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Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie"

Bild: Ratgeberforum "Prävention, Diagnose und Therapie" Die Diagnose Demenz wirft viele Fragen auf. Hätte die Erkrankung verhindert werden können? Ist sie therapierbar? Und worauf sollte man bei der Behandlung achten? Im Ratgeberforum „Prävention, Diagnose und Therapie“ geben zwei Experten Antworten: Dr. Marc Lässer, Neuropsychologe und assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Gerontopsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, moderiert das Forum zusammen mit Dr. Elmar Kaiser. Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitete er bis Anfang 2012 die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg.

Autor Donepezil
20.02.2020 | 09:38
Zimt

Meine Mutter nimmt seit knapp einem halben Jahr Donepezil. Es bekommt ihr, und sie wurde merklich sortierter und orientierter.

Jetzt allerdings bemerke ich, daß sie wieder in ihre alten Muster zurückfällt.

Die Ärzte hatten mir gesagt, daß das Mittel die Symptome ein halbes bis 2 Jahre verzögern kann. Das erste halbe Jahr ist nun auch um.

Daher meine Frage: wer hat Erfahrung mit Donepezil und seiner Wirkungsdauer? Muß man damit rechnen, daß die dementiellen Veränderungen wieder stärker zutage treten?

Vielen Dank!

20.02.2020 | 18:04
Barbara66

Hallo Zimt,
die Ärztin in der Psychiatrie, auf der meine Mutter lag,hat abgewunken, als ich sie auf Antidementiva ansprach.
Sie koenne von keinen positiven Behandlungserfolgen berichten.
Bei dem einen wirkt das Mittel vielleicht 2 Jahre,bei anderen nur 6 Monate.
Was sind denn die groessten Probleme bei Deiner Mutter?
Gedaechtnisstoerungen?
Unruhe?
Nachdem mir klar war,daß es sich bei der Krankheit meiner Mutter um eine Demenz handelt,wollte ich ihr auch alles "einwerfen",um sie noch möglichst lange bei mir zu haben.
Nun sehe ich das ganze mit anderen Augen.
Ich möchte diese grausame Erkrankung auf keinen Fall hinauszögern,zumal es sich bei meiner Mutter um die schreckliche Lewy Body Demenz handelt,bei der Wahnvorstellungen und Halluzinationen und Parkinsonsymptome im Vordergrund stehen.
Diese Wahnvorstellungen und Wahnideen sind unerträglich (für meine Mutter(weil sie angeblich vergiftet wird) und für uns).
Sie bekommt Neuroleptika niedrigdosiert (hochdosiert geht nicht,da die Parkinsonsymptome sich dadurch verstärken ), die aber nicht anschlagen.
Hoffentlich gibt es bald die aktive Sterbehilfe in Deutschland! !!
Denn das Leid dieser schrecklichen Krankheit hat für den Betroffenen keine Lebensqualität mehr und die Angehörigen zerbrechen daran.
Alles Gute
Barbara

20.02.2020 | 19:03
Zimt

Hallo Barbara,
so drastisch ist es bei uns glücklicherweise nicht. Bei meiner Mutter ist es "normale" Demenz (ggf. Mischform aus vaskulär und Alzheimer) mit nachlassendem Kurzzeitgedächtnis, zeitlichen Orientierungsstörungen und starken Stimmungsschwankungen, gepaart mit Uneinsichtigkeit und Rechthaberei.
Nach ihrem Aufenthalt in einer gerontopsychiatrischen Tagesklinik und der neuen Medikamentierung wurde die Situation signifikant entspannter, was auch für mich eine Wohltat war. Ihr ist es sogar gelungen, sich in der neuen Umgebung, in die sie umgezogen ist, zurechtzufinden. Sie hat den Weg zu mir eigenständig gelernt, inkl. richtige Etage und Wohnung. Das war für mich ein Indiz, daß sie sogar noch lernfähig ist.
Diese letzten Monate waren eindeutig ein Gewinn, so daß ich die Gabe des Medikaments nicht bereue. Ich weiß aber, daß Demenz nicht heilbar ist und früher oder später wieder mit voller Wucht zurückkommt.
Ich wünsche Dir alles Gute, dagegen sind die Umstände bei uns noch "harmlos".
LG Zimt

20.02.2020 | 22:33
Barbara66

Hallo Zimt,
Wenn die Wahnvorstellungen nicht wären, könnte man das ganze viel besser ertragen.
Auch meine Mutter kann noch sehr viel und tatsächlich kommen uns manchmal wirklich Zweifel an einer bestehenden Demenz.
Demenz Test im Oktober 2019 - 30 Punkte von 30 !???
Aber Wahnerkrankungen im Alter sind eben demenziell bedingt,was soll es sonst sein!?
Sie kocht noch jeden Tag UND lebt mit meinem Vater zu Hause.
Ich bade sie ,mache ihr die Haare und die Wäsche.
Sie bekommt seit ein paar Wochen das angstloesende und beruhigende Mittel Tavor.
Zu Beginn war sie wirklich sortierter und stärker, aber in der letzten Zeit häufen sich halt die "Wahngeschichten ".
Ich denke,sie hört tatsächlich nicht vorhandene Stimmen.
Das liest man ja ueber diese Demenzform.
Ich jogge jeden morgen bei ihr vorbei und vor 2 Wochen rief sie mich, als ich wieder zu Hause war an und meinte:Wie kommst Du dazu,mir zu sagen,ich sei ein Arschloch? ???
Ich sagte:Mutti, so was habe ich noch nie in den Mund genommen und würde ich auch niemals zu Dir sagen.
Sie:Aber ich habe das doch gehört! !
Und von dieser Aussage bringt sie niemand ab-das ist WAHN.
Für mich bricht nach so einem Gespräch erstmal wieder die Welt zusammen.
Dann heißt es-da spricht die Demenz aus ihr und nicht Deine Mutter.
Ich kann das aber nicht trennen und komme damit im Moment wieder gar nicht zurecht.
Ich schlafe keine Nacht mehr,habe seit 1 Woche Bauchschmerzen, die nicht mehr weggehen.
Morgens im Bett ueberfällt mich schon eine Unruhe und ich denke,was kommt jetzt gleich wieder,wenn Du bei ihr vorbei läufst.
Alles Gute auch für Dich
Barbara



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