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Schmerzen und Demenz


Gelegentlich gibt es die Annahme, Menschen mit Alzheimerkrankheit würden aufgrund ihrer Erkrankung keinen oder lediglich geringeren Schmerz verspüren. Diese Annahme ist wissenschaftlich widerlegt - die Schmerzwahrnehmung wird verändert, von einer Verminderung als Automatismus der Alzheimerkrankheit ist derzeit jedoch nicht auszugehen.
Im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen gilt eine Grundregel: Immer die Ruhe bewahren, immer das Handeln mit Worten erklären und Blickkontakt suchen und halten.

Grundsätzliches

  • An Demenz erkrankte Patienten fühlen Schmerzen wie jeder andere Mensch auch.
  • Zwischen chronischen und akuten Schmerzen zu unterscheiden, da akute Schmerzen rascheres Handeln erfordern.
  • Je weiter die Demenz voranschreitet, umso weniger können die Erkrankten dazu Auskunft geben.

Anzeichen von Schmerz

  • Äußerungen wie: „Aua, Aua“, oder „Tut weh“
  • Abwehrendes Verhalten bei Pflegemaßnahmen
  • Verweigerung beim Essen und Trinken
  • Plötzliche Verhaltensveränderung (Ruhelosigkeit)
  • Veränderungen im Sozialverhalten bis hin zu Schreien
  • Mimik-Reaktionen (Nasen rümpfen, Augenbrauen zusammenziehen)

Was ist zu tun?

  • erkrankte Person kontinuierlich beobachten, auch eine Hautinspektion durchführen (nach Wunden oder Druckstellen suchen)
  • auf Entzündungen im Mundbereich achten, Zähne und Sitz von Zahnersatz prüfen (wann war der letzte Zahnarztbesuch, sie sollten diesen mindestens ein mal jährlich aufsuchen)
  • auf veränderte Mimik achten
  • Veränderungen im Verhalten wahrnehmen
  • Erstellung einer „Schmerzbiographie“ – Darstellung von Vorerkrankungen und Ereignissen, die bisher Schmerzen verursachten. Ein wichtiger Hinweis für weiteres Handeln für Angehörige, Pflege und Ärzte.

Haben Sie den Verdacht, dass Schmerzen vorliegen und stellen Sie im Verhalten Veränderungen fest, welche Sie sich nicht erklären können, kontaktieren Sie Ihren Haus- oder Facharzt beziehungsweise Zahnarzt.

Achtung!

Akute Schmerzen erfordern sofortiges Handeln. Die Telefonnummern vom Pflegedienst, Haus-, Fach- und Zahnarzt sollten Sie an einer zentralen Stelle in der Wohnung parat haben.