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DAS WEBLOG

'Spielen macht Spaß – voneinander lernen'

Carola Lorenz am 17.02.2014, 17:11 | 0 Kommentare

An Demenz erkrankte Menschen zu integrieren ist oftmals einfacher als vermutet wird. Den meisten Menschen bereitet das Singen von alten Liedern viel Freude, andere haben mehr Spaß ihre Zeit mit Spielen zu verbringen. Egal, welche Vorlieben ein jeder hat, niemand wird alleine gelassen. Was jedoch jeder mitbringen muss, ist eine große Portion Geduld.

'Spielen macht Spaß – voneinander lernen'

'Spielen macht Spaß – voneinander lernen'
Gegen die Einsamkeit – für die geistige Fitness
Angebote im Mehrgenerationenhaus für ältere und demenzkranke Menschen

Für den Erhalt der geistigen Fitness braucht unser Gehirn ständig neue Herausforderungen. Es muss – genauso wie der Körper – gefordert und gefördert werden, um den altersbedingten Abbauprozess aufzuhalten.
Neben dem Singen von alten Liedern oder dem Kartenspielen hat sich gezeigt, dass das Spielen mit Erinnerungen bei Senioren und demenziell erkrankten Menschen beliebt ist.
Ein Memory Spiel regt die Kommunikation und die Interaktion an, fördert unser Denkvermögen und bringt Generationen an einen Tisch zusammen. Auch die Hände kommen beim Legen und Setzen des Spielmaterials in Bewegung.
Unser Gedächtnis ist eine Schatzkammer, in der wir Erlebtes, Gehörtes, Gesehenes und Gespürtes sammeln.
Diese Erinnerungen wieder hervorzuholen, ist für Personen mit Demenzerkrankung eine Möglichkeit, ihre noch vorhandenen Fähigkeiten zu aktivieren und damit ein Stück Lebensqualität zu erhalten. Gerade demenzkranke Menschen erinnern sich an Zurückliegendes besser als an Aktuelles.

In unserem Mehrgenerationenhaus spielen die Senioren gerne mit den Spielen der Reihe "Damals", welche wir u. a. bei der Bewerbung für ein „Spielezimmer“ gewonnen haben.
Jeden Freitag treffen sich unsere Senioren und Seniorinnen, aber auch jüngere Besucher zum gemeinsames Kochen und Frühstück essen. Danach gibt es immer Zeit für gemeinsames Zeitung lesen oder für ein gemütliches Spiel in unserem Spielzimmer.
Die Möglichkeiten die Karten einzusetzen reichen von Memory über Lotto bis zu anderen Spiele.
Hier ist die Kreativität der Spielleiter gefragt. Man kann z. B. Karten aufdecken und die Bilder beschreiben lassen. Eine Person kann auch eine Karte aufnehmen und etwas darüber erzählen oder das Bild von den anderen erraten lassen.

Das Berufsleben ist eine sehr prägende Zeit und spielt oft auch noch im Alltag der Senioren eine große Rolle.
Die Reihe "Berufe 1940-1970" lässt Erinnerungen aufkommen und ermöglicht den Austausch über Erlebnisse. Wichtig ist immer, dass die Spiele nicht zu lange dauern. Es sind meist ältere Personen, die auch ihre Ruhephasen brauchen.

Grundsätzlich ist es uns wichtig, dass die Übungen den Betroffenen Spaß machen und dass sie Erfolgserlebnisse haben.
Was die Menschen früher gerne gemacht haben, das machen sie auch heute noch gern. Da setzen wir an, schenken jedem unsere Aufmerksamkeit und erkunden in Gesprächen die Vorlieben des Einzelnen. Sollte jemand einmal keine Lust haben, kein Problem, auch das ist sein Recht.
Wichtig ist uns, dass die unterschiedlichen Generationen, die unser Haus besuchen und hier ihre Freizeit gestalten, miteinander ins Spielen kommen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen können.

Die Spiele setzen wir auch bei den Spielenachmittagen in den zwei Pflegeheimen unseres Stadtteils ein.
Selbstverständlich leihen wir sie auch gerne an diese Einrichtungen zum zusätzlichen Gebrauch aus.

Nach einem Jahr Erfahrungen mit dem Angebot des „Spielzimmer“ und der Bereitstellung der Spielesammlung, die wir im bundesweiten Wettbewerb „Spielen macht Schule in MGH“, gewonnen haben, können wir einschätzen, dass sich Beziehungen zwischen den Generationen weiter entwickelt haben. Demenzerkrankte Menschen sich integriert fühlen und die Akzeptanz zwischen Erkrankten und nicht Erkrankten zugenommen hat.
Das soll aber nicht heißen, dass es ein schwerer Weg war und ist, Menschen dafür zu sensibilisieren. Tägliche Beziehungsarbeit, mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen ist gefragt.
Wir schätzen die Teilerfolge unserer Arbeit nicht quantitativ ein. Für uns ist es wichtig, in kleinen Schritten und beständig zu begleiten und zuzuhören.

Wir danken der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V., die das Projekt durchgeführt und so ein unterstützendes Medium entwickelt hat, dass besonders in Mehrgenerationenhäusern an Bedeutung gewinnt.

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