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Ein älterer Herr und eine ältere Dame sitzen in einem Gemeinschaftsraum in roten Sesseln; ein Pfle-ger hilft der älteren Dame beim Essen

Ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz

In Demenz-Wohngemeinschaften teilen sich meist sechs bis zwölf Demenzkranke eine Wohnung. Jedes WG-Mitglied bewohnt darin ein eigenes Zimmer mit eigenen Möbeln. Küche, Wohnzimmer und Bäder nutzen die Mieter gemeinsam. Professionelles Pflegepersonal kümmert sich um die Mieter. In beinahe allen Bundesländern gibt es Wohngemeinschaften für Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz und es werden ständig mehr.

Eine ältere Frau sitzt auf einem Stuhl, eine weitere ältere Frau sitzt in einem Sessel und hat die Augen geschlossen. Eine weiße Katze mit schwarzen Punkten kommt um die Ecke
Foto: Michael Uhlmann

Vertraute Umgebung
Das Konzept der Demenz-WG bietet die Chance, dass Demenzkranke länger selbstbestimmt leben. Angehörige werden entlastet, können zugleich aber Einfluss ausüben und Verantwortung übernehmen. Dazu müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner kann die Wohngemeinschaft im Laufe der Zeit zu einer vertrauten Umgebung werden. Die Gruppe ist überschaubar und es kommen stets die gleichen Pflegekräfte und Helfer ins Haus. Außerdem können sich die Angehörigen der demenzkranken Menschen rege am WG-Leben beteiligen. In vielen Wohngemeinschaften ist es sogar ausdrücklich erwünscht, dass sie den Alltag organisieren helfen.

Demenzkranke und ihre Angehörigen sollten auf Folgendes achten

Wer in einer ambulanten Demenz-WG leben möchte, muss mindestens zwei Verträge abschließen:

1. Einen Mietvertrag, in dem die Anmietung eines Privatzimmers und eines Anteils an der Gemeinschaftsfläche (Küche, Wohnzimmer, Bäder etc.) geregelt ist.
2. Einen Pflegevertrag mit einem ambulanten Pflegedienst, in dem der Inhalt und Umfang von Pflege und Betreuung beschrieben ist.
3. In manchen Wohngemeinschaften wird die Betreuung auch durch einen dritten Vertrag mit einem betreuenden Dienstleister geregelt. In diesen Fällen übernimmt der ambulante Pflegedienst ausschließlich Leistungen der Grund- und Behandlungspflege.

Die beiden letztgenannten Verträge sind entscheidend für die Versorgungsqualität und die Kosten von Betreuung und Pflege.
Beteiligte Dienstleister (Pflegedienst und/oder Betreuungsdienst) müssen zwingend in der Lage sein zu beschreiben, welche Leistungen sie mit welchem Personal zu welchen Kosten erbringen werden. Können oder wollen sie das nicht, dann sollten Sie sich nach einer anderen WG umsehen.

Als „Daumenregel“ mag dienen, dass in einer WG mindestens sechs Personen wohnen sollten, damit die Finanzierung einer angemessenen Personalausstattung überhaupt möglich ist.

Was sollte eine WG mindestens gewährleisten können?

Neben der unerlässlichen Bereitstellung von Grund- und Behandlungspflege muss das eingesetzte Personal in der Lage sein, die hauswirtschaftliche Versorgung zu sichern. Dazu gehören das Zubereiten der Mahlzeiten, die Wäscheversorgung und die Pflege der Räumlichkeiten. Es ist erwünscht, dass sich die WG-Mitglieder an diesen Tätigkeiten beteiligen.

Für Menschen mit Demenz genauso wichtig ist die Strukturierung des Alltags. Lassen Sie sich erläutern, welche Aktivitäten unternommen werden, um den Tag für die WG-Mitglieder auszufüllen. Gibt es die Möglichkeit von Spaziergängen, sich am Einkauf zu beteiligen oder von gemeinsamen Aktivitäten am Nachmittag?

In der Regel sollten Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz in der Lage sein, ein WG-Mitglied bis an das Ende seiner Tage zu beherbergen und angemessen zu versorgen.

Eine angemessene professionelle Versorgung von Menschen mit Demenz in ambulant betreuten Wohngemeinschaften ist nicht preiswert.

Hinweis für Angehörige

Wer „All inclusive“ für 2.000 Euro anbietet, kann unmöglich eine gute Versorgungsqualität abliefern.

Bevor Sie sich für eine "Demenz-WG" entscheiden, sollten Sie mit den Angehörigen der anderen WG-Mitglieder sprechen. Vereinbaren Sie gemeinsames Kaffeetrinken oder, falls möglich, ein Probewohnen. Lassen Sie sich außerdem von einer unabhängigen Stelle beraten.

Kosten

Folgende Posten und Beträge fallen (pro Person und Monat) an:

• Kosten für das Wohnen: Regional bedingt müssen Sie mit Kosten zwischen 300 und 600 Euro rechnen.
• Kosten für die Haushaltsführung: Es geht um das gemeinsame Wirtschaften; den Einkauf von Lebensmitteln, die Strom- und Telefonrechnung, Putzmittel und anderes. Die Durchschnittswerte liegen inzwischen bei 250 Euro bis 350 Euro.
• Pflege und Betreuung: Diese beiden Faktoren bilden immer den größten Posten. Abhängig vom Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
 (und der Anzahl der Mitbewohner) sind Kosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Monat zu kalkulieren. Diese Kosten werden zum Teil von der Pflegeversicherung und ggf. vom Sozialamt übernommen. Genaue Berechnungen sind aufgrund der Vielfalt und der regionalen Unterschiede an dieser Stelle aber nicht möglich.

Demenzkranke und ihre Angehörigen sollten auf Folgendes achten:

- Die Verträge für Wohnraum sowie Pflege und Betreuung werden separat abgeschlossen und sind separat kündbar.
- Der Pflege- und Betreuungsdienst ist frei wählbar.
- Die WG-Mitglieder bilden ein gemeinsames Gremium und treffen schriftliche Vereinbarungen, die den Alltag regeln.
- Jedes Mitglied trägt Verantwortung – für sich und die anderen.
- Die Mitglieder der WG bestimmen selbst, welche Dienstleistungen sie in Anspruch nehmen.

Es gibt jedoch eine Fülle weiterer Fragen, die von Belang sein könnten: Wer führt die gemeinsame Haushaltskasse? Wie hoch ist der monatliche Beitrag jedes WG-Mitglieds? Wer bekommt einen Schlüssel zur Wohnung? Wer kauft Lebensmittel ein? Wie ist geregelt, wer in die WG aufgenommen und wer unter Umständen auch wieder ausgeschlossen wird?
Nachzulesen hier.

Die Entscheidung für eine Demenz-WG setzt voraus, dass sich ein Mensch mit anderen arrangieren kann und möchte. Im Gegenzug kann er die Qualität der Versorgung stärker beeinflussen als in anderen Wohnformen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Demenz-WGs haben sich als alternative Wohnform etabliert
  • Wohngemeinschaften bieten Demenzkranken eine vertraute Umgebung
  • Pflegedienste unterstützen im Alltag
  • Mietvertrag und Pflegevertrag sollten getrennt abgeschlossen werden
  • WG-Bewohner und Bewohnerinnen haben den Status eines Mieters oder einer Mieterin
  • Demenz WGs, die diesen Namen auch verdienen, müssen einige grundsätzliche Prinzipien erfüllen

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Darüber reden finden Sie im Videofilm
Frau Paschkes Wohngemeinschaft.
Wenn Sie unseren Expertinnen und Experten eine Frage zum Thema stellen wollen, können Sie dies in unserem Ratgeberforum Wohnen, Betreuung und Pflege tun.

Downloads

Checkliste Betreute Wohngemeinschaften

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat einen Katalog von Fragen herausgegeben, die bei der Auswahl einer Wohngemeinschaft helfen.

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