sich bald rund um die Uhr kümmern müssen? Nein?? Ich auch nicht! Und so geht es wohl den allermeisten.

Fazit: Ihre Wunschvorstellung wird so eine WG wohl kaum realisieren, da müssen Sie vermutlich selber aktiv werden und etwas erfinden. Bzw. auf den Weg bringen. Engagement heißt das Stichwort.

12.06.2019 | 21:49
hanne63

Guten Abend in die Runde,
das Thema Wohngemeinschaften halte ich für sehr schwierig...noch dazu wenn es gemischte sein sollen....reine DemenzWGs mögen noch bis zu einem gewissen Krankheitsgrad funktionieren..aber was dann?.....also genau überlegen....
ich bin im übrigen ein "gebranntes Kind" bzgl. Wohngemeinschaften....in meiner Jugend und Früh-Erwachsenenzeit...konnte/mußte/durfte ich da vielfältige Erfahrungen sammeln...und das hat sich bis heute mir eingeprägt...die Stärkeren in Wohngemeinschaften sind immer die Dummen.......(mental, finanziell, psychisch und sonst).....alles andere ist rein Utopie....

13.06.2019 | 08:50
sonnenblümchen

Guten Morgen Setex,
zu diesem Thema habe ich die unterschiedlichste Literatur gelesen. Es kann eine Bereicherung für den Menschen mit Demenz sein,wenn er mit nicht an Demenz erkrankten Menschen zusammen ist. Er wird dann noch mehr gefordert.
Andere Literatur bevorzugt ,,reine WG´s mit Menschen,die an Demenz erkrankt sind", weil dann individueller auf ihre Bedürfnisse eingegangen werden kann.
Ganz wichtig war aber....wieviel Personal ist dort....wie ist die Betreuung nachts...? Wer, mit welcher Qualifikation und Beweggründen arbeitet dort?
Vielleicht schauen Sie mal auf die Seite:www.freundealtermenschen.de

14.06.2019 | 15:53
martinhamborg

Hallo Setex, Ihre Frage was besser sei lässt sich aus fachlicher Sicht nur mit einem "es kommt darauf an" beantworten.
Auf der einen Seite gibt es nicht die Demenz, sondern jede und jeder Mensch ist einzigartig. Er oder sie kann eine Bereicherung in der Gruppe sein oder die Gruppe sprengen. Die gilt übrigens auch für Gruppen, wo Menschen (noch) ohne Demenz zusammenleben. Sympathien und Antipathien oder schwierige Persönlichkeiten haben da einen viel stärkeren Einfluss als die Vergesslichkeit und die Abhängigkeit von Hilfe.
Deshalb bin ich immer misstrauisch wenn jemand Patentrezepte und generelle Ratschläge gibt.

Wenn sich ihre Mutter also in der Gemeinschaft wohlfühlt und herzliche aufgenommen wird, kann es für alle sehr schön sein. Eine Voraussetzung ist dabei ist, wie "demenzfreundlich" die WG ist, dh. wie groß ist die Akzeptanz und die familiäre Atmosphäre in der jeder und jede so sein darf wie sie ist. Je größer oder Anpassungsdruck oder der Stress, desto schwieriger wird es und desto eher gibt es eskalierende Konflikte.
Deshalb haben sich die meisten WG`s auf Menschen mit Demenz spezialisiert, in der sich niemand daran stört 100mal am Tag das gleiche Thema zu besprechen. Es gibt dann einfach weniger schwerwiegende Konflikte und auch Mitarbeiter*innen oder Angehörige machen weniger Fehler im Umgang.

Wie schätzen Sie Ihre Mutter ein? Wie viele Probleme gibt es derzeit schon?
Ihr Martin Hamborg

15.06.2019 | 19:37
klauspawletko

Hallo Setex,
Nun habe ich endlich eine Internetverbi ndung und kann Ihnen auch einige Anmerkungen beisteuern.
Nach meiner Erfahrung basieren die meisten gemischten Wgs leider nicht auf schlüssigen Konzepten, sondern sind eher darauf angelegt, möglichst schnell die Hütte voll zu kriegen. Die meisten Nicht-dementen würden sich wohl nicht freiwillig dafür entscheiden, mit Menschen mit Demenz zusammen zu leben. Das hat schon in Pflegeheimen nicht funktioniert. Es mag einzelne "gesunde" alte Menschen geben, die mit einer ausgeprägten Helfer-Attitude in eine solche WG hinein passen. In der Regel leiden aber die "Gesunden" unter den Verhaltensweisen der Demenzkraken und zeigen auch entsprechende aggressives und/oder abweisendes Verhalten. Darunter wiederum leiden die Demenzkranken.
Wenn Ihnen der Betreiber ein schlüssiges Konzept vorlegen kann, könnten Sie noch einmal drüber nachdenken. Ich halte das fūr eher unwahrscheinlich. Wenn es in Ihrer Nähe seggregative Wgs gibt, sollten Sie dort nachfragen. Ob diese dann allerdings eine gute Versorgung gewährleisten, ist damit leider auch nicht garantiert.
Schauen Sie doch mal auf die Webseite: www.wg-qualitaet.de
Dort bekommen Sie wertvolle Hinweise, worauf Sie bei der Auswahl einer WG achten sollten.
Viel Erfolg bei Ihrer Suche wünscht Ihnen Klaus-W. Pawletko aus der Provence




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