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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Unterbringung selbst initiieren?
14.10.2019 | 02:03
Angehöriger

Hallo allerseits,

für mich selber habe ich schon mal darüber nachgedacht, "für's Alter" z. B. eine Pension zu kaufen und diese gemeinsam mit anderen Leuten zum Wohnen zu nutzen (alle hätten ihre kleinen eigenen Zimmer für den Rückzug, aber in großen Gemeinschaftsräumen und einer Gemeinschaftsküche wäre ein Miteinander möglich sowie ein einfaches sich-gegenseitig-Helfen aufgrund fehlender zu überwindender räumlicher Distanzen). Das ist in der Theorie eine schöne Idee, zumal für viele meiner Generation "Altersarmut", da sie sich maximal so etwas überhaupt leisten könnten.

Nun steht aber erst mal eine Unterbringung für meine zunehmend demente Mutter an, die leider - wie so viele - nahezu alles Notwendige ablehnt. Das hält aber weder das Alter noch die Demenz noch den Verfall auf, so daß früher oder später etwas passieren muß. Dieser Zeitpunkt ist nun bald gekommen und so überlege ich, ob meine Idee mit der Pension (oder beispielsweise mit einem Bauernhof mit genügend Wohnraum) nicht auch auf meine Mutter sowie ggfs. weitere demente Personen anwendbar wäre. Dazu wenigstens eine Rund-um-die-Uhr-Betreuungs- und Pflegekraft oder gleich mehrere, wenn mehrere Personen versorgt werden müssen. Weniger bürokratisch als ein Altenheim und auch kostengünstiger.

In der Praxis müßte natürlich meine Mutter (genauso wie potentielle weitere Mitbewohner(innen) ) irgendwann einen solchen Umzug zulassen und das ist vermutlich schon mal Hindernis Nummer eins, auf jeden Fall im Moment noch.

Hindernis Nummer zwei könnte das Bestreben unseres Beamten- und Bürokratenapparates sein, sich über alle Maßen dort einzumischen und derart viele Vorschriften zu machen, daß ich es doch lieber von vorneherein sein lasse. Man braucht ja nur mal zu schauen, welchen Auflagen Heime unterliegen.

Ein drittes Hindernis sehe ich darin, daß auch diese Unternehmung vermutlich einiges an zeitlichem und energetischem Aufwand meinerseits erfordert, wobei ich momentan sehr froh bin, die Belastungen der letzten Jahre hinter mir zu haben und meine Kraftreserven allmählich wieder aufzufüllen. Besonders, wenn andere Personen mit untergebracht würden, kommen zwangsläufig deren Probleme und die Einstellungen der sie betreuenden Angehörigen hinzu, die neue Baustellen für mich schaffen würden.

Daher würde ich mich freuen, mal die eine oder andere Einschätzung zu diesem Thema zu lesen (auch bzgl. der Einmischung von Behörden) bzw. sogar Erfahrungsberichte von Demenz-WG-Angehörigen. Vielen Dank.

14.10.2019 | 10:20
Grunella

Ich finde das Konzept "Behörden haben strenge Vorschriften bei der Unterbringung alter, hilfloser Menschen und gucken ganz genau drauf" garnicht mal verkehrt und dass man das alles für bürokratischen Quatsch hält ist zumindest nix, was ich in ein Werbeprospekt schreiben würde.

15.10.2019 | 14:56
klauspawletko

Hallo Angehöriger,
das Thema "WG-Gründung" ist so komplex, dass es an dieser Stelle nicht hinreichend behandelt werden kann.
Sie sollten sich ausführlich bei einer sog. Koordinationsstelle beraten lassen, die es hoffentlich in Ihrem Bundesland gibt. Adressen finden Sie auf der Seite:
wg-qualitaet.de
So viel aber schon mal vorab: Dieses Vorhaben ist in der Tat mit sehr viel Aufwand und Organisation verbunden. Sie brauchen in jedem Fall Partner dafür, vor allem einen ambulanten Pflegedienst Ihres Vertrauens. Und nicht zu vergessen: Sie gehen damit eine (lebens-)lange Verpflichtung ein.
Und der "bürokrartische Aufwand" ist nach meiner Ansicht leider nicht umfangreich genug, um eine entsprechende Qualität in diesen Wohngemeinschaften zu gewährleisten.
Beste Grüße von

Klaus-W. Pawletko

16.10.2019 | 15:48
Angehöriger

Hallo Grunella,

es kommt halt drauf an ob man das aus Konsumenten- oder aus Anbietersicht sieht.

Ich versuche, mein Leben eigenverantwortlich zu gestalten und niemandem auf der Tasche zu liegen (keinem Sozialamt, keiner Arbeitsangentur, keiner Renten"kasse", keiner gesetzlichen Krankenversicherung usw.), zahle dabei mehr Steuern als viele überhaupt einnehmen und zum Dank habe ich ständig Probleme mit den Behörden. Ich bin für alles verantwortlich und darf immer den Zahlmeister spielen; brauche ich hingegen mal die berechtigte behördliche Unterstützung, sieht's ganz duster aus. Und wenn ich mal den vermeintlich Schwachen der Gesellschaft zu helfen versucht habe und das ist schiefgelaufen, habe ICH hinterher den Ärger (und die Kosten) und nicht die Verursacher.

Daher habe ich kein Verlangen danach, mir jetzt noch eine Unterbringungsmöglichkeit für (demente) Senioren zuzulegen, um dann auch damit nichts als Probleme zu generieren.

Ich vermiete derzeit schon seit Jahren an verschiedene WG's und habe damit verschiedene Erfahrungen gemacht, aber noch nichts im Bereich Senioren bzw. Pflegebedürftige. Nach den Erfahrungen mit drei Jahren Seniorenheim, in dem mein Vater war, bin ich erst recht äußerst skeptisch. Um nur mal ein Beispiel zu nennen: das Wasser aus den Wasserhähnen war so hoch temperiert, daß Verbrühungsgefahr bestand (tolle Idee bei Dementen, die sich dagegen nicht zu schützen wissen!!). Darauf angesprochen erklärte mir der Heimleiter, daß das Vorschrift sei, um Keime etc. abzutöten.


Hallo Herr Pawletko: daß das Thema komplex ist, befürchte ich ohnehin, da ich - wie geschrieben - so meine Erfahrungen gemacht habe im Leben.

Und was die von Ihnen erwähnten bürokratischen Hürden angeht, gilt das, was ich oben schon geschrieben habe: wer diese begrüßt oder befürwortet, möge bitte selber mal versuchen, in diesem Land (BRD) etwas auf die Beine zu stellen anstatt immer nur passiv Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen (Rente/Pension, Pflegegeld, Heime, Pflegedienste usw.).


Ich würde mich freuen, wenn hier mal Leute ihre eigenen Erfahrungen mit Demenz-WG's (und deren Initiierung) schildern würden!

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.10.2019 um 15:52.]

19.10.2019 | 09:51
martinhamborg

Hallo Angehöriger, leider war vorhin meine lange Antwort plötzlich weg, so schreibe ich noch mal. Es ehrt Sie sehr, dass Sie mit eigenen Ideen einen Beitrag zur Verbesserung unseres Versorgungssystems leisten möchten, für Ihre Mutter und andere.

Als bürokratie-frustrierter Einzelkämpfer wird das sicher schwierig, denn die Gesetze und Verordnungen sind leider bei den schwarzen Schafen in der Pflege und zum Schutz der Menschen mit Demenz immer noch wichtig.
Seit langem gibt es den politischen Willen, neue Modelle und neue Wohnformen zu fördern. Herr Pawletko hat ja bereits etwas zu den Wohngemeinschaften geschrieben, der geschätzte Kollege hat sich Jahrzehnte für diese Wohnform engagiert und wichtige Impulse sowohl zur Unterstützung der WG`s wie auch für die politische Meinungsbildung gegeben.

Durch das Pflegeversicherungsgesetz werden neue Modelle mit dem §45g gefördert. Dies hat den Vorteil, dass neben der fachlichen Unterstützung auch bei alle bürokratischen Anforderungen gemeinsam nach guten Lösungen gesucht wird. In Schleswig Holstein gibt es z.B. überdurchschnittlich viele Kleinstheime, denen die Ordnungsbehörden in manchen Anforderungen entgegenkommen, (wenn und) weil sie gute Arbeit machen. Im Norden unterstützt z.B. die KIWA im Auftrag des Sozialministeriums die Etablierung neuer Wohnformen und das Kompetenzzentrum Demenz engagiert sich seit einigen Jahren in der fachlichen Unterstützung von Bauernhöfen, in denen Menschen mit Demenz eine Bleibe finden. Ein englisches Modell für neue Wege sind z.B. die Abbeyfield-Häuser.

Wenn Sie sich für ein neues Lebenswerk entscheiden, gibt es in Ihrer Region sicher auch Modelle oder Wege. Informationen finden Sie vermutlich bei der regionalen Alzheimer Gesellschaft, den Fachstellen in den Ministerien und der Kommune, bei Demenz-Beratungs- oder Servicezentren, innovativen Trägern usw. Wie sehr Sie sich dabei einbringen, liegt bei Ihnen, auch als Investor können Sie Einfluss nehmen. Aber es gibt neben den formalen auch hohe fachliche Herausforderungen, Sie kennen diese bei Ihrer Mutter oder aus den Erfahrungsberichten im Forum. Menschen mit Demenz brauchen beides, persönliches Engagement und multiprofessionelle Begleitung, deshalb würde ich mich freuen, wenn es Ihnen gelingt, neue Wege mit guten Bündnispartnern zu finden!
Ihr Martin Hamborg

20.10.2019 | 16:08
Angehöriger

Guten Tag Herr Hamborg,

insbesondere Ihre Stichwörter Bauernhof für Demenzkranke und Abbeyfieldhäuser möchte ich aufgreifen, da ich zwar über ersteres schon nachgedacht hatte, ohne zu wissen, daß es so etwas gibt, und mir zweiteres vollkommen unbekannt war. Wobei ich in der Therorie eine ganz ähnliche Idee verfolge wie sie bei den Abbeyfieldhäusern praktiziert wird, nur eben keine Vereinsgründung anstrebe, sondern es als Ein-Mann-Unternehmung versuchen würde. So, wie ich auch bei den bestehenden WG's für Studenten und junge Berufstätige, an die ich vermiete, alleinverantwortlich (und somit ohne mir von anderen hereinredenlassen zu müssen) eine für alle Beteiligten gute Lösung gefunden habe. Was ich hingegen als demokratisch konzipiert erlebt habe (beispielsweise Ratssitzungen der Stadtverwaltungen oder Versammlungen von Wohnungseigentümergemeinschaften) ist für mich höchstgradig abschreckend; so etwas werde ich freiwillig niemals machen. Ich praktiziere lieber sozialverträgliche Diktatur :-).

Besonders interessant finde ich beim Übertragungsversuch des Abbeyfieldmodells das soeben im Internet Gelesene, nämlich daß es zum einen aufgrund bürokratischer Hindernisse in Deutschland und zum anderen aufgrund der Erwartungs- oder Konsumentenhaltung der Deutschen hierzulande kaum funktioniert. Letztlich ist es genau das, was ich im Umfeld der Generation meiner Eltern überall sehe und nicht nachvollziehen kann, nämlich daß die Leute allesamt mehr oder weniger einsam und isoliert in ihren Einfamilienhäusern sitzen, aber jegliche Veränderung ablehnen und auch kein bißchen Bereitschaft zeigen, zu ihrem eigenen Wohlergehen mal einen vermeintlichen Rückschritt heraus aus dem Einfamilienhaus hinein in eine Gemeinschaftswohnform zu wagen. Ebenso fehlt fast überall das soziale Engagement der Alten, also der Einsatz für und mit andere(n), obwohl reichlich freie Zeit und auch genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, schließlich war noch keine
Ruheständlergeneration finanziell so üppig versorgt wie die jetzige und es wird wohl auch nie wieder eine geben.

Leider fehlt auch bei meiner Mutter, wie hier umfangreich nicht nur von mir berichtet, die Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen, so daß letztlich (wie bei meinem Vater) schlußendlich nur eine unfreiwillige Endstation im Heim bleibt, wo kaum jemand wirklich hin möchte. Allein deswegen macht es schon wenig Sinn, wenn ich versuchen würde, eine Gemeinschaftswohnform für Alte zu initiieren, wenn meine Hauptakteurin nicht mitmacht, sondern sich verweigert und alles sabotiert. Es ist diese Vollkasko- bzw. Vollversorgungsmentalität hierzulande, alles haben zu wollen, aber nichts dafür zu tun bereit zu sein. "Bedingungsloses Grundeinkommen" ist der Gipfel dessen: faul auf dem Rücken liegen, das Maul aufsperren und warten, daß einem die gebratenen Tauben reinfliegen und man nur noch kauen und schlucken muß.

Erst kürzlich war ich bei einer dem Namen nach sozialistisch angehauchten Wohngemeinschaft, um meinen engstirnigen Horizont zu erweitern. Letzten Endes sind das (dort) aber auch nur nicht integrierbare Leistungsverweigerer, die nach meiner Definition weitestgehend antriebslos in ihrer Unordnung und ihrem Dreck herumlungern und den Kapitalismus verteufeln. Wenn sie aber mit ihren eigenen äußerst bescheidenen finanziellen Mitteln nicht mehr weiterkommen, nehmen sie gerne die Gelder derjenigen an, die sie ansonsten wegen ihrer "kapitalistischen" Einstellung verteufeln. Kein Modell, was sich zur Nachahmung empfiehlt.

Vergangenes Jahr hatte ich mir eine mir sehr gut gefallende zum Verkauf angebotene Pension im südlichen Kärnten angesehen, wo alleine schon aufgrund der ruhigen Lage, der schönen umgebenden Natur mit Wäldern und Badeseen und der Nähe zu Slowenien sowie Kroatien samt kroatischer Mittelmeerküste ein meiner Meinung nach reizvolles Projekt in Angriff zu nehmen wäre. Gedacht hatte ich das allerdings nicht für Senioren, sondern für sozial schwächere Familien, die sich keinen regulären Urlaub leisten können und wo man mit größeren Gruppen eine sehr gute Auslastung zu geringen Kosten umsetzen können müßte. Zumal ich im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern nicht wirtschaftlich abhängig von den dort zu erzielenden Einkünften bin. Aber die von mir mit dieser Idee angeschriebenen Kirchen und Sozialeinrichtungen etc. haben es noch nicht einmal für nötig befunden, zu antworten, geschweige denn, positiv darauf einzugehen. Und bei den österreichischen Behörden, bei denen ich vorgesprochen habe, hatte ich den Eindruck, daß sie mindestens so schlimm sind wie die Deutschen. Daher habe ich die Idee ganz schnell verworfen. Kein Rückhalt, nirgendwo.

Und in Deutschland warte ich seit vier Jahren darauf, endlich wieder mein Geld zurückzubekommen, was ich ursprünglich jemandem für nur ein Jahr geliehen hatte. Hier fehlt mir nicht nur die Unterstützung durch die deutschen Behörden, sondern diese unterstützen ganz massiv die kriminellen Schuldner und schädigen damit nicht nur die privaten Gläubiger, sondern die Steuerzahlergemeinschaft insgesamt, da auch Stadtverwaltung und Kreisverwaltung und Finanzbehörden Gelder von den Schuldnern zu bekommen hätten, aber aufgrund der Gesetzeslage nicht zum Zuge kommen. Und unsere moderne Datenschutzgesetzgebung unterbindet die Kommunikation zwischen den Geschädigten und eine sinnvolle gemeinsame Vorgehensweise, da sich fast alle Behördenangestellten auf den von ihnen einzuhaltenden Datenschutz berufen und ihre Jobs nicht durch einen Verstoß dagegen riskieren möchten. Das ist so verrückt, daß ich es niemandem glauben würde, der es mir erzählte, wenn ich es nicht selber erleben würde.
Eigentlich sind alle Voraussetzungen inzwischen gegeben, daß die Gläubiger nun ausgezahlt würden, aber irgendwelche Gesetze erlauben den Schuldnern immer wieder Winkelzüge, die ihnen lange Zeitaufschübe ermöglichen.
Insofern habe ich keine Ahnung, wann ich überhaupt wieder über die nötige Liquidität verfüge, um ein Projekt zu realisieren.

Wie Sonnenblümchen schon ein Stück weiter oben geschrieben hat: irgendjemand hat FÜNF Jahre gebraucht zur Umsetzung einer Idee; ich weiß ja gar nicht, ob ich so lange noch lebe und etwas heutzutage Angefangenes abgeschlossen bekäme.

Wenn ich etwas anfangen sollte, dann ganz sicher nichts, wo die Behörden mitzuentscheiden haben. Und wenn ich konsequent wäre, auch nicht in Deutschland.


[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 20.10.2019 um 16:18.]

21.10.2019 | 10:18
martinhamborg

Hallo Angehöriger, es würde mich freuen, wenn die Idee der Abbeyfield-Häuser auch in Deutschland vorankommt. Sie kennen meine Erfahrung, dass es in den Behörden viele engagierte Menschen gibt, die zukunftweisenden Ansätze unterstützen. In guten Kooperationen muss dies keine 5 Jahre dauern. Gerade bei den unzähligen Herausforderungen und Grenzerfahrungen im Spannungsfeld diverser Interessen und Selbstbestimmungswünschen in meiner beruflichen Tätigkeit bin ich froh, dass ich Entscheidungen nicht allein treffen muss. Sie wissen, dass ich den Schutz von abhängigen Menschen für unverzichtbar halte und die geht nur durch den Staat. Wenn Sie diesbezüglich eine andere Werte haben, ist es sicher sinnvoll, wenn Sie sich Betätigungsfelder suchen, in denen Ihr Vorgehen so wenig wie möglich mit den Schutzbedarfen für Abhängige kollidieren kann.

Abschließend möchte ich Sie bitten, noch einmal Ihren Beitrag anzusehen, es sind eine Reihe von Erfahrungen und Wertungen, die ich nicht für dieses Forum als angemessen empfinde und es würde mich freuen, wenn Sie da noch etwas bearbeiten...
Ihnen eine gute Woche, Ihr Martin Hamborg

21.10.2019 | 15:33
Angehöriger

Hallo Herr Hamborg,

auch mich würde es freuen, wenn die Idee der Abbeyfield-Häuser in Deutschland vorankommt. Mir scheint das ein wirklich lohnenswerte Ansatz zu sein.

Haben Sie denn aus Ihrer Position heraus die Möglichkeit, diesbezüglich etwas auf den Weg zu bringen? Vielleicht könnten sich ja Synergieeffekte aus Ihrem Wissen und Ihren Kontakten zu Hilfebedürftigen (aus diesem Forum) dazu verwenden lassen, ein solches Projekt zu starten?


Sie haben vollkommen Recht, daß es sicher sinnvoller für mich ist, wenn ich mir Betätigungsfelder suche, in denen mein Vorgehen so wenig wie möglich mit den Schutzbedarfen für Abhängige kollidieren kann, denn da prallen zwei unvereinbare Welten aufeinander.

Wenn Sie Vorschläge haben, was ich Ihrer Meinung nach in meinen Beiträgen noch etwas bearbeiten sollte, präzisieren Sie es bitte. Danke.

21.10.2019 | 15:36
Angehöriger

P.S.: All die sonst so fleißigen Schreiberinnen und Schreiber haben sich noch mit keinem einzigen Wort zu diesem Thema gemeldet; hat hierzu niemand etwas beizutragen?

21.10.2019 | 16:18
Angehöriger

.... und verpassen dabei den Zeitpunkt zur Weichenstellung für die Zeit, wo die Selbstbestimmung nicht mehr funktioniert. Das ist ja genau das, was ich im Wohnumfeld meiner Eltern beobachte und geschildert habe.


Nun nochmal zu den Herren Fachleuten, Herr Hamborg und Herr Pawletko: von einem von Ihnen kam das Stichwort "green care", womit Gemeinschaftswohnformen für Pflege- bzw. Betreuungsbedürftige auf Bauernhöfen gemeint sind. Was ich im Internet an Zahlen dazu finde, gibt es, auf die jeweiligen Bevölkerungszahlen der Länder hochgerechnet, rund zweihundertvierzig mal so viele Projekte in den Niederlanden als wie in Deutschland und in Norwegen sogar siebenhundertdreiundachtzig mal so viele. Ein immenser Unterschied!

Haben Sie als an der Quelle Sitzende nähere Informationen dazu, warum diese eklatanten Unterschiede existieren und was sich dagegen unternehmen läßt?



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