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Eine Schwester bereitet die Untersuchung für eine Kernspintomographie vor. Ihre Kollegin sitzt in einem Vorraum und bearbeitet Unterlagen

Richtig beschweren

Wenn Sie mit der Versorgung unzufrieden sind, hilft es in der Regel bereits, wenn Sie einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der Station direkt darauf ansprechen. Denn meistens lässt sich der Mangel oder Auslöser für Ihre Beschwerde leicht beheben. Zum Beispiel, wenn das Essen vorschnell abgeräumt wird, weil sich das Pflegepersonal in der Hektik des Alltags nicht bewusst ist, dass ein demenzkranker Patient gegebenenfalls langsamer isst oder Hilfe beim Essen benötigt.

Wenn Sie allerdings merken, dass Ihr Anliegen nicht ernstgenommen und der Mangel nicht abgestellt wird oder Ihnen sogar gravierende Fehler auffallen, sollten Sie sich schnellstmöglich an andere Stellen wenden. Denn es ist im Interesse des betroffenen Patienten, dass der Beschwerdeanlass direkt bearbeitet und zügig behoben wird.

Beschwerdemöglichkeiten im Krankenhaus

Patientenorientierte Krankenhäuser gehen sensibel mit Beschwerden um und verfügen über ein professionelles Beschwerdemanagement. In größeren Krankenhäusern gibt es meist sogar eine eigene Beschwerdestelle, an die Sie sich wenden können. Dort wird man Ihr Anliegen zeitnah bearbeiten. Falls dies nicht geschieht oder keine zentrale Beschwerdestelle existiert, sollten Sie sich an die jeweiligen Dienstvorgesetzten der Station wenden, auf der der betroffene Patient liegt.

Für allgemeine – auch anonyme – Beschwerden, aber auch um Anregungen und Ideen loszuwerden, können Sie in vielen Krankenhäusern auch entsprechende Formulare und Briefkästen nutzen, Letztere sind nicht immer leicht zu finden. Fragen Sie dann am Empfang nach.

Mancherorts gibt es auch sogenannte Patientenfürsprecher, die außerhalb des Krankenhauses angesiedelt sind und trägerunabhängig handeln – zum Beispiel in München oder auch in Berlin.
In Hamburg gibt es ebenfalls eine Selbstverpflichtung der Krankenhäuser, patientenorientiert mit Beschwerden umzugehen. Sie können sich auch an den Patientenombudsmann Ihres Landkreises oder Bundeslandes wenden.

Tipp:

Nicht selten resultieren Ärgernisse aus Missverständnissen oder mangelnder Kommunikation. Geben Sie daher viele Informationen zu Ihrem Angehörigen an die Station weiter. Die Mitarbeitenden sind meist dankbar, wenn sie über Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen des demenzkranken Patienten Bescheid wissen. Denn das erleichtert die Versorgung und hilft, Komplikationen abzuwenden.

Keine Angst vor möglichen Konsequenzen

Es ist erwiesen, dass nur etwa vier Prozent aller Menschen sich beschweren. Wohl aber wird der Beschwerdeanlass im Freundes- und Bekanntenkreis weitererzählt. Bitte bedenken Sie, dass Ihre Kritik und Anregung auch dazu beitragen können, die künftige Arbeit des Krankenhauses mit Menschen mit Demenz zu verbessern. Die Sorge, dass Ihr Angehöriger nach einer Beschwerde schlechter behandelt werden könnte, ist zwar nachvollziehbar, aber in der Regel unbegründet. In den allermeisten Fällen sind Krankenhäuser sehr daran interessiert, professionell mit Beschwerden um zu gehen. Dies stellt ein Qualitätsmerkmal dar und hilft, Verbesserungen einzuleiten. Auf ein Ärgernis oder einen Mangel kann ein Krankenhaus nämlich nur reagieren, wenn es davon erfährt. Nur dann kann es Ihr Anliegen systematisch bearbeiten und zeitnah reagieren. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, ist eine weitere Beschwerde angebracht.

Bewertungsportale und weitere Tipps

Nach dem Krankenhausaufenthalt nutzen Angehörige auch Bewertungsportale um ihre Erlebnisse dort zu beschreiben. Auch dies kann dazu beitragen, dass sich Dritte später vor einem Krankenhausaufenthalt ein Bild machen können. Wenn es also um den Umgang mit demenzkranken Patienten geht, sollte dies auch entsprechend vermerkt werden. Positive wie negative Beispiele können auch in unseren Ratgeberforen hier im Wegweiser Demenz besprochen werden.
Ein bundesweites Verzeichnis für Krankenhäuser, die sich bemühen auch an Demenz erkrankten Patienten gerecht zu werden, existiert derzeit nicht. Sie können jedoch über die Adressdatenbank des Wegweisers Demenz künftig auch nach entsprechenden Kliniken suchen.
Haben Sie den Eindruck, dass man Ihre Beschwerde nicht ernst nimmt, dann können Sie sich auch an Ihre regionale Alzheimer Gesellschaft oder das Alzheimertelefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft wenden unter der Telefonnummer: 030 259379514 oder 01803 171017.

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