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Fünf Frauen sitzen im Rahmen einer Besprechung an einem Tisch

Leistungen der Pflegeversicherung

Je nach Pflegegrad stehen Menschen mit Demenz bestimmte Leistungen zu. Wie die Pflegeversicherung diese erbringt, entscheiden die Betroffenen selbst. Grundsätzlich besteht die Wahl zwischen Pflegegeld, Sachleistungen (professionellen Pflegedienstleistungen) oder einer Kombinationsleistung. Pflegende Angehörige können zudem Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Über die Pflegeversicherung der gepflegten Person sind sie sozial abgesichert.

Eine ältere Frau sitzt in einem Stuhl und lässt sich von einer jüngeren Frau die Haare bürsten
Foto: Michael Uhlmann

Menschen mit Demenz haben je nach Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
Anspruch auf eine Vielzahl von Pflege- und Unterstützungsleistungen der Pflegeversicherung. Dabei haben sie das Recht selbst zu entscheiden, ob sie von ihrer Pflegekasse lieber Pflegegeld oder Sachleistungen für die häusliche Versorgung und eventuell zusätzlich Sachleistungen für Tages- und Nachtpflege erhalten möchten. Außerdem dürfen sie laut Sozialgesetzbuch XI (SGB XI, § 38) auch verschiedene Leistungen miteinander kombinieren. Neben den Kosten für die Grundpflege erstattet die Pflegeversicherung zudem bis zu 40 Euro pro Monat für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe oder Einlagen bei Inkontinenz

Störung der Fähigkeit, die körperlichen Ausscheidungen (Urin, Stuhlgang) zu kontrollieren. Menschen, die an einer Urininkontinenz leiden, nässen sich ein.
Inkontinenz
. Die Abrechnung erfolgt direkt über die Leistungserbringer (Apotheke oder Lieferfirma). Auch wichtige technische Hilfsmittel

Gegenstände, die für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich sind, einer Behinderung vorbeugen oder sie ausgleichen, aber keine alltäglichen Gegenstände sind. Dazu gehören Seh- und Hörhilfen sowie Rollstühle.
Hilfsmittel
können über die Versicherung finanziert oder zumindest ausgeliehen werden. Dazu kommen jährliche Leistungen, die Betroffene in Anspruch nehmen können. Dazu gehören zum Beispiel Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Nötige Anpassungen des Wohnraumes bezuschusst die Pflegeversicherung mit bis zu 4.000 Euro.

Beratung und Unterstützung pflegender Angehöriger (Beratungsbesuche)

Wer einen nahestehenden Menschen zu Hause pflegt, hat zum einen Anspruch auf individuelle Pflegeberatung durch einen Pflegeberater oder eine Pflegeberaterin, zum anderen aber auch die Verpflichtung nachzuweisen, dass die Pflege zu Hause gesichert ist. In bestimmten Zeitabständen führen daher ambulante Pflegedienste, in manchen Bundesländern auch neutrale Beratungsstellen, kostenlose Hausbesuche durch. Sie sehen nach, ob der oder die Pflegebedürftige gut versorgt ist, beantworten Fragen, beraten zu pflegeerleichternden Maßnahmen, z. B. Hilfsmitteln, sowie weiteren Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige.

Für Personen, die erstmals einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung stellen, hat die Pflegekasse unmittelbar danach einen Beratungstermin anzubieten. Dieser ist innerhalb von zwei Wochen nach Antragstellung durchzuführen.

Zusätzlich gibt es auch Beratungen, die die Qualität der Pflege sichern sollen. Der Pflegeperson soll damit eine Hilfestellung gegeben werden. Bei den Pflegegraden 2 und 3 sind diese Beratungen halbjährlich und bei den Pflegeraden 4 und 5 vierteljährlich verpflichtend durchzuführen. Die Kosten übernimmt die Pflegekasse, der schriftliche Nachweis für die Pflegekasse erfolgt durch den Pflegedienst.

Zusätzliche Informations- und Beratungsmöglichkeiten bieten beispielsweise Pflegestützpunkte, regionale Demenznetzwerke, das Bürgertelefon zur Pflegeversicherung, Sozial- und Gesundheitsämter und andere Leistungsanbieter wie Wohlfahrtsverbände und private Träger.

Die Pflegekassen bieten kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtlich Pflegende an. Alle Versicherten, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, haben gegenüber ihrer Pflegekasse oder ihrem privaten Versicherungsunternehmen für die private Pflege- Pflichtversicherung einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung.

Pflegegeld für häusliche Pflege

Pflegegeld überweist die Pflegeversicherung jeden Monat auf das Konto der Betroffenen. Es ist als Aufwandsentschädigung für Angehörige oder andere Personen gedacht, die Demenzkranke ehrenamtlich pflegen. Die Leistung ist allerdings deutlich niedriger als die Beträge, die die Pflegeversicherung für eine professionelle Hilfe zahlt – zum Beispiel einen ambulanten Pflegedienst.

Pflegegeld und Sachleistung können kombiniert werden, das Pflegegeld reduziert sich um den Anteil der Sachleistung, die in Anspruch genommen wurde.

Monatliche Höchstsätze Pflegegeld häusliche Pflege

Monatliche Höchstsätze Pflegegeld häusliche Pflege
Pflegegrad 1 **
Pflegegrad 2 316 Euro
Pflegegrad 3 545 Euro
Pflegegrad 4 728 Euro
Pflegegrad 5 901 Euro

Pflegesachleistungen bei häuslicher Pflege

Wenn Angehörige ihre pflegebedürftigen Verwandten nicht im nötigen Maß selbst pflegen können, übernehmen zugelassene ambulante Pflegedienste einen Teil oder die gesamte Versorgung. Dazu gehören Unterstützung bei der Grundpflege sowie Betreuungsleistungen, wie auch Hilfe beim Einkaufen. Sie rechnen ihre Pflegesachleistungen direkt mit der Pflegeversicherung ab (SGB XI, § 36). Allerdings erstattet die Pflegeversicherung je nach Pflegestufe die Kosten nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag. Leisten die Pflegedienste mehr, müssen Pflegebedürftige und Angehörige den Rest aus eigener Tasche beisteuern.

Monatliche Höchstsätze Pflegesachleistungen

Monatliche Höchstsätze Pflegesachleistungen
Pflegegrad 1 **
Pflegegrad 2 689 Euro
Pflegegrad 3 1.298 Euro
Pflegegrad 4 1.612 Euro
Pflegegrad 5 1.995 Euro

Tages- oder Nachtpflege

Betroffene der Pflegegrade 2 bis 5 können zusätzliche Pflegesachleistungen auch in Form von Tages- oder Nachtpflege in Anspruch nehmen (SGB XI, § 41). Ist beispielsweise der Ehepartner noch berufstätig, können Demenzkranke tagsüber in einer Tagespflegeeinrichtung betreut werden. Je nach Betreuungsbedarf kann es sein, dass auch hier ein Teil der Pflegekosten von den Pflegebedürftigen selbst getragen werden muss. Ein Eigenanteil für die sogenannten Hotelkosten (Unterkunft und Verpflegung) wird dem Pflegebedürftigen immer in Rechnung gestellt.

Hierfür kann der Entlastungsbetrag gem. § 45 SGB XI in Höhe von 125 Euro eingesetzt werden. Die Kosten für Hol- und Bringedienste der Einrichtungen sind in den Kosten für Pflege, soziale Betreuung und medizinische Behandlungspflege, die von der Pflegekasse übernommen werden, enthalten. Der Anspruch auf Tages- und Nachtpflege kann sich erhöhen, wenn weniger Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch genommen werden. Personen des Pflegegrades 1 können hierfür ihren Entlastungsbetrag verwenden.

Monatliche Höchstsätze Tages-/Nachtpflege

Monatliche Höchstsätze Tages-/Nachtpflege
Pflegegrad 1 Bis zu 125 Euro Entlastungsbetrag
Pflegegrad 2 689 Euro
Pflegegrad 3 1.298 Euro
Pflegegrad 4 1.612 Euro
Pflegegrad 5 1.995 Euro

Kombinationsleistungen

Versicherte dürfen Pflegegeld und- Pflegesachleistungen auch kombinieren (SGB XI, § 48). Wird durch den Pflegedienst der mögliche Höchstbetrag der Pflegesachleistung nicht ausgeschöpft, kann gleichzeitig ein anteiliges Pflegegeld bezogen werden.

  • Beispiel bei häuslicher Pflege:
    Ein demenzerkrankter Mensch des Pflegegrades 3 nimmt Sachleistungen in Höhe von 649 Euro in Anspruch. Den ihm zustehenden Höchstbetrag von 1.298 Euro hat er somit zu 50 Prozent ausgeschöpft. Ihm stehen also noch weitere 50 Prozent vom entsprechenden Pflegegeld des Pflegegrades 3 zu, das heißt 272,50 Euro.

Die Pflegesachleistung kann jeden Monat und je nach Bedarf in wechselndem Umfang in Anspruch genommen werden. Das restliche Pflegegeld wird dann für jeden Monat rückwirkend entsprechend berechnet.

Unterstützung für ambulant betreute Wohngruppen

Bei der Neugründung einer ambulant betreuten Wohngruppe gibt es eine Förderung für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen (Anschubfinanzierung von 2.500 Euro je Person und 10.000 Euro pro Wohngruppe). Dies gilt auch für Menschen mit Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
1. Mit dem Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214 Euro pro Monat können Pflegebedürftige, die in einer ambulant betreuten Wohngruppe leben, eine Person finanzieren, die unterstützende Tätigkeiten hauswirtschaftlicher, organisatorischer oder betreuender Art übernimmt.

Pflegehilfsmittel

Pro Monat können bei allen Pflegegraden bis zu 40 Euro zum Verbrauch für bestimmte Pflegehilfsmittel (zum Beispiel Einmalhandschuhe, Betteinlagen) in Anspruch genommen werden.

Wenn der Medizinische Dienst der Krankenversicherung diese Pflegehilfsmittel wie z. B. Gehhilfen und Duschstühle empfiehlt, müssen sie nicht mehr beantragt werden.

Verhinderungspflege

Verhinderungspflege soll pflegende Angehörige entlasten. Etwa, wenn diese einen Urlaub planen oder selbst erkranken. Hier gibt es eine Wartezeit: Der Anspruch besteht nur, wenn der Pflegebedürftige bereits mindestens sechs Monate zu Hause gepflegt wurde. Die Leistungen werden bei der Pflegekasse beantragt.

Wird die notwendige Ersatzpflege bei Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
2 bis 5 durch Personen geleistet, die keine nahen Angehörigen sind, oder durch einen ambulanten Pflegedienst, stehen pro Jahr bis zu 1.612 Euro zur Deckung der damit verbundenen Kosten zur Verfügung für längstens sechs Wochen Verhinderungspflege.

Wird die Verhinderungspflege durch nahe Angehörige (Verwandte bis zum 2. Grad) und im Haushalt lebende Personen geleistet, richtet sich der Betrag der Verhinderungspflege nach der Höhe des Pflegegeldes. Für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen steht der Betrag des Pflegegeldes des entsprechenden Pflegegrades zur Verfügung. Wird die Verhinderungspflege für den kompletten Zeitraum von sechs Wochen, also eineinhalb Monate, in Anspruch genommen, steht für die Verhinderungspflege ein Betrag in Höhe des eineinhalbfachen des monatlichen Pflegegeldes zur Verfügung. Umfasst der Zeitraum der Pflege durch nahe Angehörige einen Zeitraum von weniger als sechs Wochen, so wird das „Verhinderungs- pflegegeld“ anteilig für die tatsächlich angefallenen Tage ermittelt. Zusätzlich erhalten Pflegebedürftige, die Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegelds für bis zu 6 Wochen weiterhin. Zusätzliche nachgewiesene Kosten, wie Verdienstausfall oder Fahrkosten, können von der Pflegekasse bis zur Höchstgrenze von 1.612 Euro (inklusive des bereits gezahlten eineinhalbfachen Pflegegeldes) erstattet werden.

Bei Verhinderungspflege in einer stationären Einrichtung werden ausschließlich die pflegebedingten Kosten bis 1.612 Euro im Jahr übernommen. Alle weiteren Kosten z. B. für Unterkunft und Verpflegung sind vom Pflegebedürftigen selbst zu tragen. Das Pflegegeld wird bei der Inanspruchnahme der Verhinderungspflege für bis zu sechs Wochen zur Hälfte weitergezahlt.
Bei stundenweise geleisteter Verhinderungspflege (unter 8 Stunden am Tag) entfällt die zeitliche Begrenzung von 6 Wochen im Kalenderjahr. Es erfolgt aber eine Anrechnung auf den Höchstbetrag von 1.612 Euro.

Kurzzeitpflege

Bei der Kurzzeitpflege (SGB XI, § 42) wohnen Versicherte zeitlich begrenzt in einer vollstationären Einrichtung. Die Pflegeversicherung übernimmt die pflegebedingten Kosten bis zu einer Obergrenze von insgesamt 1.612 Euro für einen Zeitraum von maximal acht Wochen (56 Tage) pro Jahr. Das gilt weiter für die Pflegegrade 2 bis 5, bei Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
1 kann der Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro eingesetzt werden. Alle weiteren Kosten für Unterkunft (anteilige Miete und Investitionskosten) und Verpflegung sind von dem Pflegebedürftigen selbst zu tragen.

Wird Pflegegeld bezogen, wird die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes während der Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege für bis zu acht Wochen jährlich weitergezahlt. Pflegesachleistungen entfallen in dieser Zeit.

Umwidmung / Budget-Übertragung bei Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege

Bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrages der Kurzzeitpflege (bis zu 806 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege) können auch für die Verhinderungspflege eingesetzt werden. Es bleibt dabei beim Zeitrahmen von sechs Wochen.
Umgekehrt können die Leistungsbeträge der Verhinderungspflege (bis zu 1.612 Euro im Jahr bei Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
2 bis 5) für Kurzzeitpflege ausgegeben werden. Auch hier bleibt es beim maximalen Bewilligungszeitraum für die Kurzzeitpflege von acht Wochen im Kalenderjahr.
Die Leistungsbeträge der Kurzzeit- und Verhinderungspflege können miteinander kombiniert werden, dann können bis zu 3.224 Euro für die Kurzzeitpflege verwendet werden.

Zahlung des Pflegegeldes bei Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege

Das Pflegegeld wird sowohl für die Zeit der Verhinderungspflege als auch der Kurzzeitpflege zur Hälfte weitergezahlt und zwar bei Verhinderungspflege bis zu sechs Wochen und bei Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen.
(Zum Vergleich: Befindet sich der Pflegebedürftige stationär im Krankenhaus, wird das volle Pflegegeld für maximal vier Wochen weitergezahlt. Dies gilt auch bei mehreren Krankenhausaufenthalten im Jahr.)

Entlastungsbetrag

Alle Versicherten in häuslicher Pflege können einen zweckgebundenen Entlastungsbetrag von 125 Euro im Monat erhalten. Er soll sowohl der Entlastung pflegender Angehöriger als auch den Pflegebedürftigen bei der Förderung ihrer Selbstständigkeit dienen.

Der Betrag kann für Aufwendungen folgender Leistungen verwendet werden:

  • Eigenbeteiligung für Kosten der teilstationären Tages- und Nachtpflege
  • Eigenbeteiligung für Kosten einer vorübergehenden Kurzzeitpflege oder stationären Verhinderungspflege

Der Betrag wird unabhängig von anderen Leistungsansprüchen gewährt und nicht mit anderen Ansprüchen verrechnet. Ein nicht ausgeschöpfter monatlicher Entlastungsbetrag ist nicht nur auf den nächsten Monat, sondern auch die Folgemonate und am Jahresende bis in das nächste Kalenderjahr übertragbar. Der Anspruch vom Vorjahr entfällt jeweils am 30.6. des laufenden Kalenderjahres.

Leistungen für Menschen mit Pflegegrad 1 bei häuslicher Pflege

Mit dem  Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
1  erhalten Betroffene Leistungen, die die Selbstständigkeit der Betroffenen durch frühzeitige Hilfestellungen möglichst lange erhalten und ihnen den Verbleib in der vertrauten häuslichen Umgebung ermöglichen sollen. Für sie gibt es den Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro monatlich, Pflegeberatung, Beratungen auch zu Hause, Pflegekurse für ihre Angehörigen, Versorgung mit Pflegehilfsmitteln und Zuschüsse für Umbauten der Wohnung. 

Stationäre Pflegeeinrichtungen

Versicherter in stationären Pflegeinrichtungen haben Anspruch auf pauschale Leistungen für pflegebedingte Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Betreuung, Aktivierung und die medizinische Behandlungspflege. Bei der stationären Pflege gibt es für die Pflegegrade 2 bis 5 einen einrichtungseinheitlichen pflegebedingten Eigenanteil. Dadurch steigt der Eigenanteil für Versicherte nicht weiter an, wenn sie in einer Pflegeeinrichtung in einen höheren Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
eingestuft werden. Versicherte des Pflegegrades 1 erhalten den Zuschuss von 125 Euro in Monat.

Monatliche Höchstbeträge: Leistungsbetrag vollstationär

Monatliche Höchstbeträge: Leistungsbetrag vollstationär
Pflegegrad 1 125 Euro
Pflegegrad 2 770 Euro
Pflegegrad 3 1.262 Euro
Pflegegrad 4 1.775 Euro
Pflegegrad 5 2.005 Euro

Übergangspflege ohne Pflegeeinstufung

Wenn keine Pflegebedürftigkeit vorliegt, aber Menschen vorübergehend Pflege benötigen, zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei einer akuten schweren Erkrankung, besteht die Möglichkeit der Übergangspflege als Leistung der Krankenkasse (§ 39c SGB V). Hier kann es einen Anspruch auf Grundpflege, hauswirtschaftliche Versorgung oder ggf. eine befristete Aufnahme (bis zu acht Wochen) in eine Kurzzeitpflege geben.

Pflegekosten steuerlich absetzbar

Da die Pflegeversicherung von Grund her darauf angelegt ist, nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Pflegekosten zu übernehmen, müssen Pflegebedürftige und deren Angehörige häufig den Rest aus eigenen Mitteln bestreiten. Diese Ausgaben lassen sich aber als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen.

Freistellung vom Beruf, um zu pflegen

Werden nahe Angehörige akut pflegebedürftig oder ändert sich die Pflegesituation unvermittelt und unerwartet, haben Beschäftige das Recht, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben, wenn diese Zeit erforderlich ist, um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren. Pflegende Berufstätige haben dann die Möglichkeit als Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt   Pflegeunterstützungsgeld insgesamt für bis zu zehn Tage bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen zu beantragen. Voraussetzung ist eine ärztliche Bescheinigung und eine unverzügliche Antragstellung bei Eintritt der speziellen akuten Pflegenotwendigkeit (Pflegezeitgesetz § 44a SGB XI).

Es besteht ein Rechtsanspruch für eine Freistellung oder Reduzierung der Arbeitszeit bis 6 Monate ab einer Anzahl von 15 Beschäftigten im Betrieb (Pflegezeit) und für bis zu 24 Monate ab 25 Beschäftigen im Betrieb (Familienpflegezeit).  Zur Sicherstellung des  Einkommens, kann ein staatliches zinsloses Darlehen beantragt werden. (Pflegezeit; Familienpflegezeitgesetz)

Soziale Absicherung für pflegende Angehörige

Die Pflegeversicherung zahlt Beiträge zur Rentenversicherung für pflegende Angehörige, wenn sie wöchentlich mindestens zehn Stunden (nicht erwerbsmäßig) pflegen, die Pflege regelmäßig an mindestens 2 Tagen in der Woche stattfindet, mindestens der Pflegegrad

Ab 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherigen Pflegestufen. Geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten entsprechen Pflegegrad 1, bei schwersten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen, wird Pflegegrad 5 erreicht.
Pflegegrad
2 vorliegt, sie selber nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind und wenn die Pflegeperson keine Vollrente wegen Alters bezieht.

Wer nahestehende Menschen (nicht erwerbsmäßig) in deren eigener Wohnung pflegt, ist automatisch gesetzlich unfallversichert.

Auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden von der Pflegekasse übernommen, zum Beispiel wenn keine Absicherung mehr in der Arbeitslosenversicherung besteht, weil eine Beschäftigung für die Pflege aufgegeben wurde.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Versicherte können wählen, ob sie Pflegegeld, Sachleistungen, oder eine Kombinationsleistung erhalten wollen
  • Pflegende Angehörige haben Anspruch auf Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege
  • Pflegende Angehörige erhalten soziale Absicherungen.

Weitere Informationen

Wenn Sie unseren Expertinnen und Experten eine Frage zum Thema stellen wollen, können Sie dies in unserem Ratgeberforum Gesetzliche Leistungen tun.

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