Navigation und Service

Direkt zu:

Hauptmenü

Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege"

Bild: Ratgeberforum "Wohnen, Betreuung und Pflege" Unter welchen Voraussetzungen können Demenzkranke in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen angesagt? Zwei Experten auf diesem Gebiet moderieren das Internetforum "Wohnen, Betreuung und Pflege". Martin Hamborg engagiert sich seit 1998 im Vorstand der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung und kennt sich mit Pflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens aus. Klaus-W. Pawletko, Geschäftsführer des Vereins "Freunde alter Menschen", ist auf Demenz-Wohngemeinschaften und die ambulante Versorgung Betroffener spezialisiert.

Autor in eine WG nach Hamburg
16.01.2012 | 17:39
gleichvergessen12

Hallo.
Meine Mutter (81) hat seit 2 Jahren Demenz mit steigender Tendenz.
Sie lebt noch allein in ihrem Haus mit Garten. Aber der nächste Herbst/Winter im Haus wird sicher nicht mehr allein zu bewältigen sein.
Da ich nicht die Pflege übernehmen kann bzw. möchte, würde meine Mutter gerne in eine Wohngemeinschaft nach Hamburg gehen, weil ich ebenfalls nach Hamburg ziehen möchte.

Muß ein zweiter Wohnsitz für sie angemeldet werden oder ist der Umzug von Schleswig-Holstein nach HH unproblematisch? Wir möchten ja gern die Pflegezusatzzahlungen (Pflegestufe I hat sie noch nicht) später in Anspruch nehmen.
Was könnte ich tun, um alles so einfach wie möglich zu bewältigen?

Danke im voraus.

16.01.2012 | 20:51
klauspawletko

Hallo Gleichvergessen12.
es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie im Vorfeld tun können. Das erste wäre, sich vorhandene WGs einmal anzuschauen (oder zumindest solche, die räumlich oder von anderen Kriterien her in Frage kommen).
Dann: Kosten klären! Wenn Ihre Mutter bis zum Einzug in die WG nur die Pflegestufe I behält, dann kommen erhebliche Zuzahlungen auf sie zu. Rechnen sie mit mindestens 3.000 € monatlich. Wenn Sie Ihr Haus verkauft, wird sie ja einige Reserven haben.
Dann sollten Sie eine Patientenverfügung und Vorsorge-Vollmacht mit Ihrer Mutter besprechen und unterzeichnen lassen.
Als nächstes wäre schon mal zu überlegen, was Ihre Mutter denn überhaupt mitnehmen kann. In der WG wird sie nur ein Zimmer beziehen und vielleicht noch einige Dinge in den Gemeinschaftsräumen unterbringen können.
In den meisten WGs gibt es meines Wissens keine WARTELISTEN. Erkundigen Sie sich also, wie das Prozedere in der ausgewählten WG ist.
Fragen Sie auch nach Probewohnen, Einladung zum Kaffee trinken etc.
Das Haus sollte erst aufgegeben werden, wenn wirklich eine WG feststeht, die Ihrer Mutter und Ihnen zusagt.
Wenden Sie sich an die Hamburger Koordinationsstelle für Pflege-Wohngemeinschaften. Dort erfahren Sie alles wesentliche übe die Hamburger WG-Landschaft

Zu Ihren praktischen Fragen: Wenn Ihre Mutter umzieht und bislang Leistungen vom Sozialamt (Hilfe zur Pflege) bezogen hat, dann bleibt meines Wissens das alte Sozialamt weiter zuständig. Das ist zumindest bei einem Einzug in ein Heim so. Fragen Sie also vorsichtshalber nochmal bei Ihrem jetzigen Sozialamt nach (und am besten auch bei der Koordinationsstelle). Falls Ihre Mutter Leistungen von der Pflegekasse bezieht (nach § 45b), gibt es keine Probleme bei einem Umzug, da diese Leistungen bundesweit eiheitlich sind.
Warum wollen Sie einen "zweiten Wohnsitz" anmelden, wenn Ihre Mutter umzieht?

Ansonsten: Gut, dass Sie sehr rechtzeitig anfangen zu planen!
Viel Glück und Erfolg wünscht Ihnen

Klaus-W. Pawletko



Grafik FacebookGrafik TwitterRSS-Feed:Grafik RSS-SymbolAbonnieren: Grafik Facebook Grafik Twitter Grafik YoutubeDrucken:Grafik Drucker