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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Wie würden Sie entscheiden?
26.06.2019 | 10:53
Andydreas

Kurze Frage an Jutta,
Sie schreiben von Heimkosten über 2700 Euro Zuzahlung. Wenn ich bei den hiesigen Heimen den Heimkostenrechner benutze kommt da immer (unabhängig vom Pflegegrad) ein Betrag um 1650 Euro raus. Ist hier auch bei allen Einrichtungen in etwa gleich. Habe ich da was übersehen ?

26.06.2019 | 11:34
hanne63

Hallo Andydreas,
obwohl nicht direkt angesprochen, antworte ich kurz:
bei meiner Mutter beträgt der Eigenanteil ca 2150.-- (unabhängig von Pflegegrad) im Doppelzimmer.......ist in Nordbayern....

evtl ist bei Ihrem Berechner die Investitionszulage oder sonst eine Zulage, die immer mitbezahlt werden muß...nicht berücksichtigt....ansonsten wären 1650 schon sehr güngstig...wobei es in den neuen Bundesländern tatsächlich sehr günstige Heime gibt...die Kosten können also sehr unterschiedlich sein.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.06.2019 um 11:34.]

26.06.2019 | 21:27
sohn

Hallo Andydreas,

so wie ich das sehe, haben Sie den weitaus härteren Mutterjob von uns beiden. Ich kümmere mich vor allem organisatorisch aus dem Hintergrund, während Sie an der Front im täglichen Einsatz sind. Das würde ich nicht aushalten, noch nicht mal kurzzeitig.

Zu Ihrer Frag bzgl. Heimkostenzuzahlung: hängt das nicht auch vom Pflegegrad und dementsprechend von der Höhe des Pflegegeldes ab? Bei meinem Vater belief sich die Heimrechnung von 2015 bis 2018 auf ca. 3.700 bis 3.800 € pro Monat, wovon "wir" grob 2.000 € dazugezahlt haben. Der größte Teil davon war aber die Rente, so daß fast nichts aus Ersparnissen/Vermögen/sonstigen Einkünften floß. Super komfortabel, was die heutige Seniorengeneration noch für staatliche Unterstützung genießt! Davon können wir nur träumen.
"Taschengeld" für Hygienerartikel, Medikamentenzuzahlungen, Haare und Nägel schneiden etc. darf man aber auch nicht vergessen; so ca. 4.000 € im Monat sind schnell weg.

27.06.2019 | 07:32
Jutta60

Hallo Andydreas,
ich habe noch einmal nachgesehen auf der aktuellen Homepage des Pflegeheims, in dem meine Mutter war. 2623,96 € beträgt die Zuzahlung pro Monat und sie ist unabhängig vom Pflegegrad. Dazu kommt noch ein Zuschlag, wenn man ein Einzelzimmer wünscht und die Kosten für Friseur und Fußpflege. Weitere Kosten hatte ich nicht, also z.B. für Hygieneartikel. Die Investitionszulage ist der zweithöchste Anteil nach den Pflegekosten. Das Heim ist in kirchlicher Trägerschaft und befindet sich in NRW, Nähe Großstädte. Meine Freundin hatte ihren Vater in Ba-Wü auf dem platten Land untergebracht und kam rund 900 € preiswerter weg. Meine Mutter hatte eine Rente von ca 1000€, dazu kam eine Witwenrente von etwa 600€. Auch da war sie in einer sehr guten Lage. Frauen ihrer Generation, noch dazu vom Land, haben nur selten eine selbst erworbene Rente. "Sohn" hat das sehr treffend kommentiert. Ich sehe da große Aufgaben auf die Politik zukommen und auf die Gesellschaft.
Alles Gute für alle hier!

27.06.2019 | 08:15
Andydreas

Ich habe mir hier mal die Kosten für eine Pflegeeinrichtung des DRK rausgesucht. Einzelzimmer
Pflegeleistungen: 1349,81 €
Unterkunft/Verpfl. 591,97 €
Investitionszulage 473,94 €

Gesamtkosten 2415,72 €

Zuschuss Pflegevers. bei Pflegegrad 2 = 770,00 €

verbleibt ein Eigenanteil von 1645,72 €
Ich habe auch bei anderen Einrichtungen in der Nähe nachgeschaut, aber die Kosen sind eigentlich immer ähnlich. Wir sind hier in Niedersachsen in einer Kleinstadt.
Das könnte meine Mutter wuppen. Es bliebe noch ein kleiner Restbetrag für das tägliche Leben übrig.
Aber noch habe ich nichts in dieser Richtung unternommen. Vorher werden alle Möglichkeiten ausgeschöpft um sie zu Hause zu behalten.
Ich suche nach einer geeigneten Haushaltshilfe und habe bei Betreut.de einige Damen angefragt. Leider bisher keine Antwort. Wo kann ich denn noch suchen. Mein Plan wäre eine Haushaltshilfe einzustellen, die auch für die Betreuung von Demenzkranken Personen ausgebildet ist. Quasi in Doppelfunktion. Meine Mutter steht dem noch etwas ablehnend gegenüber (je nach Tagesform), aber das muss jetzt sein.
Außerdem habe ich bei der Pflegekasse die Höherstufung auf Pflegegrad 3 beantragt. Kann mir da jemand Tipps geben ? Sie wird wieder so tun, als ob sie alles selber kann. Dabei kommt da nix mehr.

Vielen Dank

27.06.2019 | 08:21
Andydreas

Noch ein Tipp von mir an Sohn.
Bei den sonstigen Kosten wäre die Befreiung von der Zuzahlung für die Medikamente bei der zuständigen Krankenkasse zu empfehlen. Wenn eine chronische Erkrankung (Diabetes o.ä.) vorliegt, müssen nur 1 % des Bruttoeinkommens einmalig gezahlt werden (Bescheinigung vom Hausarzt). Bei meiner Mutter rechnet sich das enorm, da sie neben den Diabetesartikeln auch noch 6 Tabletten täglich nehmen muss.
Aber das ist vielleicht auch schon bekannt.

27.06.2019 | 12:07
Jutta60

Hallo Andydreas,
ich habe eine Art Tagebuch geführt und aufgeschrieben, was ich alles mache. Das habe ich dann bei der Begutachtung vorgelegt. Meine Mutter war da aber meist sehr schweigsam. Viele Grüße!

27.06.2019 | 18:35
sohn

Danke für Ihren Tip, Andydreas, aber mein Vater ist inzwischen auf dem Friedhof und wir sind daher von Zahlungen ALLER Art für ihn befreit!
Mich erstaunt aber, daß die Kosten bei Ihnen im Heim rund 1300 bis 1400 € pro Monat niedriger liegen sollen als da, wo mein Vater war. Das ist ja immerhin das ungefähr GESAMTE Monatsnettoeinkommen einer Pflegekraft!

Was Ihre Frage bzgl. des geeigneten Verhaltens beim Termin mit dem Medizinischen Dienst angeht: ich war bei beiden Terminen für meine Mutter dabei und sowohl sie wie auch ich kamen in Ruhe zu Wort. Dabei konnte ich problemlos ihre Defizite aufzeigen; die zuständige Dame kennt ja grundsätzlich die Besonderheiten ihres Klientels und das ging ohne jede Schwierigkeit klar. Einfach alles mit dem MDK, "null Problemo", wie Alf sagen würde. Erst die Einstufung, später die Höherstufung. Machen Sie sich vorher Gedanken über die existierenden Schwierigkeiten und notwendigen Hilfen; auch Notizen, wie Jutta empfiehlt, und dann sollte es klappen.

01.07.2019 | 09:29
martinhamborg

Hallo in die Runde, schön, dass sich so viele daran beteiligen!

Erlauben Sie mir noch kurze Anmerkungen:

Die Heimkosten werden pro Heim verhandelt und deshalb kann es zu großen Schwankungen kommen, dies liegt u.a. an folgenden Gründen:
- Die Bundesländer haben deutlich unterschiedliche Personalschlüssel - 2017 bis zu 25% Unterschied
- Die Mieten/Unterhaltskosten sind in großen Städten unterschiedlich hoch
- Es spielt eine große Rolle, wenn die Einrichtung nach Tarifen zahlt
- Für Einrichtungen die von Hedge-Fonds übernommen wurden, gelten neben dem Wirtschaftlichkeitsgebot der Pflegeversicherungen auch die Regeln der Börse
...

Hallo Sonnenblümchen: Die 30-Sekunden-Regel bei Ihrer Mutter hilft zur professionellen Gelassenheit! Sie müssen nicht mehr dikutieren, sondern warten einfach ab oder lenken die Aufmerksamkeit auf andere Dinge. Wie lang dies Aufmerksamkeitsspanne ist, hängt von Situationen, vom Gesundheitszustand und von der Person ab. Ich kenne Menschen, die schon nach einer halben Sekunde vergessen und die Situation aus dem Verhalten der anderen immer wieder neu einordnen müssen. In diesem Fall kommt es ganz besonders darauf an, was meine Mimik und Gestik für den Menschen bedeutet. Was auch ohne Worte, also "nonverbal" zumeist "richtig" ist, finden Sie in einer Checkliste hier auf dem Wegweiser unter dem Thema "demenzsensibles Krankenhaus".
Ihr Martin Hamborg



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