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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Heimunterbringung oder nicht?
05.02.2012 | 23:15
klauspawletko

Hallo Titanic,
Ihr Hin- und Hergerissen-Sein kann man förmlich spüren. Es ist bewundernswert, wie Sie versuchen, den Wünschen Ihrer Mutter Rechnung zu tragen.
Ich vermute aber, dass Sie nicht darum herum kommen, Entscheidungen für Ihre Mutter zu treffen. Sie haben ja genug Erkenntnisse, dass Ihre Mutter eben nicht mehr allein zurecht kommt.
Kann man denn in dem von Ihnen ausgesuchten Heim zur Probe wohnen? Wenn ja, dann sollten Sie das Angebot wahrnehmen. Wenn es partout nicht funktioniert, können Sie ja immer noch die ambulante Variante mit der osteuropäischen Haushaltshilfe (auch notfalls gegen den Willen Ihrer Mutter) ausprobieren. So bitter es klingt: Über kurz oder lang werden Sie die Entscheidungen für Ihre Mutter treffen müssen.

Soweit erst einmal für heute. Beste Grüße von

Klaus-W. Pawletko

16.02.2012 | 11:53
martinhamborg

Hallo Titanic, nun finde ich endlich auch wieder Zeit auf ihr Dilemma einzugehen und noch ein Paar Gedanken beizusteuern:
Wie Herr Pawletko schon sagte, es ist gut, dass Sie jetzt für Ihre Mutter entscheiden. Vielen Kindern geht es so, dass sie diese Hürde überwinden und diese neue Rolle und die neue Beziehung richtig üben müssen. Wenn es gelingt, zunächst ganz viele kleine Entscheidungen im Sinne Ihrer Mutter zu treffen, werden auch die großen leichter. Leider fällt es Menschen mit beginnder Demenz oft sehr, schwer Hilfe zuzulassen, egal ob es "Fremde" aus dem ambulanten Dienst sind, eine WG, eine Tagespflege oder ein Heim.
Leider greift unser Hilfesystem für diese Menschen noch nicht richtig.

Aber die Kommune hat einen sogenannten Sicherstellungsauftrag, vielleicht sprechen Sie doch mal den Bürgerbeauftragen an, wer im Amt zuständig ist. Wenn der Hilfebedarf steigt, ist es wahrscheinlich nötig, die ambulanten Leistungen auszudehnen, reicht das Geld nicht, hat Ihr Mutter Anrecht auf "Hilfe zur Pflege".

Noch ein Gedanke, um bei der Pflegestufe weiterzukommen: Bei der Krankenkasse hat ein Fallmanager nach der Pflegerefom 2008 die Verantwortung für die pflegerische Versorgung Ihrer Mutter, sprechen Sie die Kasse an und sagen Sie auch, dass Sie hier auf der Plattform darüber berichten. Das könnte die Motivation erhöhen.
Haben Sie schon die 100/200€ für eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz beantragt, wenn nicht, sprechen Sie bitte den ambulanten Dienst an.
In jedem Fall wünsche ich Ihnen viel Kraft für die neue Rolle, in der Sie lernen für Ihre Mutter zu entscheiden, vielleicht sagen Sie Ihrer Mutter dann jedesmal; "Du weißt, dass ich mir Sorgen mache und es gut mit Dir meine!"
Denn das schlechte Gewissen ist der größte Feind Ihrer neuen Rolle.
Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg



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