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Berufstätig trotz Demenz

Wer demenzkrank ist und noch im Berufsleben steht, sollte seinen Arbeitsplatz auf keinen Fall vorschnell aufgeben. Beantragen Sie den Schwerbehindertenausweis und lassen Sie sich von Integrationsämtern und anderen Stellen beraten. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber und der Personalvertretung, über Tätigkeiten, die Ihrer veränderten Leistungsfähigkeit entsprechen, und nutzen Sie Umsetzungsangebote.

Schwerbehindertenausweis beantragen

Sobald eine Demenzerkrankung feststeht, sollten Sie bei den Versorgungsämtern einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen. Denn mit dieser Anerkennung verbessert sich der Kündigungsschutz. Gleichzeitig erhöhen sich die Urlaubstage und ermöglichen so längere Erholungsphasen für Demenzkranke. Außerdem stehen Ihnen als schwerbehinderter Mensch Integrationshilfen zu.

Unterstützung durch Integrationsämter

Wichtig ist, dass Sie sich rechtzeitig bei einem Integrationsamt Ihrer Region melden. Dadurch können Sie von Anfang an die nötige Hilfe und Unterstützung bekommen. So kommen Angestellte des Integrationsamtes beispielsweise an Ihren Arbeitsplatz, um sich dort ein Bild von den Anforderungen zu machen. Gemeinsam mit Ihnen ermitteln sie Ihre Fähigkeiten und Grenzen und informieren Ihren Vorgesetzten über Kündigungsschutz und Möglichkeiten der finanziellen Förderung. So kann eine Stelle für Sie ermöglicht werden, die Ihrer jeweils aktuellen Leistungsfähigkeit entspricht und weniger Stress für Sie bedeutet.

Darüber reden

Auf keinen Fall sollten Sie demenzbedingte Gedächtnislücken und Konzentrationsschwächen lange vor Ihren Kollegen oder dem Arbeitgeber verstecken. Lassen Sie sich von Integrationsämtern und anderen Stellen beraten und sprechen Sie offen mit Ihrem Arbeitgeber über andere, einfachere Tätigkeitsbereiche.

Weitere Informationen finden Sie hier:

BIH - Integrationsämter

Arbeitsplatz nicht vorschnell aufgeben

In der folgenden Zeit begleiten die Berater Sie zusammen mit Ihrem Arzt und Ihrer Familie und helfen Ihnen zu erkennen, wann der Ausstieg aus dem Berufsleben angezeigt ist. Wichtig ist, bei Überforderung nicht zu schnell aufzugeben. Nutzen Sie besser erst einmal Ihren Anspruch auf Krankengeld aus. Denn während des Krankengeldbezuges werden weiter Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt. Damit können Sie später auf eine höhere Rente zurückgreifen. Außerdem ist das Krankengeld normalerweise höher als Arbeitslosengeld. Erst wenn diese Ansprüche ausgeschöpft sind, sollte ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt werden.

Finanzielle Unterstützung für die Zeit danach

Wer aufgrund der Demenz nicht mehr erwerbstätig sein kann, erhält üblicherweise von den Krankenkassen relativ zügig die Aufforderung zur Rentenantragstellung. Reichen die Rente, das eigene Vermögen und die Ansprüche aus der Renten- und Krankenversicherung nicht aus, kann unter Umständen ergänzend Sozialhilfe in Anspruch genommen werden.