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Eine ältere Frau und ein älterer Mann werden von einer Schwester beim Spaziergang im Park begleitet

Informationen für Ärztinnen und Ärzte

Die Zahl der älteren Patientinnen und Patienten mit kognitiven Einbußen in den Haus- und Facharztpraxen wächst stetig, nicht immer handelt es sich dabei um neurodegenerative oder vaskuläre Formen einer Demenzerkrankung. Die Demenz ist eine Syndromdiagnose, die einer frühzeitigen und sorgfältigen Differentialdiagnostik bedarf. Eine vorschnelle Diagnose als „senile Demenz des Hochbetagten“ würde dem Patienten möglicherweise einfache und sinnvolle therapeutische Maßnahmen vorenthalten. Demenzerkrankungen verlaufen oft schleichend. Zunehmende kognitive Einbußen und die damit verbundenen Probleme in der alltäglichen Lebensführung bemerken die Patienten und Angehörigen zunächst nicht oder wollen sie voller Scham nicht wahrhaben.

Ärztinnen und Ärzte und ihr medizinisches Fachpersonal spielen in der Früherkennung eine zentrale Rolle und können versteckten Hinweisen nachgehen:

  • bislang zuverlässige Patienten vergessen Termine oder kommen täglich
  • Patienten verlieren an Gewicht, vernachlässigen das äußere Erscheinungsbild, tragen dem Wetter oder Anlass unangemessene Kleidung
  • Medikamentenverordnungen werden nicht mehr oder andauernd angefordert
  • die Sprache verarmt/wird weitschweifig
  • Veränderung der Persönlichkeit
  • Ängste, Unruhezustände, Reizbarkeit werden beklagt
  • persönliche Daten oder Daten aus dem Alltag sind nicht mehr abrufbar
  • Hand- oder Manteltaschen sind voller Zettel, Notizbücher werden umständlich geführt
  • Erklärungen werden nicht verstanden, Sinnzusammenhänge falsch hergestellt

Zur ersten diagnostischen Einordnung mit Hilfe von Anamnese und Fremdanamnese ist es wichtig zu klären:

  • Was hat sich verändert (Konzentration, Erinnerung, Stimmung, Merkfähigkeit, Aufgabenbewältigung...)?
  • Welche Defizite stehen im Vordergrund?
  • Wann ist es zuerst aufgefallen?
  • Wo/bei welcher Gelegenheit (Stress, Situation...)?
  • Wem ist es noch aufgefallen?
  • Wie war der bisherige Verlauf?
  • Warum bestehen diese Probleme (Krankheitsmodell)?

Psychometrische Verfahren wie Uhrentest, DemTect, MMST etc. sowie die Geriatrische Depressionsskala sind hilfreich. Es gibt zahlreiche Ursachen, viele – z. B. Depressionen, Hyponatriämien, Hypovitaminosen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, anticholinerge Medikamente, Delirien – sind gut behandelbar. Zur definitiven Einordnung ziehen sie neben Labordiagnostik und cerebraler Bildgebung einen Facharzt (Neurologe/Psychiater) hinzu.

Die jeweils aktuellen Leitlinien zu Diagnostik und Therapie finden Sie unter:

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

 AWMF online - Das Portal der wissenschaftlichen Medizin

Es ist wichtig, dass die Patienten und ihre Angehörigen auch nach der Diagnosestellung eine enge Begleitung erhalten. Sie benötigen Informationen, die oft weit über den eigentlich ärztlichen Rahmen hinausgehen. Es kann hilfreich sein, entsprechendes Informationsmaterial mit den spezifischen Angeboten und Beratungseinrichtungen ihrer Region vorrätig zu haben. Ein hilfreicher Partner können bundesweit die regionalen Alzheimergesellschaften und besonders in NRW die Landesinitiative Demenzservice sein.

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