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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Verdorbene Lebensmittel.....
04.12.2019 | 08:43
hanne63

Guten Morgen,
danke Herr Homborg für Ihre Einschätzung.
Es geht ja nicht nur um verschimmelte Wurst......es liegen noch unzählige andere selbstgefährdende Verhaltensweisen vor.....
nach dem Telefonat mit dem Betreuer werde ich mehr wissen.
Aber jetzt hab ich jedenfalls schon mal ein "Basis-Wissen" für das Telefonat.
Ich möchte dann natürlich, dass mein Vater auf einer "normalen" Station untergebracht wird.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.12.2019 um 08:43.]

04.12.2019 | 10:13
hanne63

Hallo nochmals in die Runde,
nach dem Telefont mit Betreuer bin ich jetzt klüger und habe meine Meinung geändert.
Der rechtliche Betreuer hält es selbst für einen Grenzfall (ebenso wie die Gutachterin). Der Gerichtsbeschluß gilt 1 Jahr und genehmigt lediglich die Unterbringung, so wie es der Betreuer für richtig hält....
Vater sei in der letzten Zeit viel ruhiger geworden und "stellt" nichts an.....daheim hat er seine Ruhe und ist auch friedlich.
Im Heim würde er es nicht so angenehm haben.
Daher werden wir weiter abwarten.......und ich werde meine innerliche Unruhe weiter aushalten müssen.....wenn ich mich in meinen Vater hineindenke, hat er es daheim tatsächlich besser....weil er es im Heim ja nur aushalten könnte, wenn er zusätzliche Medikamente bekäme etc.....

04.12.2019 | 17:24
Angehöriger

Guten Abend Hanne,

die zeitliche Übereinstimmung ist mal wieder auffällig: Sie stellen heute Neues ein unter der Rubrik "Verdorbene Lebensmittel" und wir waren heute bei meiner Mutter und haben KISTEN- und KÖRBEweise Marmelade und anderes Eingemachtes etc. entsorgt (teilweise verschimmelt, teilweise mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum). Vorräte für ein Jahr oder länger.

Ein knappes Dutzend Zahnpastatuben hatte sie auch herumliegen (ebenfalls längst abgelaufen). Das alles hat niemand vom Pflegedienst aussortiert, sondern die privaten Damen, die sich neuerdings um meine Mutter kümmern. Aber selbst bis zu denen ist der Bürokratiewahnsinn schon durchgedrungen: sie haben Angst davor, ihr die Fußnägel zu schneiden, wegen möglicher negativer rechtlicher Konsequenzen für sie. Dieses Thema scheint im Pflegebereich ernsthaft von Bedeutung zu sein; da frage ich mich, wie die Menschheit das über Jahrhunderte und Jahrtausende bewältigt bekommen hat, wenn neuerdings nur noch anerkanntes Fußpflegepersonal so etwas machen darf.

Was Ihren Hickhack mit der Heimaufnahme Ihres Vaters angeht, habe ich leider (oder zum Glück!) keine eigenen Erfahrungen, mit denen ich Ihnen weiterhelfen könnte: bei mir war das damals ein morgendlicher Anruf und mittags war mein Vater schon aufgenommener Heimbewohner. Wie im Märchen.

Generell wundert mich aber nicht, was Sie schildern, und auch nicht, daß Ihnen das an den Nerven zerrt. Nicht ohne Grund warne ich hier immer wieder davor, sich auf die Behörden und insbesondere Gerichte einzulassen, denn dann ist man verraten und verkauft.
Für Sie kommt der Rat zu spät, aber allen anderen kann ich nur schreiben: FINGER WEG VON DER JUSTIZ !!!!

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.12.2019 um 17:26.]

05.12.2019 | 12:04
hanne63

Hallo in die Runde,
zum dem Punkt von Angehöriger "wer darf im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften Fußnägel anderer Personen schneiden?"....möchte ich auch etwas loswerden....
Im Pflegeheim meiner Mutter dürfen nur bestimmte Pflegekräfte die Bewohner von Stuhl in den Rollstuhl umsetzen.....ich selbst als Tochter dürfte es...aber kann es körperlich nicht....also mußte ich warten, bis jemand von den Pflegekräften kam, der es "durfte", bevor ich mit meiner Mutter in den Gartenbereich hinaus konnte....obwohl andere Kräfte, die füttern durften und Essen reichen und/oder putzten im Raum waren.....

alles und jeder Handgriff ist offenbar ganz genau geregelt......offenbar wegen der Haftungsfragen...

So wird wohl auch ein ambulanter Pflegedienst nicht generell für die hauswirtschaftliche Versorgung und damit Aussortierung schlecht gewordener Lebensmittel zuständig sein...sondern nur rein für die körperliche Pflege...vermutlich müßte dann für zusätzliche Arbeiten eine gesonderte hauswirtschaftliche Pflegedienst-Person über den Pflegedienst in Auftrag gegeben werden......usw usw usw.....

ich habe mir abgewöhnt inzwischen überhaupt noch darüber nachzudenken. Es bringt nichts ;-)

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.2019 um 12:08.]

05.12.2019 | 18:38
sonnenblümchen

Irgendwie sind wir von den Lebensmittel zu den Fußnägel gekommen....!
Es gibt Erkrankungen wie ,, Zucker" und Durchblutungsstörungen, die bei einer Verletzung zu Wundheilungsstörungen führen können. Aus diesem Grunde müssen Pflegekräfte keine Nägel schneiden. Wenn sie es sich aber ,,zu trauen`` drüfen sie.
@ Angehöriger: Es gibt ,,Fußpfleger"...die kommen auch ins Haus. Vielleicht klappt ja 1mal wöchentlich eine Anwendung.
..oder selber die Nägel schneiden..geht auch!
LG

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.2019 um 18:39.]

07.12.2019 | 07:55
Angehöriger

Ok, dann wieder zurück von den Fußnägeln und dem Umsetzen zu den (verdorbenen) Lebensmitteln :-) :

Gestern war ich just zu dem Zeitpunkt bei meiner Mutter, als sich auch eine der Betreuungskräfte um sie kümmerte und darüber hinaus noch eine Dame vom Pflegedienst kam.

Die Betreuungsdame wies meine Mutter darauf hin, daß sie seit Tagen Kuchen im Kühlschrank stehen habe, der bald schlecht würde und daher zu entsorgen sei. Meine Mutter zeigte aber keinerlei Einsicht und bestand darauf, ihn (den Kuchen) neben den Kühlschrank zu stellen und ihn nachmittags zu essen. Als ich argumentativ nachhelfen wollte mit dem Hinweis, daß sie sich schon mehrfach "den Magen verdorben" habe mit dem Verzehr ihrer alten Speisen guckte sich mich nur ganz erstaunt und ungläubig an und sagte, davon nichts zu wissen.

Sie sehen also, trotz Hilfestellung zahlreicher Personen hilft nichts gegen den Eigensinn der Dementen. Entweder gesteht man ihnen noch eine gewisse Selbstbestimmung zu mit allen bekannten fatalen Folgen oder man handelt rigoros zu ihrem Schutz und "stößt sie gegen den Kopf", indem man für sie unverständlich "Gutes" wegwirft.

Am besten wird also sein, daß eine Person Mutter ablenkt und in einen anderen Raum lotst, während eine zweite Person entsorgt. Dabei muß, wie jemand anders hier im Forum schon geschrieben hat (war es vielleicht Sonnenblümchen?), darauf geachtet werden, nichts in die Mülltonnen vor Ort zu stecken, da nach den Berichten der Betreuerinnen meine Mutter in den Mülltonnen kramt und wieder herausholt, was sie behalten will.

07.12.2019 | 10:07
martinhamborg

Hallo in die Runde, zunächst freue ich mich, dass der Betreuuer so nachvollziehbar informiert hat und es nach Abwägung aller Risiken, Vor- und Nachteile derzeit für Ihren Vater zuhause am besten ist. Sie werden sich hoffentlich nicht entmutigen lassen um immer wieder zur prüfen, ob und wann dieses labile Gleichgewicht kippt und weitere Maßnahmen notwendig sind. Vielleicht können Sie schon mit dem Betreuer einen Plan B erarbeiten, sodass Sie im Fall einer dramatischen Verschlechterung wissen, was zu tun ist.

Dank Ihnen Sonnenblümchen, dass Sie das Thema "Fußnägel" klargestellt haben: Es ist wichtig, dass Pflegekräfte ihre Grenzen kennen und nur das tun, was sie auch verantworten können. Es gibt Menschen, die gehen mit eingewachsenen Fußnägeln zum Arzt, und andere machen diese rechtlich gesehene Körperverletzung irgendwie selbst. Ambuante Pflegekräfte sind gut beraten, wenn Sie sich an den vereinbarten Auftrag halten, so wie andere Dienstleistungen, Handwerker oder Steuerberater usw. Nur dass die Kontrollen in der Pflege stärker sind und sehr schnell ein Betrugsverdacht im Raum steht, wenn Leistungen erbracht werden, obwohl eine Kraft dazu nicht qualifiziert ist. Je mehr Fachkräfte fehlen , desto weniger sind die Folgen für die häusliche Pflegenot absehbar.
Deshalb ist es notwendig, die Erwartungen und die Dienstleistungen genau abzusprechen.

Lieber Angehöriger, ich schätze Ihre Klarheit und Pragmatik, aber bitte löschen Sie schnell den letzten Absatz, auch der Gedanke an Gewalt ist keine Problemlösung und gehört m.E. nicht in das Internet.
Allen ein schönes Wochenende, Ihr Martin Hamborg

07.12.2019 | 13:08
hanne63

Hallo Herr Hamborg,
ich habe ja schon Anfang des Jahres eine fehlgeschlagene Heimunterbrinung und dann Krankenhausentlassung mit folgendem Polizeieinsatz bei meiner Mutter erleben dürfen....die letztlich über Weg zunächst Gerontopsychiatrie in eine beschützte Demenzstation geführt hat.
Nun wiederholt sich die Geschichte so ähnlich bei meinem Vater.
Ich bin gesundheitlich angeschlagen und das alles nimmt mich sehr mit.
Dabei habe ich ja bewußt die Verantwortung für die Eltern abgegeben und es ist ein rechtlicher Betreuer für beide Eltern zuständig.
Zu meinem eigenen Schutz habe ich jetzt beschlossen, mich noch mehr zurückzunehmen. Es sind die Profis in der Verantwortung. Nicht ich. Und das sage ich mir derzeit täglich mehrmals wie ein Mantra vor.
Ich bin in gewisser Weise entmutigt....aber natürlich werde ich bei meinen Besuchen bei Vater zu Hause und bei Mutter im Heim ein "wachsames" Auge haben.
Der Plan B bzgl Vater sieht wohl so aus, dass auf einen Akutfall gewartet wird, und dann eine Heimaufnahme veranlaßt werden soll....oder im Anschluß an einen evtl in der Zukunft erforderlichen Krankenhausaufenthalt infolge Sturz oder ähnlichem.....oder Vater stirbt einfach in Ruhe zuvor zu Hause ...das wird die Zukunft zeigen.
Danke für die Hilfe, die ich bisher in diesem Forum bekam und natürlich bin ich auch weiterhin hier.

09.12.2019 | 07:06
Angehöriger

Guten Morgen Herr Hamborg,

Sie bitten mich, etwas von meinem Text zu löschen.

Da ich davon ausgehe, daß Sie Ihre Aufgabe hier ernst nehmen und darum bemüht sind, den Ratsuchenden auch wirklich zu helfen, bitte ich Sie, z. B. unter nachfolgendem Link nachzulesen, weswegen es wichtig ist, Kritisches anzumerken und vor der Einschaltung unserer Justiz zu warnen.

Wie Sie dann sehen, habe nicht nur ich große Probleme durch sie, sondern sehr viele andere ebenfalls und z. B. Hanne berichtet in diesem Forum über die Erfahrungen, die sie mit dem Thema Betreuung macht. Es ist schlimm genug, das (demente) Altwerden der eigenen Eltern mitzuerleben; dann braucht man darüber hinaus nicht noch die gegen die Bürger(innen) gerichtete Kollaboration von unserer Legislative, Exekutive und Judikative.


https://opinioiuris.de/aufsatz/3395#Warum_die_Veroeffentlichung_von_Rechtsbeugungen_wichtig_ist

09.12.2019 | 10:13
hanne63

Hallo Angehöriger,
ich schätze Ihre Denkansätze und Hinweise sehr . Deshalb bin ich froh, Sie hier im Forum zu haben.
Ich denke Herr Hamborg meinte Ihre Textpassage....mit dem "gedanklichen Ausrasten lediglich in der Fantasie".....

dass man allgemein auf mögliche Probleme mit der Justiz und/oder Behörden hinweist, dürfte nicht das Problem sein .....
Ich denke auch, dass Angehörige von Demenzerkrankten mental sehr stark belastet sind, und man ihnen, falls sie wortstarke Ausdrücke benutzen, das nicht so übel nehmen sollte, bzw. nicht so sehr auf die Waagschale legen. Jeder hier weiß doch eigentlich, wie es im Grunde gemeint ist.

viele Grüße


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 09.12.2019 um 10:16.]



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