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Krankenhausaufenthalt

Ein Krankenhausaufenthalt ist für niemanden leicht, insbesondere nicht für Menschen mit Demenz. Die ungewohnte Umgebung kann sehr belastend sein, eine akute Verschlimmerung der Demenz befördern, die Behandlung erschweren und den Genesungsprozess verlangsamen. Deshalb sollten Menschen mit Demenz, Angehörige und rechtliche Betreuer geplante Krankenhausaufenthalte gut vorbereiten. Hierzu gehört auch, sich im Vorfeld mit den Krankenhäusern in der Umgebung auseinanderzusetzen, um einen Überblick darüber zu erhalten, wie Menschen mit Demenz speziell versorgt werden.

Kommt es zum Notfall, ist die Wahl des richtigen Krankenhauses wichtig, aber auch die umfassende Information des Krankenhauspersonals über die Krankengeschichte sowie Besonderheiten des Menschen mit Demenz. Auch die Entlassung nach dem Krankenhausaufenthalt muss gut vorbereitet sein.

Demenzsensibles Krankenhaus

Immer mehr Krankenhäuser in Deutschland setzen sich mit der Thematik der Nebendiagnose Demenz auseinander, damit der Krankenhausaufenthalt für Menschen mit Demenz erleichtert werden kann. Demenzbeauftragte in Kliniken sind bereits Ansprechperson, wenn der Klinikaufenthalt noch in der Planung ist, und begleiten die Betroffenen sowie ihre Angehörigen. In wenigen Klinken wurden umfassende Konzepte und Projekte entwickelt und umgesetzt, mit dem Ziel, eine rundum stressarme Versorgung von Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Demenz zu ermöglichen. Setzen Sie sich frühzeitig mit den Angeboten der Krankenhäuser in Ihrer Nähe auseinander, damit Sie im Akutfall wissen, wo Sie beziehungsweise Ihre Angehörigen am besten aufgehoben sind.
Der Wegweiser Demenz hat eine Checkliste und Fragen zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen, ein geeignetes Krankenhaus zu finden sowie Ärzten und Pflegepersonal wertvolle Hinweise zum Umgang mit Ihren erkrankten Angehörigen zu geben. Auch die örtlichen Alzheimer Gesellschaften können meistens gut einschätzen, wie demenzfreundlich die Krankenhäuser in Ihrer Umgebung sind.

Aufenthalt – Mögliche Probleme erkennen und beheben

Wenn Menschen mit Demenz wegen anderer Erkrankungen im Krankenhaus behandelt werden, können zahlreiche Probleme auftreten. Das Auftreten von Delir ist eine häufige Komplikation bei Menschen mit Demenz im Krankenhaus. Ebenfalls kann es verstärkt zu Abwehrverhalten kommen, da Menschen mit Demenz sich nicht in ihrer gewohnten Umgebung befinden, von fremden Gesichtern umgeben sind und die Abläufe nicht kennen oder verstehen. Dies kann starke Unsicherheiten und Aggressionen hervorrufen. Wichtig ist, dass Ärzte, Pflegekräfte, Angehörige und Betreuer auftretende Komplikationen frühzeitig erkennen und die richtigen Entscheidungen treffen, um die Situation für die Betroffenen und das Personal zu erleichtern.

Entlassung

Wichtig am Entlassungstag ist, alle Informationen und Dokumente für die weitere medizinische Versorgung zu erhalten. Dazu gehören der Arztbrief mit Informationen und Therapieempfehlungen für den weiterbehandelnden Hausarzt sowie der Pflegeüberleitungsbogen mit pflegerischen Informationen für die Weiterversorgung. Idealerweise enthalten diese Dokumente nicht nur Informationen über Diagnosen, verordnete Medikamente, Wunden, Therapieempfehlungen und Laborwerte, sondern auch über Besonderheiten der Patientin oder des Patienten mit Demenz und den Umgang damit.

Krankenhaussozialdienst

Der Sozialdienst im Krankenhaus ist eine Form der Sozialarbeit. Die gesetzlichen Grundlagen hierfür sind das SGB V sowie die Krankenhausgesetze der Bundesländer. Der Krankenhaussozialdienst soll zu einem möglichst nahtlosen und reibungslosen Übergang vom stationären Aufenthalt in die Weiterversorgung beitragen. Hierzu arbeitet der Sozialdienst eng mit den im Krankenhaus an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen zusammen, sowie auch mit Betreuern, Angehörigen und Mitarbeitenden verschiedener Institutionen, die an der nachstationären Weiterversorgung beteiligt sind. Versorgungswege und -lösungen können beim jeweiligen Menschen mit Demenz sehr verschieden sein.

EIL-Gutachten zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Bereits während des Krankenhausaufenthalts ist es manchmal erkennbar, dass Menschen mit Demenz auch nach der Entlassung pflegerischen Unterstützungsbedarf benötigen werden und aufgrund dessen in ein Pflegeheim umziehen oder Angehörige Pflegezeiten nach dem Pflegezeit- oder Familienpflegezeitgesetz beanspruchen müssen. Um dieses zu ermöglich, muss bereits im Krankenhaus, über ein beschleunigtes Verfahren des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK), geprüft werden, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Die Begutachtung erfolgt im Krankenhaus oder nach Aktenlage. Im Krankenhaus selbst entscheidet also niemand, weder der Sozialdienst noch der behandelnde Arzt, über einen Pflegegrad. An dieser Stelle kommt es häufig zu Missverständnissen.