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Die linke Hand eines älteren Mannes liegt auf der Tastatur eines Klaviers

Im Alltag unterstützen – Hilfe zur Selbsthilfe

Je weiter eine Demenz fortschreitet, desto schwerer fallen selbst die einfachsten Tätigkeiten: Beim Anziehen passieren Fehler, die Morgentoilette dauert länger als bisher und der Weg zur Post erscheint wie ein Labyrinth. Dennoch sollten Angehörige einem demenzkranken Menschen nicht alles abnehmen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Devise. Sie trägt dazu bei, dass Demenzkranke länger selbstständig bleiben.

Viele Tätigkeiten sind für geistig gesunde Menschen ein Kinderspiel, während für Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz selbst einfache Handgriffe immer anspruchsvoller werden. Stellen Sie sich vor, Ihr demenzkranker Vater sitzt auf dem Bettrand und schaut minutenlang das Unterhemd an, statt es überzuziehen. Sie denken währenddessen bereits an all die wichtigen Dinge, die Sie an diesem Tag erledigen möchten, werden ungeduldig – und ziehen Ihrem Vater das Hemd selbst über den Kopf.

Selbermachen hält fit

Beobachten Sie gut, was Ihr demenzkrankes Familienmitglied noch kann. Fördern Sie diese Fähigkeiten, indem Sie sie weitgehend eigenständig ausführen lassen. Sprechen Sie Lob und Anerkennung aus, wenn etwas gelungen ist. Das trägt dazu bei, dass ein demenzkranker Mensch länger selbstständig bleibt.

Nachhelfen oder gewähren lassen?

Solche Reaktionen sind verständlich, können sich aber negativ auf die Beziehung zwischen Pflegenden und Kranken auswirken. Demenzkranke haben oft noch lange ein Gespür dafür, ob sie ernst genommen werden. Fühlen sie sich entmündigt, reagieren sie oft trotzig oder werden traurig. Sie als Angehörige sollten also immer wieder versuchen, einen Mittelweg zu finden. Erledigen Sie für einen demenzkranken Menschen nur solche Tätigkeiten komplett, die er wirklich nicht bewältigen kann. Manchmal genügt es, ihn an eine anstehende Aufgabe zu erinnern oder dabei zur Hand zu gehen.

Ein Mann unterhält sich mit einer Frau, die im Rollstuhl sitzt
Foto: Michael Uhlmann

Um im Beispiel zu bleiben: Statt Ihrem demenzkranken Vater das Unterhemd anzuziehen, sollten Sie ihm Zeit geben. Warum darf er nicht ein paar Minuten auf dem Bettrand sitzen und darüber nachdenken, wozu er das Hemd in seinen Händen hält? Sie können solange etwas anderes tun und von Zeit zu Zeit zurückkehren, um Ihren Vater an das Hemd zu erinnern. Wenn möglich, verwenden Sie dabei immer die gleichen Worte und bleiben Sie bei einem freundlichen Ton. Erst wenn Ihr Vater nach wiederholter Bitte keine Lösung findet, sollten Sie ihm zur Hand gehen.

Auch bei einfachen Tätigkeiten im Haushalt sollten Sie Ihren demenzkranken Angehörigen nicht alles abnehmen. Lassen Sie ruhig Ihre Mutter am Küchentisch ein paar Kartoffeln schälen, wenn Sie den Sonntagsbraten zubereiten, oder lassen Sie sich von Ihrer Ehefrau bei der Gartenarbeit helfen. Tätigkeiten wie diese geben Demenzkranken das Gefühl, noch gebraucht und als Person wertgeschätzt zu werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nehmen Sie Demenzkranken nicht alles ab, auch wenn es länger dauert, als Ihnen lieb ist.
  • Erinnern Sie Ihr Gegenüber lieber mehrmals freundlich daran, was sie oder er eben tun wollte.
  • Bleiben Sie nicht ungeduldig neben der betroffenen Person stehen. Das setzt sie zusätzlich unter Druck.
  • Lassen Sie zu, dass Ihr demenzkrankes Familienmitglied Ihnen bei einfachen Tätigkeiten hilft.
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