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Beratung

Die Befürchtung wird zur Wahrheit – die Ärzte diagnostizieren Demenz. Für die meisten ist diese Nachricht ein großer Schock, der erst einmal verdaut werden muss. Wieder zur Ruhe zu kommen, heißt aber nicht, sich abzuschotten. Sprechen Sie mit Ihren engsten Vertrauten und Freunden über Ihre Ängste und Sorgen. Auch Selbsthilfeorganisationen stehen Ihnen zur Seite, wenn Sie es wünschen. Das Leben geht auch mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz weiter. Aber die Schädigungen des Gehirns können nicht rückgängig gemacht werden. Im Gegenteil: Sie werden im Laufe der Zeit zunehmen. Umso wichtiger ist es, schon jetzt vorzusorgen und rechtliche, gesundheitliche und finanzielle Angelegenheiten für die Zukunft zu besprechen. Lassen Sie sich von den unterschiedlichen Akteuren beraten.

Wo Sie sich in Ihrer Nähe beraten lassen können, erfahren Sie über die Adressdatenbank.

Ärztliche Beratung

Jeder Mensch hat das Recht, über seine Krankheit aufgeklärt zu werden. Gleichzeitig darf er oder sie entscheiden, ob er oder sie die Diagnose mitgeteilt bekommen möchte oder nicht. Menschen, die mit der Diagnose Demenz konfrontiert werden, haben das Recht, mit ihren Sorgen und Nöten ernst genommen zu werden. Sie haben das Recht auf umfassende Aufklärung. Ebenso dürfen sie darauf bestehen, nichts oder erst nach und nach mehr über ihre Krankheit zu erfahren.

Grundsätzlich gilt: Angehörige dürfen nur mit Einverständnis der Betroffenen informiert werden. In keinem Fall sollten Demenzkranke mit der Diagnose alleingelassen werden. Jeder gute Arzt und jede gute Ärztin wird sich die Zeit nehmen, ausführlich zu beraten und auf unterstützende Angebote hinzuweisen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen

Demenz – eine Herausforderung für Angehörige

Pflegerische Beratung

Eine pflegerische Beratung wird von unterschiedlichsten Bereichen angeboten. Pflegestützpunkte unterstützen Betroffene und pflegende Angehörige bei der Vorbereitung und Organisation rund um die Pflege und koordinieren diese bei Bedarf. Sie ermöglichen eine effiziente Vernetzung aller Angebote für Pflegebedürftige vor Ort sowie in der Region und beraten auch zum sozialrechtlichen Fragen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Datenbank "Beratung zur Pflege" der Stiftung Zentrum Qualität in der Pflege (ZQP)

Versicherte, welche Leistungen der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung erhalten, haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Gleiches gilt für Versicherte, die zwar noch keine Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, aber einen Antrag auf Leistungen gestellt haben und bei denen erkennbar ein Hilfe- und Beratungsbedarf besteht. Sie werden in den Bereichen Pflegeleistungen, Hilfeleistungen oder sozialrechtliche Leistungen beraten. Die Beratungsangebote können zu Hause stattfinden.
Pflegebedürftige, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, müssen in den Pflegegraden 2 und 3 einmal halbjährlich sowie in den Pflegegraden 4 und 5 einmal vierteljährlich eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Beratung im Pflegefall

Informationen zu Ihrer Pflegesituation: Demenz

Pflegeberatung nach § 7a SGB XI

Falls es für Sie schwer ist, dass Haus zu verlassen oder Sie eher in einer ländlichen Region wohnen, können Sie sich auch telefonisch beraten lassen:

Das Pflegetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist ein bundesweites Angebot für Ratsuchende rund um das Thema Pflege. Das Angebot des Pflegetelefons richtet sich an Pflegebedürftige, pflegende Angehörige, Dienstleister im Pflegesektor, sowie die Arbeitgeber und das Umfeld von pflegenden Angehörigen. Das Pflegetelefon bietet fachliche Informationen zu allen Leistungsansprüchen und Unterstützungsmöglichkeiten im Pflegekontext. Des Weiteren bietet es Beratung und Hilfestellung insbesondere für Angehörige, die sich in der Pflegesituation überfordert fühlen und sich in einer Krisensituation befinden. Die Beratungsgespräche sind anonym und vertraulich.

Das Pflegetelefon ist von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr unter der Rufnummer 030 20179131 und per E-Mail an info[at]wege-zur-pflege.de zu erreichen.

  • Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit zum Thema Pflege: 030 340606602 (Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr),
  • Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: 030 259379514 (Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Freitag von 9 bis 15 Uhr).

 

Weitere Stellen, bei denen Sie sich persönlich beraten lassen können, sind kirchliche Institutionen und Wohlfahrtsverbände, ambulante Pflegedienste, Pflegeheime, kommunale Senioren- und Pflegeberatungen oder auch bei Bedarf Sozialdienste von Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen

Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale setzt sich ebenfalls mit dem Thema Menschen mit Demenz auseinander und kann Ihnen wertvolle Tipps geben. Informieren sie sich, bevor Sie zum Beispiel einen Vertrag mit einem Pflegeheim abschließen. Hierbei wäre zum Beispiel wissenswert, was in einem Wohn- und Betreuungsvertrag stehen muss. Dieses ist im Gesetz zur Regelung von Verträgen über Wohnraum mit Pflege- und Betreuungsleistungen festgehalten. Wenn es zum Rechtsstreit zwischen Ihnen und dem Leistungsanbieter kommen sollte, gibt es ein schnelles Verfahren zur Konfliktlösung mit Hilfe eines Streitmittlers. Dieses Verfahren ist für den Verbraucher unentgeltlich.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Tipps der Verbraucherzentrale für Angehörige von Menschen mit Demenz

Aktuellmeldung: Gesetz zur Regelung von Verträgen über Wohnraum mit Pflege- oder Betreuungsleistungen

Selbsthilfegruppe

Bei Gesprächen mit Selbsthilfegruppen oder mit Bekannten und Nachbarn können sich viele hilfreiche Tipps ergeben. Diese Form der informellen Beratung ist manchmal sehr hilfreich.