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Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor Umzug von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg
30.12.2011 | 12:43
Kate

Mein Vater lebt seit 4 Jahren in einem Seniorenheim in S-H. Seit einiger Zeit ist er pflegebedürftig (Stufe1) und nun ist auch Demenz festgestellt worden. Das Heim, in dem er betreut wird, hat aber keine Station für Demenz-Kranke. Ich als Tochter habe eine Vorsorge-vollmacht und wohne in Ba-Wü. Bisher ohne Demenz war ich 4mal im Jahr zu Besuch und habe das Pflegeheim als kompetent empfunden. Nun war mein Vater wegen akuter Herzschwäche im Kran kenhaus und hat nach der Rückkehr ins Heim erhebliche Probleme. Mit der Demenz habe ich das Gefühl, daß die Pflege nicht mehr geleistet werden kann. Nun würde ich gerne eine Verlegung nach Ba-Wü machen. Wie muß ich vorgehen und gibt es einen Weg, meinen Vater mit einem Krankentransport über etwa 900 km hierher zu bringen? Vielen Dank für Ihre Antwort
Kate

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.12.2011 um 12:44.]

03.01.2012 | 17:04
klauspawletko

Hallo Kate,
es ist sicher eine gute Idee, Ihren Vater in Ihre Nähe zu holen. Ich nehme an, dass es keine weiteren Kinder in Schleswig-Holstein gibt.
Ein bisschen problematisch könnten vielleicht die Mentalitätsunterschiede zwischen einem "Fischkopp" und der neuen schwäbischen Umgebung werden.
Für eine eventuelle Beteiligung an den Heimkosten bleibt das alte Sozialamt in S-H zuständig.
Wegen der Kostenübernahme für einen Krankentransport dieser Länge muss ich noch recherchieren; melde mich aber bald nochmal.
Bis dahin verbleibe ich mit den besten Grüßen

Klaus-W. Pawletko


04.01.2012 | 13:55
klauspawletko

Hallo Kate,
Frau Steinborn vom Pflegestützpunkt Kreuzberg-Friedrichshain hat mir folgende Antwort zu Ihrer Frage geschickt:
"Die Kosten für den Umzug in ein anderes Heim werden nicht über die Kasse getragen, da dieses als Umzug gewertet wird - auch wenn ein Krankentransport erforderlich ist.
Wenn die Kosten für das Pflegeheim vom Sozialhilfeträger (Hilfe zur Pflege ) getragen werden, ist dieser ohnehin über den beabsichtigten Wechsel zu informieren, auch da er Kostenträger auch nach Umzug in ein anderes Bundesland weiterhin bleibt.
Wenn es also zu höheren Kosten käme, müsste die Notwendigkeit des Umzugs deutlich gemacht werden.
Die Angehörige muss dann ohnehin erklären, welche Gründe den Ausschlag für den Umzug geben ( gesicherte, qualifizierte Versorgung von Demenzkranken, v.a. aber Nähe zu den Angehörigen als Bezugspersonen und Hinweis auf die Vorsorgevollmacht).
Die Kosten für den Transport können beim Sozialhilfeträger beantragt werden.
Um ggf Kosten zu sparen (die Entfernung ist ja nicht gerade kurz) , bietet es sich an, bei der regionalen Kasse nach Taxiunternehmen zu fragen, die auch Liegendtransporte anbieten - u-U. ist ein Krankentransport ja nicht zwingend notwendig. Das würde ich aber vorab mit dem Arzt besprechen, um die adäquate Transportweise zu wählen .
Die regionale Kasse kann der Angehörigen entsprechende Unternehmen nennen, sie kann mehrere Kostenvoranschläge einholen und beim Amt einreichen."
Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Alles Gute für den Umzug wünscht

Klaus-W. Pawletko

04.01.2012 | 19:18
Kate

Hallo, Herr Pawletko,
ganz herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort. In der Zwischenzeit hat sich der Gesundheitszustand meines Vaters aber sehr verschlechtert, so dass er im Moment wohl nicht transportfähig ist.
Ich danke Ihnen und wünsche allen Ratgebern ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr,
Kate

11.01.2012 | 15:04
martinhamborg

Hallo Kate, auch von meiner Seite noch eine kurze Anmerkung. Nach einem Krankenhausaufenthalt ist eine vorübergehende Verschlechterung des Zustandes und eine akute Verwirrtheit häufig. Früher nannte man das ein "Durchgangssysndrom".

Sie müssen bei Problemen nicht unbedingt hinfahren, Sie können auch telefonisch Ihren Vater unterstützen, indem Sie Schlüsselbegriffe, also Worte oder Erlebnisse an die Mitarbeiter weitergeben, mit denen ihr Vater abgelenkt oder beruhigt werden kann.

Für schwerwiegende Probleme oder auch ganz praktische Erfahrungen, bei denen Sie nicht weiterkommen, gibt es in mehreren Bundesländern ein Pflegenottelefon.

In Schleswig Holstein kann das Das PflegeNotTelefon rund um die Uhr unter der landesweiten Telefonnummer 01802 49 48 47 mit 6 Cent pro Anruf erreicht werden. Da ich nicht sicher bin, ob Sie die Nummer auch aus Baden Würtenberg erreichen, könnten Sie auch eine Mail schicken. Die Adressse finden Sie im Internet.
Für Ihre Frage kann Ihnen sicher der regionale Pflegestützpunkt helfen, dies sind in Schleswig Holstein zumeist erfahrene Pflegeberater.
Beste Grüße Ihr Martin Hamborg



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