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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Erfahrung mit ,,Essen auf Rädern"
09.12.2019 | 18:24
sonnenblümchen

..ich möchte mal Eure Erfahrungen einholen zu diesem Thema. Ich habe im Internet über einen Anbieter Erfahrungsberichte gelesen, die waren unschön. Essen wurde schon um 10 Uhr gebracht. Nicht abgegeben,sondern vor die Haustür gestellt ect. . Warm machen bzw. die Bedienung der Mikrowelle bekommt meine Mama nicht hin. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schmeckt das Essen? Meine Mama meinte: ,, Den Fra... würde sie nicht essen!" Haben Eure Angehörigen mitgemacht oder ist es auch wieder verlorene Mühe?

09.12.2019 | 21:58
Wissenssucherin

Hallo Sonnenblümchen,

Erfahrung hab ich mit einem einzelnen Askept der Frage, nämlich der Qualität. Und da würd ich sagen, kommt es ganz darauf an, wo das in eurem konkreten Fall zubereitet wird.
Ich selbst habe mal einen Sommer lang im Seniorenheim der nächsten Stadt in der Großküche gearbeitet, wo nebst Heimverpflegung auch für Essen auf Rädern gekocht wurde. Da wurden täglich insgesamt an die 350 Portionen gekocht, angerichtet haben wir tatsächlich am Fließband - aber das tat der Qualität keinen Abbruch. Ich selbst hab ja damals mitgekocht und auch das gleiche Essen gegessen - das war wirklich absolut lecker.

An meinem jetzigen Wohnort (in der Peripherie) weiß ich, dass das Essen auf Räder von einer ansässigen Wirtin zubereitet wird - die kocht wirklich gut.
Ich habe aber auch schon an anderen Orten von dem vielzitierten Fr... gehört.
Was diesen Aspekt angeht, lohnt höchstwahrscheinlich Nachfragen, wo und wie konkret das Essen zubereitet wird.
Und wahrscheinlich bleibt abzuwarten, wie das Essen tatsächlich aufgenommen wird- die beste Haute Cuisine kann eklig schmecken, wenn man davon überzeugt ist, das Essen aus Prinzip eklig finden zu wollen... Da hilft wohl nur Trial and Error! ;)

Alles Liebe

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 09.12.2019 um 21:59.]

09.12.2019 | 22:53
Barbara66

Hallo Sonnenbluemchen,
Ich hatte das auch schon in Erwägung gezogen und den Pflegedienst deshalb kontaktiert.
Die haben mir gesagt,daß es sich um Tiefkühlkost handelt,die in die Mikrowelle getan wird.
Meine Mutter War die beste Köchin des Universums (sie wäre es immer noch,wenn die Demenz nicht wäre )
So ein Essen kann ich ihr nicht zumuten und meinem Vater schon gar nicht.
Somit koche ich manchmal mit und ansonsten fährt mein Vater 2mal die Woche zum Rewe und holt was an der heißen Theke.
Es ist natürlich bei Euch schwieriger,da Deine Mutter ja alleine ist.
Aber frisch gekochtes Essen-das kann man glaube ich (leider)nicht erwarten.
Aber wenn ihr eine Pflegegrad habt,kann doch jemand vom Pflegedienst hauswirtschaftliche Unterstützung in Form von Essen kochen geben.
Gruss
Barbara

10.12.2019 | 00:38
hanne63

Hallo,
für meine Mutter hatten wir ein paar Monate lange, bis sie ins Heim kam, Essen auf Rädern. Es hat lange gedauert, bis sie es akzeptiert hat. Der Vater wollte es nicht (weder für sie noch für sich selbst).
Das Essen kam immer um die Mittagszeit und zwar in Warmhalteboxen. Es mußte also nicht erst noch aufgewärmt werden. Das hätte meine Mutter auch nicht mehr gekonnt.
Das Geschirr konnte beschmutzt zurückgegeben werden am nächsten Tag. Die Mahlzeiten wurden von einer Gaststätte im Ort gekocht und waren gut und in Ordnung.
Es kommt wohl darauf an, welchen Anbieter man erwischt. Evtl muß man durchprobieren oder auf Mundpropaganda sich verlassen.

10.12.2019 | 10:09
Gebby

Hallo Sonnenblümchen,

inzwischen ist die Qualität des Essens auf Rädern besser geworden. Ich bin sehr froh, dass die Schwestern des Pflegedienstes die Liste mit meinem Vater durchgehen. Freitags gibts Fisch, es ist ein Highlight das tägliche Essen auf Rädern mit einem Stückchen Kuchen dazu. Das Essen wird von der Schwester meinen beiden Eltern zugeteilt und beiden scheint es zu schmecken. Zu Beginn hat meine fortgeschritten demente Mutter es oft unters Bett gestellt. Es kommt ca. 11.30 Uhr und wird unten vor die Haustür gestellt. Wenn dann der Pflegedienst kommt, nehmen sie die Styroporbox samt Kuchentüte mit nach oben. Zu Beginn hat der Essensdienst es noch in den 1. Stock gebracht und sogar in die Wohnung, aber da meine Eltern beide sehr schwerhörig sind, haben sie ein Abkommen mit dem Pflegedienst getroffen, dass es gleich ohne Klingeln unten vor die Haustür gestellt wird. Da mein Vater inzwischen bettlägerig und beginnend dement ist, wird die Wahrnehmung eben schlechter.
Insgesamt durchaus zu empfehlen das Essen auf Rädern, denn sonst würden die Eltern noch mehr abbauen.

10.12.2019 | 16:21
Angehöriger

Hallo Sonnenblümchen,
wahrscheinlich haben unsere Mütter sich abgesprochen, denn bei uns war es dasselbe wie bei Ihnen.
Am ersten Tag fand sie's ungenießbar und hat nur einen Teil gegessen, am zweiten genauso, dann habe ich es wieder abbestellt (nachdem ich ihre Reste gegessen habe).
Nicht, daß das, was sie selber zubereitet, besser wäre (vor allem ist es schon lange immer exakt dasselbe, also absolut keine Abwechslung), aber wenn es ihr Wille ist ... mir doch egal. Ich habe so viel zu ihrem Besten versucht und sie hat fast alles abgeblockt, da muß sie eben mit ihrem selbst Zubereiteten klarkommen. Tut sie auch, sogar klaglos. Vom verhungern ist sie weit entfernt, was soll ich mir also Mühen machen für nichts und wieder nichts?!

10.12.2019 | 16:31
sonnenblümchen

Hallo Hanne, Barbara, Wissenssucherin und Gebby,
danke schon mal für Eure Rückmeldungen.
Meine Mama wohnt auf dem Dorf. Da gibt es nur eine Bäckerei und ein ,,Büdchen". Anbieter habe ich 3 von den bekannten Wohlfahrtsverbänden gefunden. Ich habe ein Problem mit der frühen Lieferzeit des Essens. Meine Mama frühstückt erst gegen 11 Uhr und dann wäre Mittagessen erst versetzt gegen 15 Uhr angesagt. Als die Nachbarin ihr ab und zu warmes Essen herüber gebracht hat, da sie dieses nur umgeschüttet und dann zwischen den Anziehsachen gelagert (zu meiner Freude). 2 mal in der Woche ißt sie warm. Den Rest der Woche ,,schnösert" sie sich mit Kuchen,Eis , Schokolade, Plätzchen ,aber auch Obst durch. ,,Von meiner Umwelt" bekomme ich jetzt gesagt: ,,Das geht doch nicht, dass Ihre ,,arme Mutter" nichts Warmes zu essen erhält!" Irgendwie habe ich mir die Kritik angezogen. Meine Mutter ist mit ihrer ,,ungesunden Ernährung" nicht unglücklich. Gewicht hält sie und die Laborwerte sind auch o.k. Hinzu kommt, dass sie vor Fremden Menschen Angst hat und den Bringdienst die Tür nicht aufmachen würde.
Ich muß noch mal hin und her überlegen. ,,Heiße Theke" wäre wirklich auch eine Idee.
Danke ,schon mal fürs mitdenken.

10.12.2019 | 16:47
hanne63

Hallo Sonnenblümchen,
des Menschen Willen ist sein Himmelreich ;-)......mein Vater ißt auch nur noch, was er "möchte" und ist nur damit glücklich....und so kocht er sich täglich Nudeln mit Tütensosse......ansonsten ißt er noch Wurst, viel Kuchen und Bananen und Eis....
Lass Dir von anderen kein schlechtes Gewissen einreden... es ist doch ok zu essen, was man möchte......

10.12.2019 | 18:27
Wissenssucherin

Liebes Sonnenblümchen,

weg mit dem schlechten Gewissen und den Unkenrufen von Außenstehenden! Das Gegenteil von gut ist "gut gemeint"!

Die wohlmeinenden Kommentare kannst du getrost an dir abprallen lassen (auch wenn ich weiß, dass das oft gar nicht so leicht ist, wenn man schon gereizt oder einfach an seinen momentanen Grenzen ist). Die haben einfach keine Ahnung von deiner konkreten Situation, weil vorstellen kann sich das nur der, der es erlebt hat, wie es tatsächlich ist. By the way - gibt es irgendwo ein Gesetz oder eine Menschenrechtskonvention, nachdem täglich warmes Essen serviert werden MUSS? ;)

Meine Schwiemu hatte vor 2,5 Jahren eine Phase, in der sie sich gut ein dreiviertel Jahr ausschließlich von Wurstbrot und Obstgarten (den "Joghurt"Zuckerbomben aus dem Kühlregal) und fallweise einem Apfel ernährte. Alles andere wurde abgelehnt. Bzw. nach einem Bissen skandiert, dass man das "nicht fressen" könne und der Katze oder dem Hund rausgekippt.
Nebst eigenem schlechten Gewissen kamen auch jede Menge "gut gemeinter" Ratschläge von außen.
Aber was sollte ich denn tun? Irgendwann beschloss ich sie einfach zu lassen - und letztlich akzeptierte sie von einem Tag auf den anderen wieder gekochtes Essen - phasenweise. Wie Hanne schon schrieb, des Menschen Wille ist sein Himmelreich... ;) Streich ich ihr beispielsweise ein Brot mit Butter isst sie es mit größtem Appetit - aber wehe die Pflegerin wagt es, wo Butter drauf zu geben.... ;) - und so nach dem Muster setzt sich der tägliche Wahnsinn fort.

Übrigens hatte ich mitten in der Wurstbrotphase mal eine Ärztin da (die kam zwecks Begutachtung Pflegegeld) und angesprochen auf das Thema meinte sie völlig gelassen: Verhungern tut sie offensichtlich nicht. Fit ist sie auch. Akut gesundheitsgefährdend ist die Lage definitiv nicht. Also können sie sie getrost lassen ;)

Zum Thema "schnösern" - isst sie da alleine? Ich will keine Sachen an die Wand malen, die nicht da sind, aber es lohnt sich unter Umständen, ein bisschen ein Auge auf die Vorräte zu haben.
Meiner Schwiemu muss ich nämlich mittlerweile beinahe alles rationieren. Sie isst sonst einfach bis zum Erbrechen. Beispielsweise eine halbe Torte in 20 Minuten. Oder 2 kg Bananen in 2 Stunden. Bzw. leerte sie vorgestern innerhalb einer halben Stunde einen Liter Wein, den sie geschenkt bekommen hat (Mann, das gab Action danach... ). Sie vergisst schlichtweg, dass sie schon gegessen hat, weil sie steht dann da und klagt, dass sie schon tagelang keine Banane mehr gekriegt hat... Hat eine Weile gedauert, bis ich das tatsächliche Ausmaß behirnt habe. Außerdem hat sie - frag mich nicht warum, die ältere meiner Damen hatte das früher auch, das hatte aber nix mit Demenz zu tung) den unstillbaren Drang, Geschenktes sofort verzehren zu müssen. Darum eben das Kippen der Flasche Wein.
Dazwischen hatte sie dann eine Phase, wo sie mir immer schilderte, was sie denn alles heute schon gegessen habe - bis ich dann eben anhand der Vorräte feststellte, dass sie faktisch so gut wie gar nix gegessen haben konnte.

Also: Lass sie getrost essen was sie will, aber hab vielleicht einfach ein bisschen ein Auge drauf, was die Vorräte angeht. ;)

10.12.2019 | 20:10
sonnenblümchen

..noch mal danke für Eure Antworten.
Da ich ja täglich bei meiner Mama bin, habe ich schon einen Überblick (hoffe es!!!), welche Lebensmittel sich im Hause befinden. Oft denke ich ,dass hat sie gegessen und dann bei einer "Kontrollsuche " finde ich es versteckt. Meine Mama packt halt auch gerne ein. Hab´ich schon mal geschrieben. Halbes ,,Stäbcheneis" in Klarsichtfolie, Toilettenpapier darum , dann noch Geschenkpapier und ein Gummi...alles lag zumindest im Kühlschrank. Nö...zu viel essen / unkontrolliertes essen kommt nicht vor (denke ich). Wenn sie die Lebensmittel essen würde wäre ich ja froh. Sie macht halt ,,Kunst" mit Ihnen.
Danke für Euren Zuspruch...vielleicht muß ich nur wieder Abschied nehmen...auch von normalen ,,Essensgewohnheiten" und dies fällt mir nicht leicht. Das Ihr recht habt,weiß ich in Innerem meines Herzen. Trotzdem fange ich bei Kritik (Ihre Mama braucht was Warmes!) an zu suchen und das Gedankenkarusell dreht sich.
LG an alle !



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