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Hintergrund zu Demenz

Das Risiko an einer Demenz zu erkranken, erhöht sich mit zunehmendem Alter. Von Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz sind derzeit rund 1,6 Millionen Männer und Frauen in Deutschland betroffen. Etwa 120.000 Menschen mit Demenz haben einen Migrationshintergrund; circa 12.500 von ihnen leiden an einer mittelschweren bis schweren Demenz.

Auch wenn der Begriff der Demenz inzwischen in der Öffentlichkeit durchaus präsent ist, sind Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen immer noch mit verschiedenen Formen der Stigmatisierung konfrontiert. Ein Stigma steht im Allgemeinen für ein auffälliges und oft negativ bewertetes Merkmal. Die Stigmatisierung Demenzerkrankter ist oft mit Leid, Vernachlässigung und frühzeitigem Verlust der Selbstständigkeit verknüpft. Aus Furcht vor einer solchen Stigmatisierung wird in vielen Fällen eine frühzeitige Diagnosestellung vermieden. Das wiederum verhindert die Nutzung spezieller Angebote für Menschen, die von Demenz betroffen sind.

Die Autoren des Welt-Alzheimer-Reports 2012 fordern deshalb dazu auf, die noch immer vorhandenen Vorurteile und falschen Vorstellungen über Demenz zu beseitigen – und so die Stigmatisierung zu reduzieren. Zu den falschen Vorstellungen zählen sie etwa die immer noch – auch unter Ärzten - verbreitete Idee, dass Alzheimer „einfach nur normales Altern“ sei, wofür es deshalb auch keine Behandlung geben könne. Ein verbreitetes Vorurteil bestehe zum Beispiel darin, dass Menschen mit Demenz keine Lebensqualität erfahren, keine Freude empfinden und keine Bedeutung für andere mehr haben könnten.

Wer Alzheimer hat, gilt schnell als verrückt, fühlt sich ausgegrenzt und alleingelassen. Darunter leiden auch die Familien. Dabei können und wollen Betroffene oft noch Jahre nach der Diagnose am öffentlichen Leben teilnehmen. Die Gesellschaft sollte sie dabei unterstützen. Angehörige und professionelle Helferinnen und Helfer, aber auch Freunde, der Nachbar, die Verkäuferin im Supermarkt, der Busfahrer und Mitarbeiterinnen von Behörden können dazu beitragen, die Situation von Demenzkranken zu verbessern.

Die Nationale Demenzstrategie und die Kampagne „Komm ins Team“ haben zum Ziel, die Teilhabe von Menschen mit Demenz zu verbessern und die Stigmatisierung zu bekämpfen.